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Fußball-Schiedsrichter Fischer : Strafanzeige nach Attacke

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Nach der Attacke geschockt: Fußball-Schiedsrichter Christian Fischer Bild: dapd

Nach der Attacke im Testspiel Fortuna Düsseldorfs gegen Benfica Lissabon stellt der betroffene Fußball-Schiedsrichter Christian Fischer Strafanzeige gegen den Spieler Luisao. Die uneinsichtigen Portugiesen werfen dem Referee Schauspielerei vor.

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          Nach der skandalösen Attacke war Schiedsrichter Christian Fischer immer noch völlig geschockt. „So etwas habe ich in meiner 20-jährigen Tätigkeit als Schiedsrichter noch nicht erlebt. Mich hat es im wahrsten Sinne des Wortes umgehauen, weil man mit so etwas nicht rechnet“, sagte der 42 Jahre alte Oberstudienrat aus Hemer an diesem Sonntag. Am Tag zuvor wurde der Referee beim Testspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Benfica Lissabon vom portugiesischen Kapitän attackiert und zu Boden gestoßen.

          Fischer war kurz bewusstlos und erlitt eine Gehirnerschütterung. Doch Übeltäter Luisao ist sich keiner Schuld bewusst. Benficas Kapitän wies alle Schuld von sich und beteuerte im Vereinsportal, er habe „keine Aggressionsbewegung“ gemacht“, sondern sich lediglich schützend vor den Schiedsrichter gestellt. Fußballdirektor Antonio Carraca zeigte sich ebenfalls uneinsichtig. „Wir sind skeptisch über das Verhalten des Schiedsrichters. Sie (die Deutschen) müssen verstehen, dass im Fußball die Spieler im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen sollten.“ Die Partie sei nach einer bedauerlichen Theaterszene des Schiedsrichters abgebrochen worden.

          Der Unparteiische beendete das Spiel in der 40. Minute und wurde vom Düsseldorfer Mannschaftsarzt behandelt. „Als mir klar wurde, dass mich ein Spieler angegriffen hat, war klar, dass das Spiel nicht weitergeht“, sagte Fischer. Empört war er über die Reaktionen der Benfica-Delegation, die sich noch nicht einmal in irgendeiner Form entschuldigt hat. „Ich habe Bilder gesehen, auf denen sich die Portugiesen noch lustig machen. Das hat dem Ganzen die Krone aufgesetzt“, meinte Fischer.

          Düsseldorfer sind verärgert

          Der Schiedsrichter wird Strafanzeige wegen Körperverletzung stellen und einen Sonderbericht an den DFB schicken. Der deutsche Verband fühlt sich sportrechtlich allerdings nicht zuständig. „Die Zuständigkeit für diesen Fall liegt bei der portugiesischen Sportgerichtsbarkeit“, erklärte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker. In Düsseldorf war man nach dem neuerlichen Zwischenfall erschüttert. „Das ist das Schlimmste, was ich je im Fußball erlebt habe. Auch wenn wir als Fortuna völlig unbeteiligt sind, ist es deprimierend mit so etwas in Verbindung gebracht zu werden“, sagte Fortunas Vorstandsvorsitzender Peter Frymuth. „Ich bin entsetzt, dass ein Champions-League-Teilnehmer so auftritt“, sagte der Clubchef, der sich wegen der Vorfälle an den europäischen Fußballverband Uefa wenden will. „Wir hoffen sehr, dass das Folgen haben wird“, sagte Frymuth.

          Der Schlag: Luisao streckt Schiedsrichter Fischer in einem Testspiel nieder ... Bilderstrecke

          Die Darstellung der portugiesischen Delegation war für die Düsseldorfer nicht nachvollziehbar. „Wenn so ein Schrank auf den Schiedsrichter zugelaufen kommt und ihn checkt, ist klar, wie das ausgeht“, meinte Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz, der unmittelbar daneben stand. Für die Düsseldorfer sollte es der letzte sportliche Test vor dem Pflichtspielstart am kommenden Wochenende sein. „Unsere Generalprobe wurde außer Kraft gesetzt, das stört unsere Vorbereitungen extrem“, sagte Trainer Norbert Meier.

          Um die Zuschauer ein wenig zu unterhalten, gab es dann in der zweiten Halbzeit ein Spiel zwischen zwei Fortuna-Teams. Wieder gab es negative Nachrichten aus Düsseldorf. Das DFB-Sportgericht hatte erst am Freitag als Reaktion auf den Platzsturm im Relegationsspiel um den Aufstieg in einer Berufungsverhandlung entschieden, dass der Aufsteiger in den ersten beiden Heimspielen der neuen Saison jeweils 25.000 Heim- und maximal 5.000 Gäste-Fans zulassen darf.

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