https://www.faz.net/-gtl-a9ag9

Die Fußball-Regelecke : Hand ist nicht immer Hand

Immer wieder heftig diskutiert: die Handspiel-Regel. Bild: dpa

Die umstrittene Hand-Regel im Fußball wird mal wieder angepasst. Fifa-Chef Infantino jubelt schon, doch Unschärfen bleiben. Nicht jedes Handspiel ist zu ahnden.

          2 Min.

          Hand ist Hand, außer es war nicht so gemeint. Oder es ist nichts passiert. Beim Versuch, die Fußball-Welt wieder ein bisschen einfacher und damit vielleicht auch besser zu machen, haben die Regelhüter des International Football Association Board (Ifab) einmal mehr wohlmeinende Anpassungen an ihrem Regelwerk vorgenommen. „Wir tragen dazu bei, das Spiel für die nächsten Jahre besser zu gestalten“, versprach anschließend Gianni Infantino, der Präsident des Weltfußballverbandes (Fifa).

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Im Grundgesetz des internationalen Fußballs ist unter Regel 12 definiert, wann ein Vergehen beim Handspiel vorliegt. Bisher unter anderem dann, „wenn ein Spieler oder ein Mitspieler den Ball mit der Hand/dem Arm berührt (ob absichtlich oder nicht) und unmittelbar danach ins gegnerische Tor trifft oder zumindest zu einer Torchance kommt.“

          Nun erklärte das Ifab, ein versehentliches Handspiel, das zur Torerzielung oder einer Torchance eines Mitspielers führt, solle nicht mehr als Vergehen gewertet werden. Die Anpassung dieser „Unbeabsichtigt-Regel“, die erst 2019 eingeführt worden war, bezeichnete Infantino als „bedeutendste“ Änderung. „Es ist nicht unangenehm, wenn wir Dinge klarstellen. Es zeigt, dass wir zuhören“. Ein unbeabsichtigtes Handspiel eines Torschützen dagegen soll weiter als Handspiel geahndet werden auch wenn er zum Beispiel angeschossen wird, und der Ball vom Arm ins Tor fliegt.

          Die vorherigen Regeländerungen hatten den Schiedsrichtern eigentlich objektivere Kriterien an die Hand geben sollen, doch sie wurden seit ihrer Einführung sehr kontrovers diskutiert. Es fehlte an Einheitlichkeit in der Anwendung. Und dadurch kam es immer wieder zu Kritik bis hin zur resignierten Erkenntnis manches Fußball-Spielers, dass er das Reglement nicht mehr verstehe. Nun soll durch die neuerlicher Regelkorrektur wieder mehr Klarheit geschaffen werden.

          Nur, wenn der Spieler den Ball absichtlich mit der Hand oder dem Arm spielt, wozu die Schulter ausdrücklich nicht gehört, liegt ein strafbares Handspiel vor. Oder, wenn der Spieler seine Körperfläche „unnatürlich“ vergrößere. Dies ist nach Regelwerk dann der Fall, wenn die Position der Arme und Hände keine nachvollziehbare Folge der Körperbewegung des Spielers sei.

          Die Bewertung, welche Bewegung natürlich ist und welche nicht, liegt weiterhin im Ermessen der Schiedsrichter. Die neuen Regeln treten ab dem 1. Juli in Kraft, doch Verbände haben auch die Möglichkeit zur früheren Einführung. Es könnte also während der Übergangszeit sein, dass in dem einen Verband ein Handspiel noch geahndet wird, während es im anderen schon als unbeabsichtigte Vorlage freigesprochen wird. Ob das zur Klarheit beiträgt? Generell gilt aber laut Infantino als wichtigste Regel, „dass der Fußball mit den Füßen gespielt wird“.

          Weitere Themen

          Auf der Suche nach Vertrauen

          SV Wehen Wiesbaden : Auf der Suche nach Vertrauen

          Es war nicht das erste Mal, dass Trainer Rehm von der sportlichen Führung hinterfragt wurde. Nach der Trennung bastelt der SV Wehen Wiesbaden an seiner Zukunft.

          Topmeldungen

          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht Bundeskanzlerin Angela Merkel die Entlassungsurkunde am Dienstag im Schloss Bellevue

          Entlassungsurkunde für Merkel : Am Ende einer Kanzlerschaft

          Der Bundespräsident würdigt die Amtszeit von Angela Merkel als „beispielgebend“. So verabschiedet er die Kanzlerin – und bittet sie, noch ein bisschen weiterzumachen.
          Auch ein Boykott von öffentlichen Veranstaltungen löst keine Probleme: Fachbesuchertag auf der Frankfurter Buchmesse.

          Muslimisch-jüdische Kolumne : Demokraten müssen das aushalten

          In einer liberalen Demokratie gibt es keine „safe spaces“: Warum wir unsere ursprüngliche Forderung, rechte Verlage von der Frankfurter Buchmesse auszuladen, korrigieren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.