https://www.faz.net/-gtl-xxb8

Fußball-Weltmeisterschaften : Russland ist 2018 Gastgeber, Qatar 2022

  • -Aktualisiert am

Der erste von zwei Umschlägen: Fifa-Präsident Blatter macht Russland zum WM-Gastgeber 2018 Bild: dapd

Im Jahr 2018 findet die Fußball-WM in Russland statt. Vier Jahre später wird überraschend in Qatar gespielt. Das entschied die Fifa. Während Russland solch eine WM zugetraut wird, begleitet die Kür Qatars Zweifel - nicht nur wegen des Klimas.

          3 Min.

          Die erste große Entscheidung des Tages wurde am Donnerstagnachmittag um 16.37 Uhr in der Zürcher Messe von Joseph Blatter, dem Präsidenten des Internationalen Fußballverbandes (Fifa), bekanntgegeben. Sie war von vielen erwartet worden: Russland richtet die Weltmeisterschaft 2018 aus - eine Premiere für das riesige Land im Osten Europas. Igor Schuwalow, der stellvertretende russische Ministerpräsident, freute sich inmitten der begeisterten Delegation seines Landes kurz und knapp: „Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen“, rief er den 22 Wahlmännern vom Fifa-Exekutivkomitee zu. „Sie werden es nicht bereuen, lassen Sie uns gemeinsam Geschichte schreiben.“

          Sieben Minuten nachdem einer der Favoriten auf die Ausrichtung der WM 2018 am Ziel war, verkündete Blatter die Überraschung des Tages: Der Ministaat Qatar bekommt 2022 die Mammutaufgabe übertragen, erstmals eine Weltmeisterschaft in der Wüste zu präsentieren. Das wird sicher eine besonders heiße Angelegenheit in den Sommermonaten Juni und Juli.

          Emir Scheich Mohammad bin Hamad al-Thani, auch Fußballpräsident seines Landes, rief den teils konsternierten Zuhörern im Messesaal, darunter das deutsche Exekutivkomiteemitglied Franz Beckenbauer, zu: „Danke, dass Sie an den Wandel glauben. Wir werden Sie nicht enttäuschen. Die Fifa hat eine mutige Entscheidung getroffen. Wir werden mit Vorurteilen aufräumen. Wir haben ein Rendezvous mit der Geschichte.“

          Wenig später holt der Fifa-Präsident überraschend Qatar auf dem Umschlag für die WM 2022
          Wenig später holt der Fifa-Präsident überraschend Qatar auf dem Umschlag für die WM 2022 : Bild: AFP

          Während Russland zugetraut wird, eine stimmungsvolle Weltmeisterschaft bei sich inszenieren zu können, wird die Kür Qatars von vielen Zweifeln begleitet. Blatter gab sich am Donnerstag namens der Fifa im kalten Zürich offiziell „glücklich“ darüber, mit der Weltmeisterschaft in zwei neuen Gastgeberländern Station machen zu können. Im Fall Qatar täuschten seine Worte aber nicht darüber hinweg, dass dadurch die Kritik an der durch die Korruptionsaffären der jüngsten Zeit ohnehin ramponierten Fifa weiter wachsen wird, zumal Qatar im offensichtlich wertlosen Evaluierungsreport der Fifa wegen seiner geringen Größe und seiner klimatischen Extrembedingungen als ein Ausrichter mit hohem Risikofaktor zertifiziert wurde.

          Neues Russland, neues Geld, neuer Markt

          Schwer geschlagen waren am Ende einer langen Prozedur England, Spanien/Portugal und Holland/Belgien, die sich Hoffnungen für 2018 gemacht hatten, aber auch die Vereinigten Staaten, Australien, Südkorea und Japan, die so gern in den Genuss der Gastgeberrolle für die Titelkämpfe 2022 kommen wollten. Von Qatar abgehängt worden zu sein - daran hatte die Supermacht Amerika zu schlucken. Präsident Barack Obama kritisierte die Vergabe des Turniers nach Qatar sogar als „falsche Entscheidung“ der Fifa, nachdem das Exekutivkomitee im vierten und entscheidenden Wahlgang mit 14 zu 8 Stimmen für das Emirat votiert hatte. Für das Fußball-Mutterland England war es gleichfalls ein deprimierender Abend. Die Bewerbung, der David Beckham als Botschafter sein Gesicht in Zürich gab, schied mit nur zwei Stimmen bereits im ersten Wahlgang aus.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán (links) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nehmen am 24. September 2020 in Brüssel an einem Treffen der Visegrad-Gruppe teil.

          Streit mit Polen und Ungarn : Kulturkrieg in der EU

          Der Streit zwischen Brüssel und den Regierungen in Polen und Ungarn geht ans Eingemachte. Die EU muss einen politischen Konflikt als Frage des Rechts verhandeln. Das ist unbefriedigend, aber unvermeidlich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.