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Fußball-Fest der U 21 : Teamspirit als Klebstoff

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Gemeinsam gewinnt es sich leichter: Torschützen Luca Waldschmidt (r.) und Marco Richter Bild: dpa

Sechs Tore, jede Menge Spielfreude und eine furiose Leistung: Nach dem 6:1 gegen Serbien gilt die deutsche U 21 bei der EM als Titelfavorit. Doch noch ist nicht mal das Weiterkommen sicher.

          Die deutsche U21-Nationalmannschaft feierte das 6:1 noch aufgelassen mit den Fans, da stellten sich die Matchwinner Marco Richter und Luca Waldschmidt schon dem Interview-Marathon. Die beiden Offensivspieler sind bei dieser U21-Europameisterschaft die Spieler der Stunde – sieben von neun deutschen Toren haben sie erzielt. „Dass wir hier jetzt mit so einem Sieg stehen, ist überragend“, sagte der Augsburger Marco Richter nach dem 6:1 gegen Serbien. „Es war wieder ein geiler Teamauftritt auf jeden Fall.“

          U-21-EM 2019

          Das erste Tor steuerte Richter bei, das zweite legte er Waldschmidt auf. Der Augsburger steht nach zwei Spielen bei drei EM-Toren, sein Sturmpartner Waldschmidt vom SC Freiburg kommt nach seinen drei Treffern in der zweiten EM-Partie gegen Serbien am Donnerstag in Triest sogar auf vier Tore. „Wir sind relativ gut ins Spiel gekommen. Und wenn es dann einmal läuft, macht es allen Spaß“, sagte der 23-Jährige. Mahmoud Dahoud und Arne Maier erzielten die weiteren Tore gegen Serbien.

          Auch dank der Treffer von Richter und Waldschmidt hat die Mannschaft von U21-Coach Stefan Kuntz im Kampf um den Halbfinal-Einzug, der gleichzeitig die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 bedeuten würde, eine blendende Ausgangsposition. „Wenn wir das Halbfinale erreichen sollten, dann wäre das ein Riesen-Erfolg“, sagte Trainer Stefan Kuntz, dessen Mannschaft bei dem Turnier in Italien und San Marino der Titelverteidiger ist. Kuntz weiß aber auch: „Wenn das schiefgehen sollte und wir fahren am Montag nach Hause, dann fragt auch keiner mehr nach den nächsten Talenten.“ Denn trotz der bisher perfekten EM mit zwei Siegen hat die deutsche Auswahl das Minimalziel Halbfinale noch nicht sicher. Im letzten Gruppenspiel gegen Österreich fehlt ein Punkt, um die letzten Zweifel am Gruppensieg zu beseitigen.

          Andernfalls hätte das DFB-Team aber auch gute Chancen, als bester Gruppenzweiter in die K.o.-Runde einzuziehen. „Ich weiß, dass das Spiel sehr emotional werden wird“, warnte Kuntz. Denn auch der mit sechs Bundesliga-Profis angetretene Nachbar hat noch Chancen aufs Halbfinale. Österreich hat bislang drei Zähler gesammelt und könnte mit einem Sieg dank des gewonnenen direkten Vergleichs an der Kuntz-Auswahl vorbeiziehen.

          Serbien mit Top-Stürmer Luka Jovic, der in diesem Sommer für mindestens 60 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt zu Real Madrid wechselt, war vor dem Turnier als Geheimfavorit gehandelt worden. Gegen die DFB-Elf präsentierte sich das Team aber schwach und ideenlos, Deutschland war in allen Belangen überlegen. „Wir freuen uns natürlich, das hätte keiner so erwartet“, sagte DFB-Kapitän Jonathan Tah, der Jovic zu jedem Zeitpunkt des Spiels im Griff hatte.

          Zum Turnierfavoriten wollte Kuntz seine Elf trotz des Kantersiegs nicht erklären, der 56-Jährige sieht bei seinen Jungstars aber sogar noch Steigerungspotenzial: „Es war eine klasse Leistung, aber wir sind damit noch nicht da, wo wir gerne hin möchten.“ Um in einem möglichen Halbfinale Top-Mannschaften wie Italien, Spanien, Frankreich oder England ausschalten zu können, ist das Entscheidende aus Sicht von Kuntz der Team-Zusammenhalt. „Es ist schon toll, wenn du elfmal individuelle Qualität hast. Aber der Klebstoff zwischen allem, das ist der Teamspirit“, sagte er. Tah urteilte: „Du brauchst ein Team, das haben wir hier. Jetzt müssen wir es einfach auf den Platz bringen und wollen das Ding gewinnen.“

          U-21-EM 2019

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