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Finanzkrise beim DFB : Nationalmannschaft muss Geld einspielen

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Wenn sie nicht bald spielen dürfen, wird es eng für den Verband: Die „Mannschaft“ muss Geld einspielen. Bild: Picture-Alliance

Die Austragung von Fußball-Länderspielen von Herbst an ist für den DFB aus finanzieller Sicht überlebenswichtig. Schatzmeister Osnabrügge spricht von einer „potentiell existenzbedrohenden Situation“.

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          Nach dem erfolgreichen Votum zum Re-Start der dritten Liga muss der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auch die Rückkehr der Nationalmannschaft auf den Rasen schnellstmöglich vorantreiben. Wie der Verband auf dem außerordentlichen Bundestag am Montagnachmittag dargestellt hatte, ist die Austragung von Spielen der Mannschaft von Bundestrainer Löw aus finanzieller Sicht überlebenswichtig. Aktuell plant der Verband, von Herbst an Spiele auszurichten. DFB-Direktor Oliver Bierhoff ist mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Konzeptes beauftragt.

          Schatzmeister Stephan Osnabrügge hatte in seinem Bericht die derzeit angespannte Haushaltslage des Verbands schonungslos offengelegt und sogar von einer „potentiell existenzbedrohenden Situation“ gesprochen. Allein durch die Vermarktung und den Spielbetrieb der Nationalmannschaft generiert der DFB normalerweise rund 59 Millionen Euro. Hinzu kommen etwa zehn Millionen durch den DFB-Pokal sowie 105 Millionen von Sponsoren. Alle Bereiche verzeichnen derzeit einen mitunter herben Rückgang der Einnahmen.

          Wären entgegen der aktuellen Annahme bis Jahresende keine Spiele der A-Nationalmannschaft mehr möglich, würde der Verband Osnabrügge zufolge 96,5 Millionen Euro weniger als geplant einnehmen. Bei diesem Szenario stünde ein Minus von 77 Millionen Euro zu Buche. 13,8 Millionen Euro davon wären nicht durch Rücklagen gedeckt. Stiege die Nationalmannschaft von Oktober an wieder ein, betrüge das Minus etwa 34 Millionen Euro.

          So oder so werden in diesem Jahr die ohnehin zurzeit durch den Bau der DFB-Akademie belasteten Rücklagen wohl schrumpfen. Im schlechtesten Fall wäre sogar ein Nachtragshaushalt mit erheblichen Einsparungen vonnöten. Zumindest die Insolvenz droht dem Verband aufgrund von vorhandenem Eigenkapital allerdings selbst dann nicht.

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