https://www.faz.net/-gtl-723rq

Fußball-Bundesliga : Klubs investieren auf „Rekordkurs“

  • Aktualisiert am

Treffsicherer Neuzugang: Mandzukic bewies bei Bayern bereits seine Qualitäten Bild: REUTERS

Die Klubs der Fußball-Bundesliga investieren so viel Geld in neue Spieler wie seit fünf Jahren nicht mehr. Bis dato haben sie über 186 Millionen Euro auf dem Transfermarkt ausgegeben - und liegen damit auf „Rekordkurs“.

          2 Min.

          Investitionsboom in der Fußball-Bundesliga: Zehn Tage vor dem Start in die 50. Saison haben die 18 Vereine so viel Geld in neue Spieler investiert wie seit fünf Jahren nicht mehr. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur dpa liegt die Eliteklasse mit Ausgaben von insgesamt 186,23 Millionen Euro für 178 Neuzugänge sogar auf „Rekordkurs“.

          Die Bestmarke stammt aus dem Sommer 2007, als die Liga vor dem Saisonstart 194 Millionen Euro ausgab. Auf der Einnahmenseite standen bis Dienstagmittag 142,85 Millionen Euro, sodass die Liga bis dato auf dem Transfermarkt ein Gesamt-Minus von 43,38 Millionen Euro verzeichnet.

          Im Vorjahr hatten die deutschen Fußballklubs zum vergleichbaren Zeitpunkt nur 132, in der Spielzeit 2010/2011 gar nur 87 Millionen Euro investiert. Aktuell liegt die Bundesliga mit ihrem Wert auf Rang vier der internationale Top-Ligen: Die englische Premier League gab vor der am Wochenende beginnenden Spielzeit rund 300 Millionen Euro aus und liegt damit weltweit vor der Serie A in Italien (280 Mio), Frankreichs Ligue 1 (198 Mio) – und der Bundesliga.

          Gladbach gibt am meisten aus

          Die Ausgabenliste führt Borussia Mönchengladbach mit 31,2 Millionen Euro vor Bayern München (29,8) und Meister Borussia Dortmund (26,5) an. Anders als Rekordmeister München, der nur 500.000 Euro für den an Bremen verliehenen Stürmer Nils Petersen einnahm, konnten der BVB, der Transfereinnahmen in Höhe von 24,3 Millionen Euro erzielte, und Gladbach (23 Millionen) ihre Transferbilanz durch Verkäufe in etwa wieder ausgleichen.

          Um Double-Gewinner Dortmund die Meisterschale und den DFB-Pokal wieder abzujagen und einen neuen Angriff auf die Champions League zu unternehmen, rüsteten die Bayern ihren Luxuskader unter anderem mit Claudio Pizarro (ablösefrei aus Bremen), dem Schweizer Xherdan Shaqiri (FC Basel/11,6), Mario Mandzukic (VfL Wolfsburg/13,0) und Dante (Gladbach/4,7) auf.

          Gladbach stand als Vierter der Vorsaison indes vor der Aufgabe, den Substanzverlust durch den Abgang der Leistungsträger Marco Reus, Dante und Roman Neustädter auszugleichen. Trainer Lucien Favre will mit seinem Team nicht nur den nationalen, sondern nach dem erstmaligen Einzug in den Europapokal nach 16 Jahren auch den hohen internationalen Anforderungen gewachsen sein.

          Reus ist der teuerste Neuzugang der Saison

          Um diesem Anspruch gerecht werden zu können, musste Sportdirektor Max Eberl viel Geld ausgeben: Torjäger Luuk de Jong (Twente Enschede) kostete rund zwölf Millionen Euro Ablöse, für Alvaro Dominguez (Atlético Madrid) und Granit Xhaka (FC Basel) wurden zusammen mehr als 16 Millionen Euro gezahlt.

          Der BVB leistete sich in Nationalspieler Reus, für den man 17,1 Millionen Euro investierte, den teuersten Spieler des Sommers. Ersatz war nötig, weil Dortmund umgekehrt Shinji Kagawa für 15 Millionen Euro zu Manchester United ziehen lassen musste. Für den bisherigen Lewandowski-„Backup“ Lucas Barrios (für 8,5 Mio Euro nach China) holte der Meister Sturmtalent Julian Schieber (6,0) aus Stuttgart.

