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Pandemie in Brasilien : Fußballklub darf mit Corona-Infizierten spielen

  • Aktualisiert am

Atlético Goianiense gewann mit 3:0 gegen Flamengo Rio de Janeiro. Bild: EPA

Brasilien hat die Marke von 100.000 Corona-Toten überschritten. Auch viele Fußballprofis sind infiziert. Vier von ihnen dürfen dennoch spielen. Ihr Klub sieht keine Ansteckungsgefahr, der Verband stimmt zu.

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          Der brasilianische Fußball-Erstligaverein Atlético Goianiense hat die Erlaubnis erhalten, vier positiv auf das Coronavirus getestete Spieler aufzustellen. Der Klub aus der zentralbrasilianischen Stadt Goiania verwies nach einem Bericht des Portals „Globoesporte“ vor der Partie gegen Flamengo Rio de Janeiro mit den ehemaligen Bundesliga-Profis Diego, der nicht zum Einsatz kam und Rafinha, der eingewechselt wurde, darauf, dass die Spieler in der Endphase der Ansteckung seien und schon alle Quarantäne-Maßnahmen erfüllt hätten.

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          Deshalb würde keine Gefahr der Übertragung der Krankheit mehr bestehen. Der Brasilianische Fußballverband CBF mit Sitz in Rio folgte dem Argument von Atlético GO. Man würde sich auf eine Regel der Weltgesundheitsorganisation WHO stützen. Atlético Goianiense gewann die Partie der brasilianischen Serie A mit 3:0 gegen die Mannschaft des neuen Trainers Domenec Torrent, der sich einst als Assistent von Pep Guardiola, unter anderem beim FC Bayern, einen Namen machte.

          Zwei Dutzend positive Corona-Tests hatten den Start der brasilianischen Fußball-Ligen inmitten der grassierenden Corona-Pandemie am Wochenende bereits in Frage gestellt. Zehn Spieler des Erstligavereins Goiás Esporte Clube wurden vor der Partie gegen den FC São Paulo positiv getestet. Das Spiel wurde letztlich verschoben. Auch in der dritten Liga wurde eine Partie verlegt, nachdem bei Sociedade Imperatriz aus dem nördlichen Bundesstaat Maranhão zwölf Spieler positiv getestet worden waren.

          Insgesamt wurden nach einem Medienbericht schon mindestens 150 Erstliga-Spieler positiv getestet. Brasilien hat die Marke von 100.000 Toten im Zusammenhang mit Covid-19 durchbrochen. Zudem haben sich mehr als drei Millionen Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt.

          Die Europäische Fußball-Union hat derweil das wegen der Corona-Quarantäne beim KF Drita (Kosovo) abgesagte Vorrundenspiel in der Qualifikation zur Champions League zugunsten des FC Linfield (Nordirland) gewertet. Das teilte die Uefa am Mittwochabend mit. Ursprünglich hätte die Partie am Dienstagabend in Nyon gespielt werden sollen. Nachdem zwei Spieler des kosovarischen Meisters positiv getestet worden waren, befindet sich das gesamte Team nach Anordnung der Schweizer Behörden aber in Quarantäne. In der Statistik steht nun ein 3:0 von Linfield.

          Die Handhabung des Falls wurde durch ein jüngst veröffentlichtes Uefa-Protokoll zum Umgang mit Corona-Fällen und –Restriktionen möglich. Kann ein Verein nicht ausreichend Spieler für eine Qualifikationspartie stellen oder kann kein Ausweichtermin gefunden werden, trägt die Mannschaft die Verantwortung, in deren Kreis die positiven Tests festgestellt wurden. Linfield startet deshalb in der ersten Qualifikationsrunde zur Königsklasse, die am 18. August beginnt. Gegner ist Legia Warschau.

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