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Fußball : Jens Nowotny beendet Karriere

  • Aktualisiert am

Nowotny war lange Jahre Kapitän bei Bayer Leverkusen Bild: picture-alliance/ dpa

Nch 334 Bundesligaspielen, 48 Länderspieleinsätzen und vier Kreuzbandrissen macht Jens Nowotny Schluss. Eine neue Knieverletzung bei seinem Verein Dinamo Zagreb habe den Ausschlag gegeben. Das Image des Raffzahns konnte Nowotny indes nie ablegen.

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          Nach Sebastian Deisler nun auch Jens Nowotny - innerhalb von einer Woche hat ein weiterer namhafter deutscher Fußball-Nationalspieler seine Karriere beendet. „Die neuerliche Verletzung gab den Ausschlag. Ich habe gesundheitlich sicher schon schlimmere Zeiten erlebt. Doch der Gedanke, jetzt noch mal eventuell zehn Monate pausieren zu müssen, wieder Reha, wieder Aufbautraining. Es hat nicht mehr gereicht“, sagte Nowotny dem „kicker“. Der 33-Jährige hatte bei seinem Verein Dinamo Zagreb wieder eine schwere Knieverletzung erlitten und musste operiert werden.

          Nowotny, langjähriger Kapitän von Bayer Leverkusen, hatte sich in seiner Laufbahn vier Kreuzbandrisse zugezogen. Erst kürzlich hatte der frühere Karlsruher seinen bis 2009 laufenden Vertrag in Zagreb aufgelöst und noch eine stattliche Abfindung ausgehandelt. „Ich habe immer gesagt, wenn Schluss ist, ist Schluss. Ohne Wenn und Aber. Das gehört zur Karriere dazu. So, wie ich gekommen bin, höre ich jetzt eben auf“, meinte „Jenne“.

          WM 2006 war „absoluter Höhepunkt“

          Nun will sich Nowotny anderen Interessen widmen. „Der Fußball hat als Hauptrolle ausgedient. Ich habe bereits Gespräche über meine berufliche Zukunft geführt, weit weg vom Fußball“, erklärte der Abwehrspieler und gab seine Vision preis: „Mein Traum ist es, einen Jugendroman zu schreiben, irgendetwas im Fantasybereich.“ Nowotny hatte am Montagmorgen Bundestrainer Joachim Löw telefonisch von seinem Entschluss unterrichtet. „Es tut mir leid für ihn. Er hatte in den letzten Jahren viele Verletzungen, da musste man fast damit rechnen. Die Gesundheit ist eben wichtiger“, meinte Löw. Er sei sich aber sicher, „dass Jens
          soviel Erfahrung gesammelt hat und soviel Stärke besitzt, dass er nun auch nach seiner Karriere etwas bewegen kann“.

          WM-Nebendarsteller: Nowotny und Robert Huth

          Nowotny bestritt 48 Länderspiele (ein Tor) und 334 Bundesliga-Begegnungen (elf Treffer). Letztmals für Deutschland spielte er im August vergangenen Jahres gegen Schweden (3:0). Als „absoluten Höhepunkt“ bezeichnet er die WM-Teilnahme 2006 im eigenen Land, als er im Spiel um Platz drei gegen Portugal zum
          Einsatz kam. Die Weltmeisterschaft 2002 in Südkorea und Japan hatte Nowotny auf Grund seines im Champions-League-Halbfinale gegen Manchester United erlittenen Kreuzbandrisses verpasst.

          Image als Raffke nie losgeworden

          Er tritt allerdings titellos ab. „Zwei Titel habe ich ja: Die meisten Platzverweise in der Bundesliga und wohl auch die meisten Kreuzbandrisse“, flachste er, „es war immer knapp, wir hatten es mehrfach verdient, speziell mit Leverkusen. Das war schon enttäuschend.“ Noch zum Jahreswechsel hatte Nowotny seiner Hoffnung auf eine eventuelle EM-Teilnahme 2008 unter Bundestrainer Joachim Löw Ausdruck gegeben. Die erneute
          Knieverletzung setzte dann allen Ambitionen ein Ende.

          Eng verknüpft mit Nowotny ist sein Image als Raffke. „Das interessiert mich nicht. Von denen, die sowas sagen, habe ich nie etwas gewollt“, äußerte er. Bei Bayer gehörte der Defensivspezialist über Jahre zu den Spitzenverdienern, klagte gegen Bayer aber trotzdem auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und wegen der Versteuerung der 10,2 Millionen Euro Handgeld für die Vertragsverlängerung im Jahr 2002.

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