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Fußball : Der Erdgas-Riese Gasprom macht sich auf Schalke breit

  • Aktualisiert am

Lässt Gasprom Schalkes Perspektiven erstrahlen? Bild: dpa

Seit Jahresbeginn rollt bei Schalke 04 der Rubel: Der spektakuläre Sponsoren-Deal mit dem russischen Konzern Gasprom ist in Kraft getreten. Bis zu 125 Millionen Euro können dabei herausspringen - die Kontrolle über den Verein wollen die Schalker aber nicht abgeben.

          Bei Schalke 04 hat mit dem Jahreswechsel auch eine neue Zeitrechnung begonnen. Seit Montag ist der
          spektakuläre Sponsor-Vertrag des Fußball-Bundesligaklubs mit dem russischen Erdgas-Riesen Gasprom in Kraft, der den Königsblauen bis 2012 zwischen 60 und 125 Millionen Euro in die Kassen pumpt.

          Entsprechend sind die Werbebanden auf dem Trainingsgelände schon vor dem Auftakt der Rückrunden-Vorbereitung am Donnerstagnachmittag mit dem Logo des neuen Hauptsponsors umgerüstet und auch eine Tribüne in der Veltins-Arena nach dem Geldgeber benannt worden.

          „Schalke wird nie ein neues Chelsea“

          Sorgen vor der drohenden Gefahr einer schleichenden Übernahme des Traditionsklubs durch die Russen weist Vereinspräsident Gerd Rehberg nachdrücklich zurück. „Schalke wird nie ein zweites Chelsea“, meint der Klub-Chef mit Blick auf die Macht des russischen Öl-Milliardärs Roman Abramowitsch beim englischen
          Meister FC Chelsea: „Schalke bleibt ein eingetragener Verein, es ist ausgeschlossen, dass Gasprom die Kontrolle übernimmt.“

          Die Schalker Toennies und Rehberg (v.l.) und der Gasprom-Vertreter Fursenko

          Viel lieber sehen die mit gut 100 Millionen Euro Verbindlichkeiten belasteten Gelsenkirchener den Deal, der im vergangenen Oktober in Anwesenheit von Russlands Staatspräsident Wladimir Putin perfekt gemacht worden ist, als große Chance. „Damit gehören wir in Sachen Sponsorship zu den Big Guys. Jetzt müssen wir nicht mehr von der Hand in den Mund leben“, sagt Schalkes Finanzvorstand Josef Schnusenberg zur neuen Dimension der Vereinbarung.

          Zenit St. Petersburg sportlicher Kooperationspartner

          Zum Vergleich: Der bisherige Hauptsponsor (Victoria) hatte seit 2001 jährlich zwischen 6,25 und 7,5 Millionen Euro gezahlt. Der Düsseldorfer Konzern, der durch seinen vorzeitigen Rückzug zum 31. Dezember - der Kontrakt lief ursprünglich noch bis zum Saisonende - den Weg für die Russen erst frei machte, bleibt
          Schalke als Co-Sponsor erhalten.

          Gasprom bringt allerdings nicht nur frisches Geld in die Schalker Kassen, sondern auch gleich einen neuen sportlichen Kooperationspartner mit. Der von dem Energie-Konzern kontrollierte FK Zenit St. Petersburg gibt am 20. Januar zur offiziellen Präsentation der Zusammenarbeit mit Gasprom ein Gastspiel „auf
          Schalke“.

          Neue Stars sollen vorerst nicht kommen

          Im Rahmen des Duells mit dem vom Niederländer Dick Advocaat trainierten Tabellenvierten der ersten russischen Liga will sich Schalkes neuer Hauptsponor mit einer aufwändigen Inszenierung den Fans der „Knappen“ vorstellen. Für das Spiel sind inzwischen bereits 35.000 Karten im Vorverkauf abgesetzt worden.

          Obwohl nun der Rubel rollt, wollen die Schalker Verantwortlichen mit dem neuen Geldsegen bedächtig umgehen. An den Kauf neuer Stars sei nicht gedacht, die Mittel sollen vielmehr zum schnelleren Schuldenabbau verwendet werden. Schnusenberg: „Für Ronaldinho oder Ronaldo reicht das leider nicht aus. Wir bleiben auf dem Teppich.“


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