          Im Investitions-Boom: Die Bundesliga gibt viel Geld für neue Spieler aus Bilderstrecke

          Als einziger Klub aus dem Toptrio der Vorsaison hielt sich Schalke 04 auf dem Transfermarkt zurück. Zwölf Spieler plus Superstar Raúl verließen das Revier, nur sechs Neue kamen, darunter Leihgaben wie Edu oder Anthony Annan, die Schalke nicht an einen anderen Verein bringt. Wirklich neu sind nur der Leverkusener Tranquillo Barnetta und Neustädter. Beide kamen ablösefrei. Negativ zu Buche schlug lediglich der Kauf des zuvor ausgeliehenen Chinedu Obasi für vier Millionen Euro aus Hoffenheim.

          Schwaben sparen

          Die höchste Fluktuation gab es bisher wieder bei Felix Magath. Der Trainer und Manager des VfL Wolfsburg holte 15 Neue für 20,6 Millionen Euro und sortierte 19 Profis aus, die etwa 14 Millionen Euro einbrachten. Am sparsamsten waren die Schwaben: Der VfB Stuttgart lieh Tim Hoogland für 200.000 Euro von Schalke aus. Eine positive Transferplus kann nur ein Drittel der Klubs aufweisen: Werder Bremen (+7,3 Millionen Euro), der VfB (+6,8), der 1. FC Nürnberg (+4,8), 1899 Hoffenheim (+4,65), der Hamburger SV (+2,0) und Mainz 05 (+1,5) gaben weniger Geld aus als sie zur Verfügung hatten. Doch noch ist viel Bewegung auf dem Transfermarkt zu erwarten – bis zum 31. August ist das Transferfenster für potentielle Neuverpflichtungen schließlich noch geöffnet.

          Weitere Themen

          Taginzew/Krysanowa tanzen in den Himmel

          Eislauf auf Parkett : Taginzew/Krysanowa tanzen in den Himmel

          Denis Taginzew und Ekaterina Krysanowa treffen als verkappte Eiskunstläufer ohne Eis den Geschmack der Juroren. Für sie geht ein Traum in Erfüllung. Gerade noch rechtzeitig. Denn 2020 ist Schluss auf Bonner Parkett.

          Topmeldungen

          Klein und furchteinflößend: Papierfischchen lieben Zellulosefasern.

          Sorge vor Schädlingen : Insekten im Museum

          Alle Museen fürchten Insekten, die ihre Sammlungen als Nahrungsquelle sehen. Trotzdem spricht kaum jemand in der Branche über Schädlingsbefall. Wer es tut, muss mit Konsequenzen rechnen.
          Verkehrsminister Scheuer musste sich wegen der Maut-Vergabe im Juli den Fragen des Verkehrsausschusses im Bundestag stellen.

          Automaut : Rechnungshof kritisiert Scheuer

          Der Bundesverkehrsminister wird seit langem für das Vergabeverfahren für die Pkw-Maut angegriffen. Auch der Bundesrechnungshof ist nicht einverstanden. Es listet gleich eine ganze Reihe von Verstößen auf.
          An der Stelle des Unglücks: Kerzen und Stofftiere erinnern an den Jugendlichen, der hier in der Münchener Innenstadt von einem Raser totgefahren wurde.

          Raserunfall in München : „Keine Hetzjagd“

          Eine Videoaufnahme von dem Raserunfall in München, bei dem ein Jugendlicher starb, soll die Polizei von Hetzjagd-Vorwürfen entlasten und den Vorsatz des Fahrers belegen. Die Staatsanwaltschaft sieht mehrere Mordmerkmale erfüllt.

          Angefasst und ausprobiert : Das kann das Motorola Razr

          Wer das neue Motorola Razr in die Hand bekommt, reißt erst einmal die Klappe auf und sucht wie bei anderen faltbaren Smartphones die Falte in der Mitte. Wir haben aber auch noch anderes ausprobiert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.