https://www.faz.net/-gtl-tm9f

Fußball : Die „Königlichen“ entzaubern Barcelona

  • Aktualisiert am

Real top, Barca am Boden Bild: dpa

Real Madrid hat das Spitzenspiel in der spanischen Primera Division gegen den FC Barcelona gewonnen. Die entscheidenden Tore gegen den Erzrivalen schossen Raul und Ruud van Nistelrooy.

          2 Min.

          Ronaldinho scheint sein Lächeln verloren zu haben. Der beste Fußballer der Welt verlor mit seinem Team vom FC Barcelona nicht nur das Schlagerspiel der spanischen Liga bei Real Madrid 0:2, sondern er präsentierte sich auch als ein Schatten seiner selbst. Dabei hatte sich der Brasilianer im Bernabéu-Stadion, wo er das Publikum vor einem Jahr mit seinen Glanztaten zu Beifall hingerissen hatte, besonders viel vorgenommen: Er wollte die Berichte über seine angebliche Formkrise ein für alle Mal über den Haufen werfen.

          Aber ausgerechnet Real Madrid, das die spanische Presse vor einer Woche nach der 0:1-Niederlage beim FC Getafe schon als hoffnungslosen Fall abgeschrieben hatte, zeigte dem Meister und Champions-League-Sieger am Sonntag abend seine Grenzen auf. Trainer Fabio Capello hatte eine einfache Erklärung dafür, daß aus der behäbig und lustlos wirkenden Elf zum Derby gegen den Erzrivalen plötzlich ein Team wurde, daß vor Kampfgeist sprühte: „Ich habe den Spielern eine Standpauke gehalten, die sie sich zu Herzen genommen haben. Jetzt sind wir wieder eine wirkliche Mannschaft.“

          Aufbautraining für Ronaldinho

          Ein bißchen ratlos: Ronaldinho

          Sergio Ramos, eigentlich mit der Bewachung Ronaldinhos beauftragt, leistete sich in der zweiten Minute den Luxus, nach vorne zu stürmen und eine Flanke zu schlagen, die Kapitän Raúl zum 1:0 für die „Königlichen“ nutzte. „Das frühe Gegentor war spielentscheidend“, räumte Ronaldinho betreten ein. Der „Weltfußballer des Jahres 2005“, der seit der WM seiner Form hinterher läuft, trat in der gesamten Partie kaum in Erscheinung. Er soll nun ein Aufbautraining absolvieren, damit er zu seiner alten Schnelligkeit zurückfindet.

          Real zog sich nach der Führung in die Abwehr zurück, blieb mit Kontern aber stets gefährlich. Ruud van Nistelrooy (50.) verwandelte eine Vorlage des glänzend aufgelegten Robinho zum 2:0. Barça (16 Punkte) verteidigte trotz der Niederlage die Tabellenführung vor dem FC Valencia (16), dem FC Sevilla (15) und Real Madrid (14).

          Lehrstunde für Rijkaard

          Capello blieb mit dem Sieg im spanischen „Fußball-Klassiker“ nicht nur in 29 Pflichtspielen mit Real im Bernabéu-Stadion ungeschlagen, sondern er erteilte auch seinem früheren Schüler Frank Rijkaard eine Lehrstunde. Das mußte auch der Niederländer zugeben: „Wir müssen Selbstkritik üben, ich an allererster Stelle.“

          Der Barça-Coach hatte überraschend ein Mittelfeld ohne Defensivkraft aufgeboten. Mit den „Drei Kleinen“ (Xavi, Deco und Andrés Iniesta) kontrollierten die Katalanen zwar das Spiel, aber sie waren anfällig in der Abwehr und im Sturm ohne Biß. Real hätte bei zwei Lattentreffern von Raúl und van Nistelrooy sogar noch höher gewinnen können. Der gesperrte Ronaldo wurde nicht vermißt. David Beckham ist nur noch zweite Wahl. Der Engländer durfte in den Schlußminuten eingreifen und kam so auf sein 100. Spiel im Real-Trikot.

          Barcelona vermißt derweil immer schmerzlicher seinen Torjäger Samuel Eto'o. Der Kameruner fällt wegen eines Kreuzbandrisses für sechs Monate aus. Nach dem 0:1 in der Champions League beim FC Chelsea blieben die Blauroten im zweiten Spiel ohne Treffer. „Eto'o, werde schnell gesund!“, schrieb das Fachblatt „Sport“. „Der Ersatzmann Eidur Gudjohnson ist kein Mittelstürmer für dieses Barça.“ Im Sturm ging allein vom quirligen Lionel Messi Gefahr aus. „Der Argentinier spielte seine Gegenspieler schwindelig, aber er fand keinen Ronaldinho und schon gar keinen Eto'o“, stellte das Sportblatt „Marca“ fest.

          Weitere Themen

          Manchester will das United-Feeling zurück

          Stadtderby in England : Manchester will das United-Feeling zurück

          Ein Sieg über den Stadtrivalen Manchester City würde allen United-Fans eine schöne Weihnachtszeit beschweren – ungeachtet der ungelösten Probleme im Verein. Und die sitzen tief und belasten seit langem.

          Mainz will auf zum dritten Dreier

          Bundesliga in Augsburg : Mainz will auf zum dritten Dreier

          Zwei Spiele, zwei Siege: besser hätte der Start unter dem neuen Trainer Achim Beierlorzer für Mainz 05 gar nicht laufen können. Nun kommt es für den FSV in Augsburg zum Wiedersehen mit einem alten Bekannten.

          Topmeldungen

          In eine neue Zukunft? Das neue SPD-Führungsduo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans

          Neue SPD-Spitze : Zwei Neulinge, viele Helfer

          Die SPD hat eine koalitionskritische Hinterbänklerin und einen Polit-Pensionär an die Spitze gewählt. Aber der Rest der Führung besteht aus Parteiprofis, die überwiegend regieren wollen. Wer sind sie? Eine Analyse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.