https://www.faz.net/-gtl-13jsa

Fußball-Nationalmannschaft : Löw forciert Torhüter-Vierkampf - Frings fehlt im Aufgebot

  • Aktualisiert am

Die Qual der Wahl: Bundestrainer Joachim Löw forciert den Kampf um den Platz im Tor Bild: dpa

Bundestrainer Joachim Löw hat sein Aufgebot für die Länderspiele gegen Südafrika und Aserbaidschan bekanntgegeben. Allen vier Torhütern der Nationalelf wird zudem bis Jahresende ein Einsatz garantiert. Torsten Frings indes wurde wieder nicht eingeladen.

          3 Min.

          Keine Chance für Torsten Frings, dafür verschärfter Vierkampf um die Nummer 1: Auf der Zielgeraden der WM-Qualifikation forciert Bundestrainer Joachim Löw den Wettstreit um den Platz im Tor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Für die Testpartie gegen Südafrika am 5. September in Leverkusen (20.45 Uhr / Live im ZDF und im FAZ.NET-Länderspiel-Liveticker) erhielt Lokalmatador René Adler eine Einsatzgarantie, vier Tage später darf wieder Topfavorit Robert Enke ebenfalls vor eigenem Publikum im WM-Qualifikationsspiel gegen Berti Vogts' Aserbaidschan in Hannover ran (20.45 Uhr / Live im ZDF und im FAZ.NET-Länderspiel-Liveticker).

          Der ebenso nominierte Manuel Neuer (Schalke 04) und der diesmal überraschend nicht berufene Bremer Tim Wiese müssen sich bis zum November gedulden, wenn sie in den geplanten Testspielen gegen Chile und Ägypten ihre Bewährungschance im DFB-Tor erhalten sollen. Löw sorgt damit in der Torwart-Frage mindestens bis ins WM-Jahr 2010 für Spannung. Offen ist auch, wer in den letzten Ausscheidungs-Partien Richtung Südafrika den Vorzug bekommt - Enke scheint weiter klar die besten Karten zu haben.

          Für die beiden entscheidenden WM-Qualifikationsspiele gegen Russland in Moskau und gegen Finnland in Hamburg Mitte Oktober werde man sich in der Torwart-Frage „kurzfristig entscheiden“, betonte Löw zwar. „Wie in den letzten Qualifikations-Begegnungen ist derzeit aber kein Wechsel vorgesehen“, ergänzte der Bundestrainer. Damit hält der in fünf der bislang sieben Punktspiele eingesetzte Enke auch für das richtungsweisende Spitzenspiel in Russland alle Trümpfe in der Hand.

          Routinier Frings spielt bei Löw wohl keine Rolle mehr

          Wiese und der ihm als Nummer drei diesmal vorgezogene U-21- Champion Neuer müssen dem DFB-Team aber auch als Zwangszuschauer mehr denn je die Daumen drücken. Gelingt die direkte Qualifikation als Gruppensieger nicht, stünde im November nämlich Relegation statt Schaulaufen an - und ihre Casting-Termine wären wohl hinfällig. „Unser Ziel ist weiterhin der Gruppensieg, so dass wir dann im November in den beiden für diesen Fall abgeschlossenen Länderspielen in Köln und Gelsenkirchen unsere Planungen realisieren können“, sagte Löw.

          Kritik löste die Nicht-Nominierung Wieses in Bremen aus. Werder-Manager Klaus Allofs interpretierte das Personalkonzept als Ausbootung des Werder-Keepers. „Es ist schwer, an eine faire Chance für Tim Wiese zu glauben. Viel deutlicher kann man ihm nicht zeigen, was anscheinend das Trainerteam von ihm hält“, sagte Allofs „kicker online“. Wiese hielt sich verbal mehr zurück. „Verwunderlich“ nannte der Keeper das Vorgehen. Mehr wolle er nicht sagen. Allofs wurde deutlicher und sieht seinen Schlussmann im Vierkampf zu Unrecht im Nachteil. „Es wird immer schwerer, den Spieler davon zu überzeugen, ob alles mit rechten Dingen zugeht“, sagte Allofs.

          Routinier Frings spielt in diesen Planungen immer offensichtlicher keine Rolle mehr. Wieder fehlt der Bremer Mittelfeldabräumer in der 23 Akteure umfassenden Kaderliste (siehe auch: Diesmal springt Ballack Frings nicht bei). Kein Wort verlor Löw in seiner Aufgebots-Pressemitteilung über diese Personalie. Mehr Perspektive hat Stuttgarts Sami Khedira - diesmal der einzige Akteur ohne Länderspieleinsatz im DFB-Tross und neben Neuer, Andreas Beck, Marko Marin und Mesut Özil einer von insgesamt fünf U-21-Europameistern. Als Alternative für die Sechser-Position kehrt zudem Simon Rolfes (Leverkusen) ins Team zurück. Auch Kölns Angreifer Lukas Podolski ist nach seinem verletzungsbedingten Fehlen beim 2:1-Sieg vor zwei Wochen in Aserbaidschan wieder mit von der Partie (siehe auch: Fußball-Nationalmannschaft: Wenig Vorzeigbares im Hinterhof).

          „Wir wissen, wo wir zuletzt unser Potential nicht abrufen konnten“

          Auf Überraschungen verzichtete Löw bei den Personalplanungen und verspricht angesichts von zehn gemeinsamen Tagen mit dem Team eine Leistungssteigerung nach den zuletzt durchwachsenen Leistungen: „Das bedeutet für uns, dass wir über einen längeren Zeitraum gezielt trainieren können, was für uns ganz wichtig ist. Deshalb bin ich sicher, dass wir an diesem Doppel-Spieltag eine stark verbesserte Leistung zeigen werden. Wir wissen, wo wir zuletzt unser Potential nicht abrufen konnten“, sagte Löw.

          Dies geschieht im engen Schulterschluss mit der U 21, die sich zunächst ebenfalls in Köln auf ihr EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino (4. September) vorbereitet. Am kommenden Montag versammelt Löw sein Team am Rhein, wo am folgenden Tag als erster Tagesordnungspunkt ein weiterer Fitness-Test auf dem Programm steht.

          Weitere Themen

          30 Sekunden an zwei Holmen

          Olympia-Turnerin Seitz : 30 Sekunden an zwei Holmen

          Elisabeth Seitz hat ihren internationalen Ruf als hervorragende Turnerin am Barren gefestigt. Nun steht sie in ihrem dritten olympischen Barrenfinale, das vermutlich ihr letztes sein wird.

          Topmeldungen

          Traute Runde (von links): Heinz Göldner, Helmut Thümmel, Elisabet Thümmel, Dieter (Dietrich) Klos, Ursula Pischmann und Brigitta Lehmann-John.

          Serie „Besuch beim Wähler“ (5) : Hart am Wasser

          Die Senioren des Dresdner Kanusportvereins haben ihre Leidenschaft über die Zeitenwende gerettet – über Politik reden sie lieber nicht, denn da fliegen schnell die Fetzen.
          Rain Man: Robert Habeck gibt im Wahlkampf alles

          Fraktur : Und ewig währt das Kämpfen

          Das Leben ist ein ewiger Kampf, ob um Olympiagold gekämpft wird oder gegen den inneren Schweinehund. Robert Habeck kämpft sogar im durchnässten Outfit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.