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Erdogan-Affäre : DFB weist Rassismus-Vorwurf von Özil zurück

  • Aktualisiert am

DFB-Präsident Reinhard Grindel (Bild vom 20. Juli) Bild: EPA

Nach dem beispiellosen Rundumschlag von Mesut Özil und seinem Rücktritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft reagiert der DFB. Der Verband übt dabei nur ein wenig Selbstkritik.

          Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den Rücktritt von Mesut Özil aus der deutschen Nationalmannschaft bedauert und sich gegen dessen Anschuldigungen vor allem gegen Präsident Reinhard Grindel zur Wehr gesetzt. „Dass der DFB mit Rassismus in Verbindung gebracht wird, weisen wir (...) in aller Deutlichkeit zurück“, hieß es in einer Stellungnahme des Verbandes (Original siehe unten). Der DFB hätte sich „gefreut, wenn Özil (...) weiter Teil des Teams hätte sein wollen“, hieß es weiter. Er „bedauert den Abschied“ Özils und wolle seine „erfolgreiche Integrationsarbeit weiter konsequent und aus tiefer Überzeugung“ fortsetzen. Selbstkritik gibt es nur wenig. „Dass Mesut Özil das Gefühl hatte, als Ziel rassistischer Parolen gegen seine Person nicht ausreichend geschützt worden zu sein, wie es bei Jerome Boateng der Fall war, bedauern wir“, hieß es.

          Vorausgegangen war eine Telefonkonferenz des Präsidiums mit dem im Urlaub weilenden Grindel an der Spitze. Der Verband bedankte sich bei Özil für dessen Einsatz. „Er hat eine erfolgreiche Ära mitgeprägt, auf und gerade auch neben dem Platz. Er hatte entscheidenden Anteil daran, dass Deutschland 2014 in Brasilien Weltmeister geworden ist“, hieß es. Allerdings betonte der DFB: „Es gehört für uns als Verband auch zum respektvollen Umgang mit einem verdienten Nationalspieler, dass wir manche für uns in Ton und Inhalt nicht nachvollziehbare Aussage in der Öffentlichkeit unkommentiert lassen.“

          DFL-Präsident Reinhard Rauball wies die Rassismusvorwürfe von Özil ebenfalls zurück. „Es ist in keiner Weise hinnehmbar, wenn der DFB und seine Spitze pauschal in Zusammenhang mit Rassismus gerückt werden“, wird der 71-Jährige in einer Mitteilung der Deutschen Fußball Liga vom Montag zitiert. „Der deutsche Fußball hat mit unzähligen Aktionen bewiesen, dass er sich für Integration, ein faires Miteinander und ein weltoffenes Land engagiert“, heißt es in der Erklärung weiter. „In den vergangenen Wochen sind offensichtlich von allen Seiten Fehler gemacht worden. Die Abrechnung von Mesut Özil schießt aber über jedes nachvollziehbare Maß hinaus und lässt keinerlei Selbstkritik erkennen.“ Unabhängig von der Art und Weise seines Rücktritts sei dem 29 Jahre alten Özil für seinen Einsatz in 92 Länderspielen zu danken.

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          Grindel war von Özil in dessen Rücktrittserklärung am Sonntag massiv angegangen worden. Der 29-Jährige warf dem Funktionär offen Rassismus vor. Aus der Politik gab es erste Stimmen, die auch Grindel zum Rücktritt aufforderten. „Mit schwerem Herzen und nach langer Überlegung werde ich wegen der jüngsten Ereignisse nicht mehr für Deutschland auf internationaler Ebene spielen, so lange ich dieses Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit verspüre“, schrieb Özil am Sonntagabend in seinem inszenierten und viel beachteten Abgang nach 92 Länderspielen für sein Geburtsland. „Ich werde nicht länger als Sündenbock dienen für seine Inkompetenz und seine Unfähigkeit, seinen Job ordentlich zu erledigen“, betonte Özil an die Adresse von Grindel, der durch die schweren Anschuldigungen selbst immer stärker unter Druck gerät.

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