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Fußball-Nationalmannschaft : Weniger verwöhnen

Den Blick nach vorne gerichtet: DFB-Teammanager Oliver Bierhoff Bild: dpa

Vor den WM-Qualifikationsspielen gegen die Färöer und Österreich bezieht die Nationalmannschaft ihr Quartier in einer Sportschule. Dies solle laut Teammanager Bierhoff ein Beleg dafür sein, dass die Spieler nicht nur im Luxus lebten.

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          Die ausführliche Aufarbeitung der Fußball-Europameisterschaft, die Joachim Löw im vergangenen Monat zum Saisonstart gegen Argentinien angekündigt hatte, wird es nicht geben – zumindest nicht öffentlich. Der Bundestrainer hat in Interviews zuletzt schon darauf verzichtet, die Niederlage gegen Italien im Halbfinale offen zu analysieren. Am Dienstag erklärte Oliver Bierhoff, dass es sich dabei innerhalb der Mannschaft um einen „Prozess“ handele, der nicht an einem Tag abgeschlossen sei, aber auf Details wollte der Manager der Nationalmannschaft auch nicht mehr eingehen. Der Blick soll nun nur noch vorne gerichtet werden – auf die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien mit dem Auftakt an diesem Freitag in Hannover gegen Färöer und am kommenden Dienstag in Wien gegen Österreich.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          In der Pauschalkritik an der Nationalelf war auch das „Verwöhnaroma“, dass die Nationalspieler umgibt, ein Thema – ein Bereich, den nicht zuletzt der Manager zu verantworten hat. „Die Überversorgung ist ein Thema, dass uns die ganze Zeit begleitet. Geht es um optimale Trainings- und Arbeitsbedingungen, dann sage ich: Nein. Aber bei anderen Dingen kann man diskutieren. Da habe ich auch ein paar Dinge aufgenommen. Aber es wird keine drastischen Änderungen geben“, sagte der Manager.

          Dass die Nationalmannschaft vor dem Auftakt ihr Quartier in der Sportschule Barsinghausen bezogen hat, wollte der Manager gerne auch als Beleg verstanden wissen, dass die Nationalspieler bei aller professionellen Vorbereitung nicht nur im Luxus lebten – die Quartierwahl konnte man so auch als ein kleines Zeichen dafür verstehen, dass die Nationalelf nach der Enttäuschung Europameisterschaft nicht einfach nach dem Motto „weiter so“ verfährt. „Es hat irgendwas gefehlt, sonst hätten wir Titel geholt“, sagte Bierhoff. „Die letzten Prozentpunkte herauszuholen, ist die Aufgabe der nächsten zwei Jahren.“

          Klare Worte vor der WM-Qualifikation: Bierhoff nimmt die Nationalspieler in die Pflicht Bilderstrecke

          Die Partie am Freitag gegen Färöer, bei dem der 500. Länderspielsieg der DFB-Historie kaum zu vermeiden sein dürfte, ist für Bierhoff daher „ein guter Auftakt für eine Qualifikationsrunde“. Ein Spielchen, um sich reinzufinden in die neuen Herausforderungen, die eigentlich die alten sind: Gruppensieger werden in der Qualifikation und dann Turniersieger in Brasilien. „Die Erwartungshaltung wird nicht abnehmen. Alle erwarten, dass wir Gruppenerster werden. Es wird von der ,Goldenen Generation‘ gesprochen und wann ein Titel gewonnen wird. Dass wir alle Turniere unter den besten Vier abgeschlossen haben, das reicht vielen noch nicht“, sagt Bierhoff. „Das sind die Erwartungen, auch zu recht – bei der Qualität.“

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