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Leserumfrage : Schweinsteiger soll Kapitän werden

Autorität auf dem Fußballplatz: Bastian Schweinsteiger Bild: AFP

Wir haben die Leser gefragt, wer Nachfolger von Philipp Lahm werden soll. Ihre Antwort ist eindeutig. Aber was sollte den Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft eigentlich auszeichnen?

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          Bastian Schweinsteiger wird Nachfolger von Philipp Lahm als Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft - das wünschen sich zumindest die Leser von FAZ.NET. Fünf Kandidaten hatten wir zur Wahl gestellt, der erfahrene Mittelfeldspieler von Bayern München vereinte mit 34 Prozent der Stimmen die meisten Fußballfans hinter sich.

          Folgt man dem Abstimmungsverhalten der gut 7500 Teilnehmer unserer Umfrage, wären Torwart Manuel Neuer und Dortmunds Abwehrspieler Mats Hummels Schweinsteigers Ko-Kapitäne - sie sammelten je 23 Prozent der Stimmen. Sami Khedira (8 %) und Thomas Müller (7 %)  fielen ebenso wie andere Kandidaten (5 %) nicht weiter ins Gewicht.

          Wer wird sein Nachfolger? Philipp Lahm legt die Kapitänsbinde ab

          Doch was sollte den Auserwählten eigentlich auszeichnen? Ist der Kapitän einer Fußball-Mannschaft eine Art Klassensprecher? Einer, der gut kicken kann, aber auch einen Kopf zum Denken hat, der zudem die Mannschaft mitreißen und für sie sprechen kann? Einer, der Autorität auf dem Platz ausstrahlt, aber auch außerhalb der Kreidelinie was zu sagen hat? Einer, der die meisten Stimmen als erster unter Gleichen auf sich vereint? Muss er Liebling der Fans sein? Oder eher Vertrauter des Trainers?

          Betrachtet man die Liste der deutschen National-Mannschaftskapitäne, kommt man zu dem Ergebnis, dass so ziemlich jeder Typ geeignet ist. In der Geschichte des Fußball-Nationalteams haben bislang nicht weniger als 118 Spieler die Kapitänsbinde getragen - 43 allerdings nur ein einziges Mal, darunter Spieler mit begrenzter Strahlkraft wie Heiko Westermann oder Christian Ziege.

          Ins kollektive Gedächtnis sind dagegen Männer eingegangen, die mindestens 20 Mal das Team als Anführer aufs Feld geführt haben, Haudegen wie Berti Vogts oder Willi Schulz (beide je 20 Einsätze als Kapitän), Helden wie Fritz Walter (30) oder Uwe Seeler (40), Stürmische Typen wie Karl-Heinz Rummenigge (51) und Jürgen Klinsmann (36). Nur ein Torwart hat es übrigens längerfristig zum Chef auf dem Platz gebracht - Oliver Kahn (50).

          Deutscher Rekord-Kapitän ist und bleibt für lange Zeit Lothar Matthäus (75), der letzte Vertreter des „klassischen Leitwolfs“, gefolgt von „Capitano“ Michael Ballack (55) und dessen Erben Philipp Lahm (53) - der von Ballack die Binde erst geerbt und dann nicht mehr zurückgegeben hat. Doch über allen thront der Kaiser und ewige Kapitän des deutschen Fußballs, obwohl er das Team tatsächlich nur 50 Mal angeführt hat - Franz Beckenbauer.

          Nun wird über das Amt des Kapitäns aber nicht abgestimmt - nicht einmal unter den Spielern selbst, wie man vielleicht meinen könnte. Vielmehr ist es der Trainer, der bestimmt, wer sein verlängerter Arm auf dem Platz sein soll. Demokratie sieht anders aus, aber Fußball folgt als Spiel eben strengen Hierarchieformen.

          Was sollte Ihrer Meinung nach ein Kapitän auszeichnen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

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