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Fußball : Wissen, wie es in der neuen Bundesliga-Saison läuft

Neuzugang: Kevin Kuranyis Wechsel zum FC Schalke war einer der spektakulärsten Bild: AP

Rekorde über Rekorde: Im eigenen Land zeigt sich die Bundesliga als starke Gemeinschaft. In der neuen Fußballsaison müssen die Klubs aber beweisen, daß sie auch international wieder eine Hauptrolle spielen können.

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          Wenn sich der größte Finanzier der Bundesliga dieser Tage zur bevorstehenden Saison äußert, dann ist zuerst ein kurzer Seufzer zu hören. Womöglich erinnert sich Georg Kofler, der Vorstandsvorsitzende des Bezahlfernsehsenders Premiere, an das vergangene Fußballjahr, welches in den Köpfen von Millionen Fans als eines der drögesten hängenbleiben wird. Eine Saison der biederen Fußballkost mit dominanten Bayern, langweiligem Wettbewerb auf mittelmäßigem Niveau und dazu zwei dicken Skandalen. Kofler atmet durch und sagt dann hoffnungsvoll: „Ich erwarte viel Drama, attraktive Spielpaarungen und spielerische Qualität, daß sich die Liga weiterentwickelt.“

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Hohe Erwartungen lasten auf der neuerlichen Inszenierung des Bundesligafußballs 2005/2006. Die Vereine müssen sich ihrem Verliererimage stellen und beweisen, daß sie unter fast perfekten Rahmenbedingungen ein attraktives Unterhaltungsprogramm auf die Beine stellen und über die deutschen Grenzen hinaus dem globalen Vergleich standhalten. Zudem rückt die Weltmeisterschaft im eigenen Lande als ultimativer Kraftakt immer näher, der vielen Beteiligten schon jetzt besondere Konzentration abverlangt.

          Das System Klinsmann als Maßstab

          Nicht wenige sehen deshalb nach dem Frühlingserwachen der Nationalkicker während des Confederations Cup das System Klinsmann als Maßstab und Vorbild für die Liga. „Die Nationalmannschaft hat gezeigt, welcher neue Optimismus den Fußball durchweht. Das würde ich mir auch von der Bundesliga wünschen“, sagt der Fernsehmann Kofler. Der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, geht davon aus, „daß sich die Faszination Nationalelf auf die Bundesliga überträgt“. Nicht alle Vereine hätten vergangene Saison gehalten, was sich von ihnen versprochen wurde. „Da gibt es international klaren Nachholbedarf“, sagt Zwanziger. Die Bundesliga in der Bringschuld - wie schnell sich die Perspektive doch verändert.

          Neuzugang: Kevin Kuranyis Wechsel zum FC Schalke war einer der spektakulärsten Bilderstrecke

          Dabei ist festzustellen, daß nach mageren Jahren gerade diese WM-Saison an den verschiedenen Fußballstandorten des Landes neue Phantasie entfacht. Bevor der Anpfiff für das Eröffnungsspiel am kommenden Freitag zwischen dem Meister FC Bayern und Borussia Mönchengladbach erfolgt, ist von Rekorden die Rede. Die Bundesliga boomt. Der Ball wird durch die modernsten Fußballarenen der Welt rollen, selbst die drei Aufsteiger aus Frankfurt, Köln und Duisburg bieten ihrer Kundschaft alles andere als ein altes, zugiges Stadionoval.

          Dauerkartenverkauf in neuen Höhen

          Der Zuschauer nimmt das Angebot trotz schlechter Erfahrungen in jüngster Vergangenheit gerne an und treibt in diesen Wochen den Dauerkartenverkauf in neue Höhen; von bald 400.000 Tickets ist zu hören. Beim Abonnentensender Premiere in München, der die Direktübertragungsrechte an der Bundesliga hält, kommen derzeit jeden Tag 3.000 bis 4.000 Neukunden hinzu, berichtet Kofler. Auch die Sponsoren der Bundesliga setzen auf das Produkt und zahlen zusammen allen 18 Vereinen für die Werbefläche auf dem Trikot erstmals mehr als 100 Millionen Euro. Den Investoren wird gelegen kommen, daß ihre Fußballpartner vereinzelt versuchen, den Glamourfaktor des Geschäfts zumindest etwas zu beleben. Erstmals nach vier Jahren steigen die Aufwendungen für Personaltransfers leicht. In Stuttgart bedient man sich der Dienste der schauspieltauglichen Trainerlegende Trapattoni und verpflichtete mit den Dänen Tomasson und Grönkjaer zwei klangvolle Namen.

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