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Ärger bei Bayer Leverkusen : „Das macht keinen Sinn“

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Will mit dem Schiedsrichter nicht sprechen: Leverkusen-Coach Peter Bosz Bild: AFP

Bayer Leverkusen spielt in der Europa League ohne sechs Verletzte, hat sieben Änderungen in der Startelf, ist 70 Minuten in Unterzahl, hält einen Elfmeter und kassiert doch die erste Saison-Pleite. Der Trainer ist stinksauer.

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          Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch stieg Peter Bosz in der Nacht zu Freitag in Prag in den Flieger. Der Ärger des Trainers von Bayer Leverkusen begrenzte sich nach der 0:1 (0:0)-Niederlage bei Slavia Prag aber nicht alleine auf den schottischen Schiedsrichter William Collum, sondern traf ebenso seinen Spieler Karim Bellarabi. Der hatte nach Ansicht nahezu aller Experten in der 21. Minute eine unberechtigte Rote Karte gesehen. Doch sein zumindest ungestümes Einsteigen machte ihn laut Bosz zum Mitschuldigen.

          Europa League

          „Einige sagen, dass es keine Rote Karte war. Aber es war ein Foul“, sagte Peter Bosz über die Aktion an der seitlichen Mittellinie: „Und meiner Meinung nach war es völlig unnötig, dort überhaupt zu foulen.“ Auf die Frage, ob er eher mit Bellarabi oder mit Collum ein ernstes Gespräch führen müsse, antwortete der 56-Jährige knurrig: „Mit beiden nicht. Denn das macht keinen Sinn.“

          Alles bei Null

          Klar war, dass der Platzverweis das bis dahin von Bayer klar dominierte Spiel veränderte und die 70-minütige Unterzahl den Bundesligisten viel Kraft kostete. „Wenn wir zu elft bleiben, kann ich mir nicht vorstellen, dass wir verlieren“, sagte Bosz: „Aber auch mit zehn Mann dürfen wir dieses Spiel nicht verlieren.“

          Bayer, das schon ohne sechs Verletzte auskommen musste und wegen der großen Belastung in diesen Wochen mit einer auf sieben Positionen veränderten Startelf auflief, kämpfte und wehrte sich zwar lange. Torhüter Lukas Hradecky hielt sogar einen von ihm verursachten Foulelfmeter von Nicolae Stanciu inklusive Nachschuss (64.). Doch dann kosteten den Bundesliga-Vierten eine einfache Standard-Situation und ein Kopfball-Tor von Peter Olayinka (80.), der sich dabei die Nase brach, den Punkt.

          Ärgerlich war die Niederlage nicht nur wegen ihrer Umstände. Sie zerstörte auch die glänzende Ausgangsposition, die Bayer sich durch den 6:2-Auftaktsieg gegen OGC Nizza in der Gruppe C geschaffen hatte. Nach Nizzas 1:0 gegen Bayers nächsten Gegner Hapoel Be'er Sheva haben nun alle vier Teams drei Punkte, alles beginnt quasi wieder bei Null.

          Und die Zusatz-Belastung der langen Unterzahl kam für die Leverkusener auch zur Unzeit. „Das kommt noch dazu“, sagte Bosz: „Inmitten eines solch vollen Programms mit zehn Mann zu spielen, ist anstrengend.“ Das Spiel in Tschechien wurde rund 70 Stunden nach dem Abpfiff der Bundesliga-Partie gegen Augsburg (3:1) angestoßen. Das nächste in Freiburg wird weitere 65 Stunden später beginnen. Und nach drei freien Tagen muss Bayer dann zum dritten Auswärtsspiel in Serie ins 3000 Kilometer Luftlinie entfernte Israel.

          So war es das einzig Positive, dass die komplett umgebaute Viererkette funktionierte und sich zeigte, dass Bayer zumindest hier in der Breite gut aufgestellt ist. „Die Jungs in der Verteidigung waren sehr beschäftigt, aber sie haben es wirklich gut gemacht“, sagte Bosz. Unter anderem hatte Nationalspieler Jonathan Tah erstmals in dieser Saison von Beginn an gespielt, der kroatische Weltmeisterschaftszweite Tin Jedvaj kam zum ersten Mal überhaupt zum Einsatz.

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