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Fußball : Deutschland gegen Bundesliga

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Zuversichtlich, aber auch vorsichtig: Joachim Löw Bild: dpa

Joachim Löw warnt eindringlich vor Österreich: In der WM-Qualifikation erwartet der Bundestrainer ein Duell „auf Augenhöhe“ gegen die rot-weiß-rote Bundesliga-Auswahl.

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          Seriös, konzentriert und endlich auch kühl im Abschluss - die Forderungen von Joachim Löw sind vor dem Duell in Österreich eindeutig. Gleich nach der Landung im sommerlichen Wien machte sich der Bundestrainer an die letzte Detailarbeit. Von Philipp Lahm, Miroslav Klose und Co. erwartet Löw beim ersten WM-Gradmesser einen kräftigen Leistungsschub - denn der DFB-Chefcoach sieht den Gegner so stark wie nie.

          Als Extra-Motivation ernannte er das brisante WM-Qualifikationsspiel der Fußball-Nationalmannschaft am Dienstag (20.30 Uhr/ARD und FAZ.NET) kurzerhand zum Duell „Deutschland gegen die Bundesliga“. Neun Profis aus der deutschen Eliteklasse im Aufgebot des Gegners haben den 52-Jährigen zusätzlich von dessen neuer Stärke überzeugt. „Ich erwarte, dass wir das Spiel sehr konsequent angehen und unsere Chancen nutzen“, forderte Löw am Tag vor der Partie im mit 40.000 Zuschauern ausverkauften Ernst-Happel-Stadion. Noch auf dem kurzen Flug von Hannover nach Wien hatte Löw die Zeitungen studiert. „Ich habe auch gelesen, dass selbstbewusste Aussagen gemacht wurden, und das völlig zu recht. Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe“, warnte Löw bei der Pressekonferenz nach der Ankunft im Wiener Prater.

          Jede Form von Schlendrian ist gegen das kleine Nachbarland streng verboten. Energisch wie bei keinem seiner schon drei Wien-Gastspiele als Bundestrainer mahnte Löw die Nationalspieler vor den neu entdeckten Stärken des Austria-Teams. „Was ich von Österreich gesehen habe, sind sie so gut wie die Jahre zuvor nicht; viel organisierter, viel selbstbewusster, viel direkter zum Tor. Sie wittern ihre Chance, mal wieder bei einem großen Turnier dabei zu sein“, sagte Löw.

          Erstes Ziel: Ball erobern
          Erstes Ziel: Ball erobern : Bild: dpa

          Seiner eigenen Auswahl redete er entsprechend ins Gewissen. Ein Ausrutscher gegen Rot-Weiß-Rot würde nicht nur einen Rückschlag für den gerade aufgenommen direkten Weg zur WM 2014 bedeuten, sondern auch die EM-Wunden wieder aufreißen. „Ich gehe von einem starken und heftigen Abnützungskampf aus“, sagte Löw. Ungewöhnlich defensiv formulierte der Bundestrainer die Ambitionen, fast so, als wolle er für einen Punktverlust vorsorgen. „Es ist ein Langstreckenwettbewerb, in dem 30 Punkte vergeben werden. Es ist kein Entscheidungsspiel. Jetzt heißt es für uns, in Wien nachzulegen“, betonte Löw.

          Bei aller Warnung vor dem Kontrahenten sieht Löw sein Team aber doch im Vorteil. Den Bundesliga-Profis Prödl, Pogatetz, Harnik, Arnautovic und Co. attestierte er mit deren deutschen Arbeitgebern in Bremen, Wolfsburg oder Stuttgart zwar Europa-League-Ambitionen. In der deutschen Startelf aber haben bis auf den Neu-Dortmunder Marco Reus alle Akteure Champions-League-Erfahrung.

          Schmelzer noch fraglich

          Fraglich ist weiterhin, ob Marcel Schmelzer nach seiner Fußprellung, die einen Einsatz gegen die Färöer (3:0) verhinderte, wieder fit genug ist. Beim letzten Training in Hannover war er zwar dabei. „Aber bei Ballberührungen, bei Pässen und bei Schüssen ist der Schmerz noch da“, sagte Schmelzer. Fehlt er, müsste Holger Badstuber wieder links verteidigen. Die zweite vakante Position ist neben Sami Khedira die zweite Hälfte der Doppel-Sechs. Toni Kroos ist favorisiert, dessen Hüftprellung wäre kein Hindernis mehr.

          Taktisch hat Löw das stets kritisierte Abwehrverhalten im Blick. Unbedingt sollen aber die Offensivkräfte ihre auch gegen die Färöer viel zu schlampige Chancenverwertung optimieren. „Viele Chancen werden wir gegen Österreich nicht bekommen“, mahnte Klose, der in seinen vier Duellen mit dem Nachbarn fünfmal traf.

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