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Fußball-Europameisterschaft : Wie funktioniert die neue EM-Qualifikation?

  • Aktualisiert am

Alles auf den Kopf gestellt: die Qualifikation zur Fußball-EM läuft nach neuen Regeln Bild: AFP

Was ist die „Woche des Fußballs“? Warum spielt Gastgeber Frankreich mit? Und warum wurde das Teilnehmerfeld erweitert? FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen zum EM-Qualifikation.

          Wenn Weltmeister Deutschland am Sonntag gegen Schottland (20.45 Uhr / Live bei RTL und im Länderspiel-Liveticker bei FAZ.NET) in die Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft startet, ist nichts mehr so, wie es einmal war. Wegen der Aufstockung des Teilnehmerfeldes bei der Endrunde vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 in Frankreich wurde nicht nur der Ausscheidungsmodus, sondern auch der Terminplan reformiert. Künftig wird in der „Woche des Fußballs“ gespielt. FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen.

          Wie viele Mannschaften qualifizieren sich für die EM-Endrunde?

          Auf Initiative von Uefa-Präsident Michel Platini werden erstmals 24 Nationen dabei sein. Bei der ersten klassischen Endrunde 1976 in Jugoslawien waren es noch vier. 1980 in Italien wurde das Feld auf acht Mannschaften erweitert, seit 1996 in England waren es 16.

          Sein Wille geschehe: Uefa-Präsident Michel Platini wollte den Wettbewerb aufwerten

          Wie wurde die Reform aufgenommen?

          Bundestrainer Joachim Löw bezeichnete die Aufstockung als fragwürdig. „Der sportliche Wert einzelner Spiele, aber auch des gesamten Wettbewerbs sinkt“, kritisierte er. Teammanager Oliver Bierhoff mahnte, man dürfe „den Fußball nicht beliebig werden lassen“. Selbst der Chef des EM-Organisationskomitees, Jacques Lambert, räumte ein: „Die Qualifikation verliert etwas von ihrer Spannung und ihrem Charme.“ Uefa-Boss Michel Platini focht dies nicht an. „Wem der Modus nicht gefällt, der muss nicht mitspielen. Eine überwältigend große Mehrheit aller Mitgliedsverbände war für diese Änderung. So funktioniert Demokratie“, entgegnete er den Kritikern.

          Wer kommt zur EM?

          Gastgeber Frankreich ist gesetzt. Die übrigen 53 Teilnehmer wurden in neun Gruppen - acht mit jeweils sechs Mannschaften und eine mit fünf Teams - gelost. Die ersten Zwei jeder Gruppe und der beste Gruppendritte sind direkt qualifiziert. Die anderen acht Gruppendritten spielen in den Playoffs mit Hin- und Rückspiel die restlichen vier Endrundenplätze aus.

          Wann wird gespielt?

          Die Qualifikationsspiele werden erstmals durch die Uefa zentral vermarktet und in einer „Woche des Fußballs“ ausgetragen. Ein Spieltag umfasst immer drei Kalendertage. An jedem Tag finden acht bis zehn Partien statt. Die Doppelspieltage sind von Donnerstag bis Dienstag terminiert. Ein Team spielt dann donnerstags und sonntags, freitags und montags oder samstags und dienstags. An Einzelspieltagen wurden die Begegnungen durch die Uefa entweder von Sonntag bis Dienstag oder von Freitag bis Sonntag angesetzt.

          Warum wurde der Spielplan reformiert?

          Damit wird erreicht, dass mindestens ein Drittel aller Spiele an einem Wochenende ausgetragen werden. Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino bezeichnete das neue Konzept als „eine tolle Sache“, die dem Fußball einen weiteren Schub geben wird. „Fans bekommen die Möglichkeit, mehr Länderspiele im Stadion oder am TV zu verfolgen, als je zuvor. TV-Sender bekommen mehr Spiele und mehr Sendezeit. Nationalverbände erhalten einen einheitlichen Zeitplan und konstante Einnahmen. Der Nationalmannschaftsfußball wird mehr Aufmerksamkeit bekommen als zuvor“, sagte Infantino.

          Darum geht es am 10. Juli 2016 - der EM-Pokal wird dann in Paris vergeben

          Was ist noch neu?

          Die Uefa hat zum ersten Mal auch Testspiele für den EM-Gastgeber festgelegt. Frankreich trifft an jedem Qualifikationsspieltag auf die jeweils spielfreie Mannschaft aus der Fünfergruppe I. Zum Auftakt geht es gegen Serbien. Die Franzosen sind aber nicht nur Lückenfüller: Sie streichen pro Spiel auch die normale Vermarktungssumme von 4,2 Millionen Euro ein.

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