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Kodex für Fußball-Weltverband : Die Fifa streicht das Wort Korruption einfach

Lässt sich feiern: Gianni Infantino will die Fifa wiederbelebt haben. Bild: dpa

2004 führte der Fußball-Weltverband einen Ethikkodex ein. Zuletzt wurde er vor sechs Jahren angepasst. Nun revidiert die Fifa ihr Regelwerk wieder. Dabei gibt es erstaunliche Änderungen.

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          Der Internationale Fußball-Verband (Fifa) hat seinen Ethikkodex revidiert und damit, wie die Nachrichtenagentur Associated Press feststellte, „die Korruption offiziell ausgerottet“. Tatsächlich findet sich das Wort Korruption auf den 58 Seiten des „Fifa Ethikkodex“ nicht mehr, allerdings beinhaltet das erstmals seit 2012 überarbeitete Regelwerk für Fußballfunktionäre in Abschnitt 5 weiterhin 16 Verhaltensregeln und Verbote, die korruptes Verhalten unter Strafe stellen.

          Die wichtigste Änderung steht diesem Abschnitt allerdings vor: Disziplinarische Maßnahmen gegen Fifa-Offizielle, die gegen die Regeln verstoßen, können durch die Kammern des Ethikkomitees nur ergriffen werden, wenn das Fehlverhalten „Bestechung, die Veruntreuung von Geldern und die Manipulation von Spielen oder Meisterschaften“ nicht mehr als zehn Jahre zurückliegt. Eine solche Verjährungsfrist war bislang nicht vorgesehen. Im Ethikkodex von 2012 hatte es geheißen: „Die Verfolgung von Bestechung und Korruption“ unterliege keiner Verjährungsfrist. Am Dienstagabend verbreitete die Fifa eine Pressemitteilung, in der sie erklärte, das Wort Korruption sei der Verständlichkeit halber aus den deutsch-, englisch- und spanischsprachigen Versionen des Kodex gestrichen, nicht aber aus dem französischen. Die Änderung solle für mehr Verständlichkeit sorgen.

          Das Regelwerk war erstmals 2004 unter dem damaligen Fifa-Präsidenten Joseph Blatter eingeführt worden. Als erster Vorsitzender des Ethikkomitees wurde 2006 der heutigen Präsident des Internationalen Leichtathletik-Verbandes, Sebastian Coe, installiert. Coe sagte damals, „Ethik und Moral des Sports müssen für künftige Generationen bewahrt werden.“ Tatsächlich führten erst öffentlicher Druck und die Ermittlungen der amerikanischen Bundespolizei Jahre später zu Verfahren gegen die Fifa-Führung unter Blatter. Unter Hans-Joachim Eckert, damals bayerischer Richter und seit 2012 Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer des Ethikkomitees, wurden Blatter, der frühere Präsident der Europäischen Fußball-Union, Michel Platini, und Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke gesperrt.

          Eckert und der Vorsitzende der Untersuchungskammer des Ethikkomitees, der Schweizer Anwalt Cornel Borbély, hätten im vergangenen Jahr wiedergewählt werden wollen. Vor dem Kongress der Fifa in Bahrein unter ihrem Präsidenten Gianni Infantino im Mai 2017 wurde ihnen mitgeteilt, dass sie nicht zur Wiederwahl nominiert würden. Eckert sagte damals, das bedeute das Ende des Reformprozesses der Fifa, Borbély sprach davon, dass der Ethikkodex nunmehr ein „totes Blatt Papier“ sei. Zudem wurde in Bahrein der Portugiese Miguel Maduro als Vorsitzender der Governance-Kommission abberufen. In der Folge traten Mitglieder des Governance-Rates der Fifa zurück. „Wir sehen, dass die Welt des Fußballs sich nicht selbst regulieren kann“, sagte Maduro der Frankfurter Allgemeinen Zeitung damals.

          Die Revision des Papiers wurde unter der neuen Spitze des Ethikkomitees, Vassilios Skouris (Griechenland) und Maria Claudia Rojas (Kolumbien), ausgearbeitet und vom Fifa-Rat verabschiedet. Dass interne Kritik an der Fifa unter Infantino nun lebendiger wird? Der Fifa-Präsident feierte sich jüngst beim Fifa-Kongress vor dem Beginn der Weltmeisterschaft in Russland dafür, die „klinisch tote“ Fifa wiederbelebt zu haben. Wer daran öffentlich zweifeln möchte, sollte zumindest einen Blick in den revidierten Ethikkodex werfen, sofern er daran gebunden ist. Denn eine wesentliche Neuerung des Werks findet sich in Artikel 22 Absatz 2. Künftig muss mit Ermittlungsverfahren rechnen, wer sich öffentlich „in diffamierender Weise gegenüber der Fifa und/ oder jeder anderen Person, die an diesen Kodex gebunden ist, im Kontext von Fifa-Veranstaltungen äußert“.

          Konkreter wird es nicht. Die Fifa ließ dazu wissen, leider sei „die Welt des Fußballs nicht immun gegen Verhaltensweise die darauf abzielen, den Ruf anderer zu beschädigen“. Es gehe dabei nicht nur um den Schutz der Fifa, sondern aller Personen, die von dem Kodex betroffen sind. In welcher Weise nun üble Nachrede von Fifa-Funktionären verfolgt wird, bleibt allerdings ebenfalls verborgen. Neu ist auch die Möglichkeit, Verfahren durch einvernehmliche Deals zu beenden, sofern es nicht um Bestechung, Untreue und Spielmanipulation geht. Gleichwohl: Es sei darum gegangen, teilte die Fifa mit, der Transparenz größere Möglichkeiten zu garantieren.

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