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Fußball-Nationalmannschaft : Löw holt Sam und verteidigt Gomez

  • Aktualisiert am

Auch bei seinem Comeback kein Publikumsliebling: Mario Gomez Bild: dpa

Trotz zahlreicher Ausfälle nominiert Bundestrainer Löw nur einen neuen Spieler für das EM-Qualifikationsspiel gegen Schottland nach. Kein Verständnis zeigt er für die Pfiffe der Fans gegen Gomez.

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          Joachim Löw muss schon wieder als Personal-Manager ran. „Ich brauche auf der einen oder anderen Position noch Alternativen“, sagte der Bundestrainer und sondierte die begrenzten Möglichkeiten vor dem Start in die EM-Qualifikation gegen Schottland. Drei Leistungsträger sind zurückgetreten, sechs weitere Weltmeister plagen sich mit Verletzungen.

          Mit dem nachgeholten Neu-Schalker Sidney Sam füllte Löw den ausgedünnten Kader auf 19 Akteure auf. Die Berufung eines Offensivspielers zeigt, wo gegen die Schotten der größte Bedarf gesehen wird. In der brüchigen Defensive ruhen die Hoffnungen auf einer rechtzeitigen Gesundung von Jérome Boateng für das Punktspiel am Sonntag (20.45 Uhr/RTL und im Liveticker bei FAZ.NET) in Dortmund.

          Mit seiner Verlegenheitself, die sich bei der Neuauflage des WM-Endspiels gegen Argentinien mit einem überragenden Angel Di María als zu unreif und uneffektiv erwies, übte Löw Nachsicht. „Es war schon schwierig. Viele haben gefehlt. Wir hatten nur zwei Tage Zeit“, zählte der 54-jährige Freiburger auf.

          Seine Spieler bewerteten die 2:4-Lektion vor mehr als zehn Millionen TV-Zuschauern gegen die auch ohne Lionel Messi starken Südamerikaner als „Warnschuss“, wie Manuel Neuer sagte. „Es wird auf jeden Fall ein Wachrüttler sein, dass wir gegen Schottland in die Gänge kommen“, so der Ersatzkapitän. André Schürrle (52.) und WM-Finaltorschütze Mario Götze (78.) grenzten mit ihren Toren den Schaden ein, nachdem es durch Tore von Agüero, Erik Lamela, Federico Fernández und Di María schon bedrohlich 0:4 gestanden hatte.

          Neu im Kader: Sydney Sam

          Der glücklose Stürmer Mario Gomez, der die WM verpasst und nach über einem Jahr wieder ein Länderspiel bestritten hatte, vergab am Mittwoch bei seinem Comeback drei Top-Möglichkeiten und wurde von einem Teil der 51.132 Zuschauer zum Sündenbock auserkoren. Löw verurteilte dies als unfair.

          Die naive Abwehrarbeit der Dortmunder Auswahl-Azubis Erik Durm, Matthias Ginter und Kevin Großkreutz sowie die Zurückhaltung prominenterer Weltmeister hatten mindestens genauso zur harten Bauchlandung beigetragen. „Grundsätzlich geht es einfach nicht, dass ein Spieler der deutschen Nationalmannschaft ausgepfiffen wird, nur weil er die eine oder andere Chance liegengelassen hat“, rüffelte Löw die pfeifenden Fans.

          „Ich mache mir keine Sorgen“

          Der Schalker Julian Draxler, der mit einer Oberschenkelzerrung früh vom Platz musste, fehlt gegen die Schotten und wird durch seinen neuen Vereinskollegen Sam ersetzt, der zuletzt im November 2013 beim 1:0 in England das Nationaltrikot trug. Neben Mesut Özil (Knöchel) wird auch Innenverteidiger Mats Hummels sein Heimspiel verpassen, wie der DFB am Donnerstag endgültig bestätigte. Der neue Kapitän Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira und Shkodran Mustafi stehen ohnehin nicht zur Verfügung. Und die bei einer internen Feier nach dem Spiel nochmals geehrten Philipp Lahm, Miroslav Klose und Per Mertesacker hinterlassen eine nicht rasch zu schließende Lücke.

          Trotz dieser Umbaumaßnahmen und der ersten Niederlage nach 18 ungeschlagenen Spielen ist Löw vor dem Qualifikations-Start nicht bange. „Ich mache mir keine Sorgen“, sagte der Bundestrainer zum Schottland-Spiel. „Argentinien liegt in Südamerika, nicht in Europa“, bemerkte Torwart Neuer.

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