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Fußball : Herzstillstand auf dem Platz: Serginhos Tod schockt Brasilien

  • Aktualisiert am

Serginho vor drei Monaten beim Training Bild:

Einer der besten Verteidiger des Landes ist während eines Ligaspiels gestorben. Der 30jährige Fußballprofi von Sao Caetano war herzkrank. Spieler klagen: „Wir sind keine Maschinen.“

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          Der Herz-Tod des Fußball-Profis Serginho während eines Erstligaspiels hat in Brasilien tiefe Trauer, aber auch große Empörung ausgelöst.

          Der 30jährige Vorstopper von Sao Caetano erlitt am Mittwoch während der Begegnung beim FC Sao Paulo einen Herz- und Atemstillstand. Serginho, dessen Herzprobleme im Verein offenbar bekannt waren, war in der 59. Spielminute ohne ersichtlichen Grund zusammengebrochen. Nach fünfminütiger Behandlung auf dem Rasen wurde der bewußtlose Spieler in eine Klinik gebracht. Dort gaben die Ärzte nach 45 Minuten die Wiederbelebungsversuche auf.

          „Die Gesundheit interessiert die Funktionäre nicht“

          „Fußballspieler sind einfach keine Maschinen“, klagten nach der Tragödie unisono der Torwart des SC Corinthians, Fabio Costa, und der Starjournalist Roberto Assaf beim Sportsender „SporTV“. „Wir spielen und reisen, spielen und reisen, am 19. Dezember geht dieses Turnier zu Ende, und Mitte Januar beginnt schon ein neues, Urlaub wird niemand haben“, beschwerte sich Fabio Costa. Assaf meinte, daß die brasilianischen Funktionäre die Spieler nur als „Goldesel“ betrachten. „Die Gesundheit interessiert die nicht.“

          Die Wiederbelebungsversuche blieben vergeblich

          Für Aufsehen sorgte die Enthüllung eines Mannschaftskollegen von Serginho, Torwart Silvio Luiz: „Serginho wußte, daß er Herzprobleme hatte, aber die Ärzte meinten, zu 99 Prozent würde alles gutgehen.“ Laut Medien soll der Spieler eine Erklärung unterzeichnet haben, in der er die Risiken der Fortsetzung seiner Karriere übernahm. „Grober Fahrlässigkeit“ bezichtigten die Funktionäre den Coach von Atletico MG, Mario Sergio, der Sao Caetano noch zu Jahresbeginn trainierte. „Einige wußten, daß Serginho Herzrhythmusstörungen hatte. Was da passiert ist, ist inakzeptabel. Daß der Spieler alles unterschreibt, um nur weiter seine Brötchen verdienen zu können, ist ja klar.“ Sao Caetanos Präsident Nairo Ferreira bestritt alle Vorwürfe.

          „Ganz Brasilien steht unter Schock“

          Auf dem Rasen des Morumbi-Stadions in Sao Paulo spielten sich nach dem Zusammenbruch von Serginho bewegende Szenen ab. Spieler und Zuschauer weinten hemmungslos. Die Begegnung wurde abgebrochen. Auch in anderen Stadien konnten die Spieler ihre Bestürzung nicht verbergen. Vor der Klinik, in der Tod von Serginho bestätigt wurde, versammelten sich gegen Mitternacht Hunderte von trauernden Fans.

          „An diesem Mittwoch machten Fußball und Tore keinen Spaß“, schrieb die Online-Ausgabe der Zeitung „Estado de Sao Paulo“, während der Sportsender „ESPN Brasil“ feststellte: „Ganz Brasilien steht unter Schock“. Viele Fernseh- und Radiosender brachten bis weit nach Mitternacht Sonderprogramme über die Tragödie. Serginho, der mit bürgerlichem Namen Paulo Sergio Oliveira hieß, galt als einer der besten Innenverteidiger Brasiliens.

          Erst vor gut einem Jahr hatte der Tod des Zweitligaspielers Max von Botafogo Riberao Preto nach dem Training Brasilien erschüttert. International für Aufsehen sorgten die Fälle von Marc-Vivien Foe (28), der am 26. Juni 2003 während des Spiels seiner Kamerun-Auswahl gegen Kolumbien beim Konföderationen-Pokal in Frankreich starb, sowie des Ungarn Miklos Feher (24) von Benfica Lissabon, der am 25. Januar dieses Jahres während eines Spiels einem Herzinfarkt erlag.

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