https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/funkel-entlassung-als-kroenung-zehn-jahre-loewen-wahnsinn-12883864.html

Funkel-Entlassung als Krönung : Zehn Jahre „Löwen“-Wahnsinn

  • Aktualisiert am

Er wollte zum Saisonende gehen, wurde aber jetzt schon entlassen: Friedhelm Funkel Bild: dpa

Die „Löwen“ haben nach dem Rausschmiss von Funkel weder Trainer, noch Manager. Präsident Mayrhofer steht vor einem Scherbenhaufen. Fragt sich, wieviel Geld Ismaik noch investieren will?

          2 Min.

          Auch im zehnten Jahr nach dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga fällt die Bilanz des TSV 1860 München desaströs aus. Das Ziel Aufstieg erwies sich erneut als eine verwegene Vision, dafür wurde beim finanziell klammen Zweitligaklubs wieder einmal reihenweise Personal verschlissen. Am Sonntag musste kurz nach der 0:3-Heimpleite gegen den Karlsruher SC Cheftrainer Friedhelm Funkel gehen - und das nur wenige Tage nach der Entscheidung, sich ohnehin am Saisonende zu trennen. Der 60-Jährige wurde von der Vereinsführung „freigestellt“.

          Es sei „schade“, kommentierte Funkel. Er hätte die letzten fünf Partien gerne noch auf der „Löwen“-Bank absolviert. Überraschen konnte den erfahrenen Coach der Rauswurf aber nicht mehr. Assistenz-Trainer Markus von Ahlen übernahm am Montag interimsmäßig das Training der Profis. Der 43-Jährige soll eine Spielzeit halbwegs versöhnlich zu Ende führen, in der Alexander Schmidt als erster Trainer bereits nach sechs Spieltagen gefeuert worden war. Neben Schmidt und Funkel verloren zudem ein Geschäftsführer (Robert Schäfer) und der Sportdirektor (Florian Hinterberger) ihre Posten.

          Aufstiegsplanung vorerst ohne Trainer und Manager

          Mitten in der Planungsphase für das elfte Jahr in der 2. Liga, in der garantiert wieder der Aufstieg zum Ziel erklärt werden dürfte, steht der deutsche Meister von 1966 ohne Chefcoach und Manager da. Beide Positionen sollen zeitnah neu besetzt werden. Das Duo müsste einen Kader zusammenstellen, der höheren Ansprüchen genügen könnte. Wobei bei 1860 ohnehin alles davon abhängt, welche Geldmittel der in Abu Dhabi lebende jordanische Investor Hasan Ismaik für das Team 2014/15 zur Verfügung stellen wird.

          Präsident Gerhard Mayrhofer steht am Ende seines ersten Präsidentenjahres vor einem Scherbenhaufen. An seinem 52. Geburtstag musste er auch noch den nächsten Trainer feuern, nachdem er in der Münchner Arena einen desolaten Auftritt seiner „Löwen“ angesehen hatte. „Das war unser schlechtestes Spiel in der Saison“, erklärte Kapitän Guillermo Vallori. Einen Zusammenhang mit der angekündigten Trennung von Funkel wies Vallori jedoch zurück: „Nein, das war nicht der Grund.“ Funkel selbst musste eingestehen, dass sein Team gegen den KSC zeitweise „den Kopf verloren“ hatte.

          Es war nach den 0:1-Niederlagen gegen den 1. FC Kaiserslautern und den 1. FC Köln die dritte Heimschlappe in Serie - und das jeweils gegen Gegner, gegen die 1860 eigentlich Aufstiegsreife demonstrieren wollte. Nur sieben Siege in 23 Spielen sprachen als Ausbeute nicht für Funkel. Nun übernimmt sein Assistent bis Saisonende. „Wir müssen uns zusammenraufen“, kündigte Markus von Ahlen an.

          Der 43-Jährige führte in der vergangenen Saison die zweite Mannschaft der „Löwen“ zur Regionalliga-Meisterschaft. In seinem ersten Spiel als Übergangs-Chef der Profis muss er am kommenden Montag beim abstiegsbedrohten Tabellen-16. Dynamo Dresden antreten. „Unser Ziel ist es, in den verbleibenden Spielen in der Tabelle so weit wie möglich nach oben zu klettern“, kündigte Kapitän Vallori am Sonntag an - bevor Funkel gehen musste.

          Die Trainer des TSV 1860 seit dem Bundesliga-Abstieg

          07.04.2014 - 30.06.2014  Markus von Ahlen
          07.09.2013 - 06.04.2014  Friedhelm Funkel
          18.11.2012 - 30.08.2013  Alexander Schmidt
          01.07.2010 - 17.11.2012  Reiner Maurer
          13.05.2009 - 30.06.2010  Ewald Lienen
          24.02.2009 - 12.05.2009  Uwe Wolf
          18.03.2007 - 23.02.2009  Marco Kurz
          24.01.2006 - 17.03.2007  Walter Schachner
          04.12.2004 - 22.01.2006  Reiner Maurer
          01.07.2004 - 04.12.2004  Rudi Bommer

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          2019 erst eröffnete Apple ein neues Bürogebäude in Cupertino. Dennoch arbeiten viele Mitarbeiter des Unternehmens lieber vom heimischen Schreibtisch aus.

          Homeoffice im Silicon Valley : Apple und der Homeoffice-Knatsch

          Die amerikanischen Tech-Konzerne gelten als Traum-Arbeitgeber. Aber jetzt stehen viele schicke Büros leer. Ist Anwesenheitspflicht die Lösung? Vor allem bei Apple gibt es nun deshalb richtig Knatsch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          AllesBeste
          Testberichte & Kaufberatung
          Baufinanzierung
          Erhalten Sie Ihren Bauzins in 3 Minuten
          Spanischkurs
          Lernen Sie Spanisch