https://www.faz.net/-gtl-7i7xv

Fußball-Regelecke : Warum droht Deutschland eine WM-Hammergruppe?

  • Aktualisiert am

Bei der EM 2012 ließen sich die Deutschen von Holland, Portugal und Dänemark nicht aufhalten Bild: REUTERS

Deutschland droht bei der Fußball-WM 2014 eine schwere Gruppe. Schuld daran ist das Setzsystem der Fifa. Die Regelecke erklärt, warum schon früh die Niederlande, England oder Frankreich warten können.

          2 Min.

          Das kann knifflig werden: Im Endspurt der WM-Qualifikation sind für Bundestrainer Joachim Löw nicht nur die Ergebnisse der deutschen Fußball-Nationalmannschaft von Bedeutung. Gibt es im Oktober durch die Resultate der Konkurrenz keine Veränderungen in der Fifa-Weltrangliste, droht dem DFB-Team bei der Gruppenauslosung am 6. Dezember eine Hammergruppe.

          Die Wahrscheinlichkeit auf ein Duell mit den Niederlanden, Frankreich oder England in der Vorrunde liegt derzeit bei fast 40 Prozent. Der Weltverband Fifa nimmt die Weltrangliste vom 17. Oktober als einziges Kriterium für sein Setzsystem der WM-Gruppenköpfe. Deutschland hat einen solchen Platz als Weltranglisten-Dritter sicher - unabhängig vom Ausgang der letzten Partien in der Gruppe C am Freitag gegen Irland (20.45 Uhr / Live im Länderspiel-Ticker bei FAZ.NET) und vier Tage später gegen Schweden in Stockholm (Dienstag, 15. Oktober, 20.45 Uhr).

          Starke Konkurrenten wie Holland (Platz 9) oder auch Jürgen Klinsmanns amerikanisches Team (13.) brauchen einen erfolgreichen Schlussspurt, um noch in die Top 7 vorzudringen. Neben dem DFB-Team und dem automatisch gesetzten Gastgeber Brasilien wären nach heutigem Stand Spanien, Argentinien, Italien, Kolumbien, Belgien und Uruguay gesetzt. Keine Chance mehr auf einen Platz als Gruppenkopf haben hingegen Engländer (17.) und Franzosen (25.).

          Früher hatte die Fifa auch das Abschneiden bei vergangenen WM-Turnieren als Kriterium herangezogen. Kolumbien und Belgien, 2010 in Südafrika nicht dabei, hätten dann keine Chance gehabt, der WM-Zweite Niederlande sich hingegen keine Sorgen machen müssen.

          Leichte Gruppe mit Griechenland, Chile und Honduras

          Die weiteren drei Lostöpfe bei der Zeremonie im Ferienort Costa do Sauípe werden nach regionalen und sportlichen Kriterien von der Fifa am 3. Dezember gebildet. Nach derzeitigem Stand dürften acht Teams aus Europa in einen Topf kommen, ein weiterer würde gebildet werden aus vier Teams aus Asien und vier Teams aus Nord- und Mittelamerika. Im vierten Topf wären dann die fünf Vertreter aus Afrika, zwei Südamerikaner und das verbliebene 13. Europa-Team - vorausgesetzt Neuseeland und Jordanien scheitern im November in ihren Playoffs gegen Teams aus Mittel- und Südamerika.

          Läuft es für die Löw-Auswahl günstig, könnten Griechenland, Chile und Honduras leichte Gegner sein, sofern sich diese Teams überhaupt qualifizieren. Allerdings wäre eben auch im schlechten Fall eine extrem schwere Gruppe mit Holland, den Vereinigten Staaten und der Elfenbeinküste möglich.

          Heiße Spiele in Gruppe G, Abkühlung in Gruppe C

          Umso wichtiger wird für Löw eine bestmögliche Planung des logistisch schwierigen Turniers im Riesenland Brasilien mit langen Flugstrecken und klimatisch extremen Bedingungen. Erst nach der Auslosung will sich der Bundestrainer für ein WM-Hauptquartier entscheiden.

          Dieses wird auch von den Vorrunden-Spielorten abhängen. In der Gruppe G würde Deutschland die drei Partien in Salvador, Fortaleza und Recife und damit ausschließlich in heißen Küstenorten bestreiten. Als Kopf der Gruppe C hingegen wären Belo Horizonte, Brasilia und Cuiaba im klimatisch gemäßigteren Landesinneren die DFB-Ziele. In der Gruppe E hingegen müssten sich Philipp Lahm und Co. auf Brasilia, Salvador und den extrem heißen Urwald-Ort Manaus einstellen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Proteste in Hongkong : China setzt auf Konfrontation

          Der Hass auf Peking hat eine radikale Eigendynamik entwickelt. In Hongkongs Jugend wächst die Sehnsucht nach einer eigenen Nation. Für alle Seiten droht ein bitteres Ende.
          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Interview zu Shitstorms : #HASS im Netz

          Nutzer überschwemmen seit Jahren Konzerne, Politiker und Privatpersonen mit empörten Kommentaren. Ein Wissenschaftler erklärt, ob man Shitstorms mit mittleralterlichen Prangern vergleichen kann und ob Klarnamen helfen würden.
          Der Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China wird nach Ansicht von Fachleuten auf absehbare Zeit im Zentrum des Interesses an der Wall Street stehen.

          Wall Street : Die Skepsis am China-Abkommen wächst

          Im Handelskonflikt zwischen Amerika und China haben Börsianer wenig Hoffnung auf wirkliche Fortschritte. Der positive Auftakt der Bilanzsaison sorgt zwar für etwas Erleichterung – doch sind noch viele Fragen offen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.