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Fußball der Frauen : Nationaltorhüterin Schult will spielende Mutter werden

Fliegende Mutter? Nationaltorhüterin Almuth Schult will nach einer Babypause wieder Bälle halten. Bild: Picture-Alliance

Die Pause von Almuth Schult fällt länger aus als geplant – aus einem schönen Grund: Die Nationaltorhüterin will nach einer Babypause ins Tor zurückkehren. Im DFB-Team wäre sie die erste Mutter seit Zeiten der heutigen Bundestrainerin.

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          Almuth Schult, Torhüterin des VfL Wolfsburg und der deutschen Nationalmannschaft, wird vorerst nicht zwischen die Pfosten zurückkehren: Die 28-Jährige, die sich nach einem Eingriff an der Schulter im Anschluss an die Weltmeisterschaft im vergangenen Sommer in der Rehabilitationsphase befindet und ursprünglich in der Rückrunde wieder zum Einsatz kommen wollte, wird im kommenden Jahr Mutter.

          Ihre Karriere möchte Schult, deren Vertrag beim VfL Wolfsburg noch bis Ende Juni 2022 läuft, derweil nach der Babypause fortsetzen. „Mein Plan ist es, auf den Platz zurückzukehren“, so Schult.

          Erste Mutter seit Voss-Tecklenburg?

          Sollte es soweit kommen, dürfte die Schlussfrau zumindest bei ihrer Nationaltrainerin besondere Unterstützung finden. Schult wäre schließlich die erste öffentlich bekannte Mutter im DFB-Trikot seit Spielerinnenzeiten von Martina Voss-Tecklenburg, deren Nationalmannschaftskarriere im Jahr 2000 zu Ende gegangen war.

          „Das ist eine tolle Nachricht. Wir freuen uns sehr für Almuth und ihren Mann und wünschen beiden das Allerbeste“, sagte die Bundestrainerin. „Selbstverständlich bekommt Almuth jede Unterstützung von uns, die sie braucht, wenn sie nach der Geburt ihre sportliche Laufbahn fortsetzt. Jetzt steht aber erst mal im Mittelpunkt, dass Schwangerschaft und Geburt problemlos verlaufen und der Nachwuchs gesund zur Welt kommt."

          Den DFB würde eine spielende Mutter vor neue Herausforderungen stellen, da es bisweilen mangels Notwendigkeit kein Betreuungskonzept für Spielerinnenkinder gibt. Schult wäre vermutlich die geeignete Vorkämpferin für die Rechte spielender Mütter. Erst im Frühjahr hatte sie in einem Interview mit der F.A.Z. scharfe Kritik am DFB geübt und klare Forderungen an den Verband gestellt.

          Voss-Tecklenburg hatte der F.A.Z. vor vier Jahren einmal ihre Schwierigkeiten als spielende Mutter erläutert mit ihrer beim Karriereende sechs Jahre alten Tochter Dina. „Im DFB gab es damals noch keine Unterstützung, ich durfte Dina auch nie mitnehmen zu Lehrgängen“, sagt sie. „Das war belastend, weil ich mit schlechtem Gewissen im Bus saß, wenn sie vorher beim Abschied geweint hatte.“ Ein verfrühtes Karriereende sei für die 125-malige Nationalspielerin deshalb ständig ein Thema gewesen.

          Der DFB sicherte damals auf Anfrage zu, dass man im Falle einer Mutter im Nationalteam heutzutage mehr Engagement zeigen werde. Damals war die Frage auf ein mögliches Comeback von Lira Alushi nach einer Babypause bezogen. „Wenn Lira wieder in der Nationalmannschaft spielen möchte, werden wir sie und ihre Familie dabei voll unterstützen“, versprach Doris Fitschen, damals als Managerin des Nationalteams. Die mittlerweile zweifache Mutter Alushi beendete freilich ihre Karriere.

          Selbst in der Bundesliga ist derzeit keine spielende Mutter bekannt. Populäre Spielerinnen wie Nia Künzer, Celia Sasic oder Conny Pohlers beendeten erst ihre Karriere, ehe sie sich ihrer Familienplanung widmeten.

          Amerikanische Kinder auf Siegerfotos

          In anderen Nationen wird das Thema schon lange deutlich professioneller behandelt. Beim amerikanischen oder norwegischen Team reiste zu großen Turnieren oder Trainingslagern in der Vergangenheit Betreuungspersonal mit. So gibt es schon Bilder von Siegerehrungen bei Turnieren, auf denen fast ein halbes Dutzend amerikanischer Spielerinnenkinder auf dem Siegerfoto zu sehen sind. Beim WM-Erfolg im Sommer in Frankreich stand jedoch nach Angaben des amerikanischen Fußballverbands keine Mutter auf dem Feld. Das könnte sich freilich bald wieder ändern: Auch Superstar Alex Morgan hat kürzlich bekanntgegeben, dass sie schwanger sei.

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