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Gewalttätige Hooligans : Zwölf Jahre Haft für Mord an Fußball-Fan

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Berüchtigt: Immer wieder fallen serbische Fußball-Anhänger durch Gewalttaten auf, wie hier bei einem EM-Qualifikationsspiel 2012 in Italien, bei dem die Polizei einschreiten musste. Bild: AFP

Im September 2009 prügeln Anhänger von Partizan Belgrad brutal auf einen Franzosen ein, der wenige Tage später stirbt. Der Fall löst weltweit Bestürzen aus. Nun gibt es ein weiteres Urteil für den zwischenzeitlich geflüchteten Haupttäter.

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          Fast zehn Jahre nach der Tat hat ein Gericht in Belgrad den Mörder eines französischen Fußball-Fans zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Der ehemalige Anhänger von Partizan Belgrad, Dejan P., hatte im September 2009 zusammen mit anderen Hooligans den Toulouse-Fan Brice Taton (28) in einem Belgrader Café dermaßen brutal zusammengeschlagen, dass dieser zwölf Tage später an seinen Verletzungen starb.

          Das Urteil wegen schweren Mordes ist noch nicht rechtskräftig. Dabei handelte es sich bereits um den dritten Anlauf bei der juristischen Aufarbeitung der Tat. Der heute 38-jährige P. hatte sich jahrelang im Ausland versteckt und sich unter anderem in einem russischen Kloster in Thailand zum orthodoxen Mönch weihen lassen. In Abwesenheit war er in Belgrad zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Schließlich wurde er in Griechenland verhaftet und an Serbien ausgeliefert.

          2016 wurde das Verfahren gegen ihn neu aufgerollt. In erster Instanz verurteilte ihn ein Gericht zu zwölf Jahren Gefängnis. Das Berufungsgericht hob das Urteil auf und ordnete die nun neue Verhandlung an. Gegen dieses letzte Urteil kann ebenfalls Berufung eingelegt werden. P.'s Mittäter wurden in früheren Verfahren zu milderen Gefängnis- oder Bewährungsstrafen verurteilt. Sie sind inzwischen auf freiem Fuß.

          Die Tötung Tatons durch die Partizan-Anhänger löste damals große Bestürzung aus. Sie lenkte das Augenmerk auf die Gewalttätigkeit etlicher Sportfans in Serbien und anderen Balkanländern. Der Fall warf auch ein Schlaglicht auf die Verstrickungen zwischen den Hooligan-Szenen, rechtsextremen Gruppierungen, korrupten Sportverbänden und staatlichen Geheimdiensten.

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