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Belgrad-Klubs und Putin-Nähe : Fußball in der Hexenküche

Frühlingsgefühle dank Angriffskrieg: Fans beim Belgrader Derby zwischen Partizan und Roter Stern im April huldigen das „Z“. Bild: IMAGO/Aleksandar Djorovic

Russlands Fußball ist in Europa isoliert – doch nun ist Roter Stern Belgrad zu Besuch in Sotschi. Auf die Belgrader Teams kann sich Putin ebenso verlassen wie auf die Belgrader Presse, Gazprom sei Dank.

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          Nur sehr kleine Kinder und sehr naive oder äußerst zynische Erwachsene glauben noch, dass Fußball und Politik nichts miteinander zu tun hätten. Dejan Lovren wird in wenigen Tagen 33 Jahre alt, der Faktor Kindheit fällt bei der Bewertung seines Tuns also nicht wirklich ins Gewicht. Ob es Zynismus oder Naivität ist, lässt sich von außen nicht beurteilen, doch der in Bosnien geborene kroatische Profi und einstige Kriegsflüchtling, der mit Kroatien WM-Zweiter sowie mit dem FC Liverpool Champions-League-Sieger und englischer Meister wurde – ist voll des Lobes über Putins Russland. Der mittlerweile für den russischen Meister Zenit St. Petersburg auflaufende Innenverteidiger gehört zu jenen ausländischen Spielern in Russlands erster Liga, die nicht ihre Sachen gepackt haben, sondern weiterhin im Lande des Aggressors Geld verdienen wollen.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Das wird ihm unter anderem in serbischen Boulevardmedien hoch angerechnet, denn auch dort hält man es mit Putin. Viel Aufmerksamkeit in besagten Medien fand dieser Tage ein Interview, das Lovren in Russland gegeben und in dem er sich bitterlich über den Ausschluss russischer Klubs aus allen europäischen Wettbewerben durch die UEFA beklagt hatte: „Das ist sehr schmerzhaft für uns, und ich verstehe diese Entscheidung nicht. Sport und Politik sollten getrennt werden, und jetzt werden viele Sportler bestraft, nicht nur Fußballer.“

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