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Fußball und Gewalt : Schockierte Minister

Diskussionsbedarf: Innenminister Friedrich mit Sportfunktionärm Bach und Ministerin Taubert Bild: dapd

Bekämpfung von Gewalt, Alkoholverbote in Stadien, Bezahlung der Polizeieinsätze durch Vereine, Beteiligung der Länder an den Nada-Kosten: Die Sportminister der Länder hatten einiges zu besprechen.

          Der Profifußball soll sich auch finanziell stärker für die Bekämpfung von Gewalt engagieren. Diese Konsequenz steckt in der einstimmigen Forderung der Sportministerkonferenz (SMK) vom Freitag, dass der Runde Tisch am 14. November bei Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich in Berlin konkrete Ergebnisse von der Prävention bis zu Sanktionen einschließlich der Finanzierung vorlegen solle. Neun der sechzehn Minister werden als Innenminister Teilnehmer des Runden Tisches zur Neufassung des Nationalen Konzeptes für Sport und Sicherheit sein.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          „Am Ende müssen Vereine als Unternehmen begreifen, dass ihre Spiele durch Gewalt gestört werden und Sponsoren sich zurückziehen“, mahnte Friedrich. Die Fanbetreuung solle auf Ultras erweitert werden. „Wenn alles nichts hilft“, sagte er, „brauchen wir ordnungspolitische Maßnahmen.“ Wegen der Gewalteskalation im Fußball sei sie „schockiert und wütend“, sagte Heike Taubert, als thüringische Sozial- und Familienministerin Vorsitzende der SMK und Gastgeberin in Weimar. Sie persönlich, sagte sie, sei dafür, das Alkoholverbot, das sie und ihre Kollegen für den öffentlichen Nahverkehr fordern, auf Fußballstadien auszudehnen.

          Absage an Einsatzbezahlung

          Holger Stahlknecht, Innenminister von Sachsen-Anhalt, reiste aus Weimar nach Magdeburg, um sich über den Fall des Fußballprofis Daniel Bauer zu informieren, der derart bedroht wurde, dass er Klub und Stadt fluchtartig verlassen hat. „Fußball muss so sein, dass ein Familienvater mit seinen Kindern ohne Angst hingehen kann“, sagte der Politiker. „Wir müssen mit den Stadionbetreibern hart verhandeln und sie an den Kosten beteiligen.“

          Der Forderung, den Fußball auch für Polizeieinsätze zahlen zu lassen, erteilten die Minister der Länder ebenso wie Friedrich eine Absage. Der Berliner Innensenator Erhard Körting wies darauf hin, dass im Profifußball Prävention weitgehend funktioniere. „Wir brauchen Polizei insbesondere dort, wo keine Finanzkraft ist“, sagt er unter Hinweis auf den fünftklassigen Berliner FC Dynamo. „Zum Teil können die kleinen Klubs gar nichts für ihr Publikum.“

          Friedrich will Länder und Wirtschaft dazu gewinnen, mindestens die eine Million Euro aufzubringen, die der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) von 2013 an deshalb fehlen wird, weil der Bund seine Anschubfinanzierung von einer Million Euro im Jahr einstellt. Deshalb lädt er zu einem weiteren Runden Tisch im kommenden Jahr ein. Ministerin Taubert erwiderte, dass der Bund die Nada weiter finanzieren solle. „Das ist keine Last, die die Länder zu tragen haben.“

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