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Fußball : „Eine ganz bittere Sache für Mehmet“

  • Aktualisiert am

Scholl: „Als wäre ich mit einem Bus zusammengestoßen” Bild: dpa/dpaweb

Bayern-Profi Mehmet Scholl hat sich im Spiel gegen Mainz schwer verletzt. Der 34jährige, der gerade zu alter Stärke zurückgefunden hatte, fällt für den Rest der Hinrunde aus.

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          Er trotzte tapfer den großen Schmerzen und beendete nach seinem ersten 90-Minuten-Einsatz nach über drei Monaten sogar noch die Spekulationen um eine Rückkehr ins Nationalteam, doch dann stoppte einmal mehr eine bittere Diagnose Mehmet Scholl.

          Der 34jährige zog sich am Samstag beim 4:2-Sieg des FC Bayern München gegen den FSV Mainz 05 bei einem unglücklichen Zusammenprall mit Jürgen Kramny einen Jochbeinbruch und eine Augenhöhlenbodenfraktur zu. Das ergab eine Untersuchung am Sonntag. Zunächst war auch ein doppelter Kieferbruch vermutet worden. Diese Diagnose bestätigte sich jedoch nicht. „Es war, als wäre ich mit einem Bus zusammengestoßen. Es tat höllisch weh“, sagte Scholl der „Bild am Sonntag“.

          Scholl widerspricht Spekulationen

          Auch wenn Scholl eine Operation erspart bleibt, schockte die Nachricht nicht nur Magath. In den restlichen drei Spielen bis zur Winterpause muß der Bayern-Coach erneut auf seinen endlich wieder wie früher wirbelnden Mittelfeldspieler verzichten. „Das ist eine ganz bittere Sache für Mehmet. Gerade jetzt, wo er so gut in Schuß war, fällt er wieder aus“, meinte der Bayern-Coach. „Jetzt müssen wir uns für die letzten drei Spiele wieder was anderes einfallen lassen.“

          Mehmet Scholl hat sich das Jochbein und den Kiefer gebrochen

          Der Ausfall beendete vorerst auch die vagen Überlegungen von Bundestrainer Jürgen Klinsmann, intensiver über seinen Europameister-Kollegen von 1996 nachzudenken.

          Für Scholl stellte sich das Thema aber schon vor der neuerlichen Zwangspause nicht ernsthaft. „Die Spekulationen kommen nicht von mir und sollen aufhören. Da habe ich im Moment überhaupt nichts verloren“, erklärte der Routinier, der sein letztes von 36 Länderspielen am 13. Februar 2002 beim 7:1-Erfolg gegen Israel bestritten hatte: „Wenn ich sage, es ist Schluß, dann ist Schluß.“

          „Schneller werde ich nicht mehr

          Natürlich würde es auch den Vollblut-Fußballer Scholl reizen, seine Karriere womöglich bei der Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land zu beenden. Aber er weiß besser als jeder andere, was er seinem Körper zumuten kann: „In zwei Jahren, wenn die WM ist, bin ich noch einmal anderthalb Jahre älter. Und schneller werde ich nicht mehr.“ Zwar zauberte er streckenweise auch gegen Mainz und erzielte sogar nach dem verhängnisvollen Kopfballduell sein zweites Saisontor, aber in der zweiten Spielhälfte baute er kräftemäßig sichtbar ab. „Ich bin noch lange nicht so weit, daß ich den Tempofußball mitmachen kann“, bemerkte er.

          Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge empfahl darum auch „dringend, das Thema Scholl und Nationalteam nicht mehr aufzurollen. Er soll sich auf Bayern München konzentrieren - und damit basta.“ Manager Uli Hoeneß votierte dafür, das Thema zumindest zu vertagen. „Im Frühjahr 2006 können wir darüber reden, weil einen Scholl kann man auch vier Wochen vor der WM einbauen. Vorher würde ich das Thema an Klinsmanns Stelle nicht forcieren“, sagte Hoeneß.

          Auch für Franz Beckenbauer wäre ein DFB-Comeback von Scholl erst sinnvoll, „wenn er gesund bleibt und sich stabilisiert“. Zunächst jedoch beförderte die schlechte Nachricht der Ärzte, die am Samstag abend im Krankenhaus die Gesichtsfraktur feststellten, Scholl zurück in den Teufelskreis aus Verletzungen und dem mühsamen Kampf um ein Comeback.

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