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Fußball in England : Liverpool-Spiel findet trotz Corona-Fällen statt

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Ob das FA-Cup-Spiel des FC Liverpool von Trainer Jürgen Klopp stattfinden kann, ist noch unklar. Bild: Reuters

Das Coronavirus sorgt für Chaos im englischen Fußball. Die FA-Cup-Partie des FC Liverpool drohte auszufallen, weil es bei Gegner Aston Villa positive Tests gibt. Nun soll aber doch gespielt werden.

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          Jürgen Klopp war mittendrin im Auge des Sturms, den das Coronavirus heraufbeschwor. Der englische Fußball kann sich einfach nicht aus der unerbittlichen Umklammerung der Pandemie lösen, die den Spielbetrieb immer mehr stillzulegen droht. So mussten Klopp und der FC Liverpool bis wenige Stunde vor dem Anpfiff um ihre FA-Cup-Partie am Freitag zittern, weil Gegner Aston Villa durchseucht ist. Es ist der prominenteste einer Reihe von Vorfällen, die ein Termin-Wirrwarr zur Folge haben könnten.

          „Der Cup im Chaos“, titelte die Tageszeitung „Mirror“, die Times sieht den FA Cup „im Griff von Covid“. Die passende Reaktion auf die Vorgänge vom Donnerstag, als Villa sein Trainingsgelände wegen einer „erheblichen Anzahl“ positiver Corona-Tests geschlossen hatte. Die gesamte erste Mannschaft und das Trainerteam sind in Isolation. Die Drittrunden-Partie gegen Liverpool findet dennoch statt, auch weil kaum Ausweichtermine zur Verfügung stehen. In zwei Wochen sieht der Kalender die vierte FA-Cup-Runde vor.

          Ein Notfallplan sicherte die Durchführung von Liverpools Pokal-Begegnung: Spieler von Aston Villas U-23- und U-18-Mannschaften müssen gegen den mit starbesetzten Meister antreten. Als Anregung diente das Beispiel Derby County: Der Zweitliaverein von Interimstrainer Wayne Rooney konnte seine Pokalpartie gegen den Sechstligaklub FC Chorley am Samstag auf gleiche Weise retten. Nach zahlreichen Corona-Fällen im Team bleiben Rooney und die Profis zuhause, die Youngster übernehmen.

          Grundsätzlich gilt: Kann ein Verein 14 gesunde Spieler stellen, wird gespielt. Abgesagt wurde die Pokal-Begegnung des FC Southampton mit dem Drittligaverein Shrewsbury Town nach mehreren positiven Testungen beim Underdog. Die FA will zu Beginn der kommenden Woche über nächste Schritte entscheiden. Auch ein kampfloses Weiterkommen Southamptons ist möglich.

          So unglücklich die Lage derzeit ist – von den Klubs gibt es für Verlegungen Verständnis. „Der Fußball wird ein bisschen zweitrangig, an dem Punkt befinden wir uns gerade“, sagte Teammanager Graham Potter von Brighton & Hove Albion. Die Spiele seien wichtig und er würde sie gerne bestreiten, aber es gehe „nicht um Leben und Tod – es ist der FA Cup“, sagte Potter, dessen Team am Sonntag bei Viertligaverein Newport County antreten soll.

          Schon länger kämpft der englische Fußball verzweifelt gegen das Virus, dessen Mutation in Großbritannien umgeht und noch schneller übertragen wird. Mehrere Premier-League-Spiele wurden bereits verschoben. Umso schlimmer, dass privilegierte Spieler wie jene von Tottenham Hotspur und Manchester City an Weihnachten oder Silvester im größeren Kreis feierten und gegen die Corona-Regeln verstießen.

          Damit die Saison nicht unterbrochen werden muss, wie es zum Beispiel Coach Sam Allardyce von West Bromwich Albion forderte, sollte der englische Fußball die Situation schnell unter Kontrolle kriegen. Sean Dyche, Teammanager beim FC Burnley, brachte daher eine zügige Impfung der Spieler ins Gespräch.

          „Meine Sicht der Dinge ist – und ich sage nicht, dass es die einzig richtige Sicht ist –, dass Impfungen für den Fußball der Weg vorwärts sind“, sagte Dyche. Natürlich sollen seiner Meinung nach keine Risikogruppen für Fußballspieler zurückstecken, aber ein rascheres Vorgehen wünsche er sich doch. Wie realistisch das ist, wird noch zu klären sein.

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