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Grundgehalt für Spielerinnen : Voss-Tecklenburg möchte „Talentgerechtigkeit“

  • Aktualisiert am

Martina Voss-Tecklenburg mischt sich in die öffentliche Debatte ein. Bild: EPA

Die Bundestrainerin schlägt ein Grundgehalt in der Bundesliga vor, damit Fußballerinnen neben ihrer Sportkarriere nicht arbeiten müssen. Auch bei der Zahlung von Prämien hat sie einen Vorschlag parat.

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          Vor dem Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz beim DFB will sich Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg der Forderung des Kanzlers nach gleicher Bezahlung von Frauen und Männern im Fußball nicht anschließen. Ihr erster Ansatz wäre, „dass wir alle Bundesligaspielerinnen zu Profis machen können, heißt: Grundgehälter in der Liga.

          Aber nicht ein ‚Equal Pay‘ in der Dimension der Männer“, sagte Voss-Tecklenburg am Samstag in der Hörfunksendung „Heute im Stadion“ auf Bayern 1. „Bestimmt 50 Prozent“ der Bundesliga-Spielerinnen müssten einen Beruf ausüben, um ihre Existenz zu sichern.

          Stichwort Talentgerechtigkeit

          Bei den Prämien vertritt Voss-Tecklenburg allerdings weiterhin eine klare Meinung. „Ich würde mir eine Angleichung wünschen, also bei den Männern vielleicht ein bisschen weniger, bei den Frauen ein wenig mehr“, sagte die Bundestrainerin. „Vielleicht irgendwann für den gleichen Titel, den Männer und Frauen erreichen, auch das gleiche Geld. Aber wir werden nie in die Dimension kommen wie der Männer-Fußball. Und das wäre auch nicht gut.“

          Außerdem wünsche sie sich „Talentgerechtigkeit“ zwischen Mädchen und Jungen, sagte Voss-Tecklenburg am Samstagabend in der ZDF-Sendung „Das aktuelle Sportstudio“. Die Talente aus dem Mädchenbereich müssten in die Nachwuchsleistungszentren der großen Klubs aufgenommen werden, was bisher die Ausnahme sei.

          Scholz trifft sich am Dienstag in Frankfurt mit Verantwortlichen des DFB, unter anderem mit Präsident Bernd Neuendorf und Direktor Oliver Bierhoff. Der Bundeskanzler hatte während der EM unter dem Hashtag #equalpay (gleiche Bezahlung) getwittert: „Wir haben 2022. Frauen und Männer sollten gleich bezahlt werden. Das gilt auch für den Sport, besonders für Nationalmannschaften.“ Bierhoff hatte dem Bundeskanzler daraufhin ein Gespräch angeboten: „Mich wundert die Aussage. Ich lade ihn gerne ein, dann kläre ich ihn ein bisschen über die Zahlen auf“, sagte er vor dem EM-Spiel gegen Spanien in der ARD.

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