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Fußball : Schalke liegt Raúl zu Füßen

  • Aktualisiert am

Bescheidener, erfolgreicher Superstar: der Spanier Raúl Bild: ddp

Neuzugang Raúl hat mit dem FC Schalke das Vorbereitungsturnier in Gelsenkirchen gewonnen und gleich als Doppel-Torschütze geglänzt. Rang drei belegte der Hamburger SV, der den 1. FC Köln mit 3:0 besiegte.

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          Als der Weltstar sich die Ehre gab, wurden die Mitspieler zu Fans. Nach dem Traum-Debüt der spanischen Torjägerlegende Raul für den deutschen Vizemeister Schalke 04 beim Liga-total-Cup im eigenen Stadion erstarrten die neuen Teamkollegen vor Ehrfurcht. „Raul den Ball zu geben, ist so, als würde man sein Geld einer Schweizer Bank anvertrauen“, sagte Ivan Rakitic voller Bewunderung über den Spanier, dem beim 3:1-Sieg im Finale gegen den deutschen Meister Bayern München gleich ein Doppelpack in der 25. und 33. Minute gelungen war. Das dritte Schalker Tor erzielte Edu (27.). Deniz Mujic hatte die Bayern in Führung gebracht.

          Während Raul sich sympathisch, höflich und gleich auch wieder enorm torgefährlich zeigte, trauten sich die anderen Spieler kaum, ihm in die dunklen Augen zu schauen. „Mit so einem mal zu spielen, davon habe ich mein Leben lang geträumt“, sagte Alexander Baumjohann und ergänzte: „Bisher kannte ich ihn nur von der Playstation.“

          Langgezogene Rauuuuul-Sprechchöre für den Mann mit der Nummer 7

          Das Idol selbst dagegen ist tatsächlich so bescheiden und freundlich, wie es ihm immer zugeschrieben wurde. „Ich freue mich sehr, dass ich hier so warmherzig empfangen worden bin. Vor allem die Zuwendung der Fans habe ich sehr genossen“, sagte der 33 Jahre alte Stürmerstar, der bei Real Madrid Legendenstatus besitzt. 228 Tore in 550 Ligaspielen sprechen für sich.

          Sie haben ihren neuen Helden: Blau-Weiß feiert Raúl

          Die Schalker Fans begrüßten Raul wie einen Heilsbringer. Beinahe jeder Ballkontakt wurde von 30.000 Zuschauern bejubelt, langgezogene Rauuuuul-Sprechchöre gab es im Minutentakt, Hunderte trugen schon die Nummer 7 auf dem Rücken. Vielleicht, das ist die Hoffnung, führt Raul die Königsblauen ja zum ersten Meistertitel seit 1958. „Die Stimmung war sehr gut“, sagte Raul dann auch brav, „ich war freudig überrascht.“ Und Schalkes Trainer Felix Magath sah keinen Anlass, die Euphorie um seinen Königstransfer zu bremsen. „Sein Pass zum zweiten Tor war genial“, sagte Magath nach dem 2:1 im Halbfinale gegen den Hamburger SV.

          Ein Doppelpack gegen die Bayern zum Auftakt

          24 Stunden später setzte der Spanier noch einen drauf und ließ im Endspiel gegen Bayern München (3:1) einen Doppelpack inklusive Traumtor folgen. Nicht einmal eine Woche nach Bekanntgabe seines Wechsels hatte Raul bewiesen, was sowieso niemand bezweifelte: Der Spanier wird eine Top-Verstärkung sein und dem Schalker Spiel eine neue Qualität verleihen. Dabei ist er noch gar nicht richtig im Training. „Ich muss jetzt versuchen, sehr hart zu trainieren und so schnell wie möglich topfit zu werden“, sagte er. Der Eindruck ist: Die Abwehrreihen in der Bundesliga müssen sich warm anziehen.

          Für Raul beginnt nun die Eingewöhnung. Gelsenkirchen statt Madrid, das muss erst einmal verdaut werden. Wohnen wird Raul im Ruhrpott jedenfalls nicht - er hat mit seiner Ehefrau Mamen Sanz und den fünf Kindern, die er allesamt nach Fußball-Stars benannt hat, ein Haus in Düsseldorf bezogen. Auf der Straße werden seine neuen Teamkollegen ihm also nicht begegnen.

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