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Erstes Länderspiel nach WM-Aus : Die Lust auf die einfachen Dinge des Fußballs

Toni Kroos (rechts) und seine Mitspieler nach dem Länderspiel gegen Frankreich Bild: EPA

Die Nationalmannschaft macht mit dem Remis in der Nations League gegen den Weltmeister einen Schritt zurück zu sich selbst – und einen Schritt auf die Fußballnation zu. Ein verlorengegangenes Gefühl kehrt zurück.

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          Der Anfang ist gemacht: Endlich kann man auch wieder mal mit einem Augenzwinkern von der deutschen Nationalmannschaft reden. „Für uns war es wichtig, den ersten Schritt wieder auf die Fußballnation zuzumachen“, sagte Thomas Müller am Donnerstag kurz vor Mitternacht und lächelte sein Thomas-Müller-Lächeln. „Und das haben wir geschafft.“ Dabei parodierte er gekonnt den staatstragenden Ton all der Krisendebatten und Erklärungen, den ganzen Bierernst am Ball, der zehn Wochen lang nach dem WM-Debakel die Diskussion im Land des nun nicht mehr weltmeisterlichen Fußballs geprägt hatte.

          Nations League
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          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Endlich rollte er wieder, der Ball, zwar nicht ins gegnerische Tor, aber zur Abwechslung auch mal nicht ins eigene. Das 0:0 gegen den neuen Weltmeister Frankreich in München war im achten Versuch im WM-Jahr 2018 das erste Spiel, das Deutschland ohne Gegentor hinter sich brachte. Wegen der Art und Weise, mit der man sich dieses Zu-Null-Gefühl zurückgeholt hatte, war die Genugtuung bei den in der Öffentlichkeit zuletzt arg gerupften WM-Helden von 2014 spür- und hörbar. „Wir wurden alle etwas schwächer geredet in den letzten Monaten, als wir sind“, sagte Mats Hummels. „Wir waren alle sehr heiß darauf, einigen Leuten zu zeigen, wie falsch sie lagen.“

          Wie fast immer, wenn die Kritik an einem Team oder Trainer allzu grundsätzlich geworden ist und die Gesamtsituation  verfahren erscheint, hilft es, sich daran zu erinnern, dass Fußball ein letztlich doch einfaches Spiel sein kann. Und wer verlorene Sicherheit sucht, geht eben einfach erst einmal auf Nummer sicher. Das gelang bis auf die jeweils rund zehn Minuten vor und nach der Pause, als die Franzosen zu guten Chancen kamen, zufriedenstellend.

          Ginter ordentlich, Lob für Kimmich im Zentrum

          Bundestrainer Löw hatte sich nach all den kraftlosen und überinterpretierten Worten der letzten Wochen darauf besonnen, Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Er erinnerte sich an seine erfolgreiche Idee der WM-Vorrunde 2014, eine Abwehr aus vier Innenverteidigern aufzustellen, etwas, was man wegen der dadurch gewonnenen Stabilität „Ochsenkette“ genannt hatte. Neben Antonio Rüdiger anstelle des lädierten Linksverteidigers Jonas Hector gelang die reaktivierte Ochsentour vor allem Matthias Ginter auf der rechten Seite ordentlich. Am Ende hätte er um ein Haar den Siegtreffer geköpft, den Torwart Alphonse Areola mit großartiger Parade verhinderte.

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          Dafür war Joshua Kimmich von der rechten Abwehrseite, wo er nach der WM wegen allzu vieler Vorstöße ohne defensive Balance kritisiert worden war, auf die zentrale Position vor der Abwehr gerückt, wo er nun viel Lob erhielt. Er schirmte die Abwehrkette gut ab und hatte „die Ruhe am Ball“, wie Müller fand. Die Kehrseite von Löws Betonung der in Russland versäumten Absicherung war eine oft sichtbare Hemmung im Spiel nach vorn – um ja nicht den konterstarken Franzosen ins Messer zu laufen und mit einer Niederlage die sommerliche Selbstzerfleischung der Fußballnation in den Herbst zu verlängern. Erst in der letzten halben Stunde wagte man ein wenig mehr und kam zu drei, vier guten Gelegenheiten.

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