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1:6 in Anderlecht : Mainzer Blamage in Belgien

  • -Aktualisiert am

Onisiwo (links) und Mainz waren mit Anderlecht nur phasenweise auf Augenhöhe Bild: dpa

Der erste Misserfolg in der Gruppenphase der Europa League fällt für Mainz 05 denkwürdig aus. Beim 1:6 in Anderlecht erleben Spieler und Trainer einen Abend, den sie so schnell nicht vergessen werden.

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          Der FSV Mainz 05 hat einen Abend in der Europa League erlebt, den Spieler und Trainer so schnell nicht vergessen werden: Der erste Misserfolg in der Gruppenphase der Europa League fiel denkwürdig aus. Die Rheinhessen wurden am Donnerstag beim belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht phasenweise vorgeführt und unterlagen 1:6. Für die Belgier trafen Nicolae Stanciu (9. und 41. Minute) Youri Tielemans (62.), Lukas Teodorczyk (90.+1 und 90.+4) sowie Massimo Bruno (90+2).

          Vor allem in der Schlussphase gingen die Mainzer unter; sie mussten so die höchste Niederlage seit elf Jahren - seinerzeit in gleicher Höhe gegen Werder Bremen - hinnehmen. Ein weiterer Fehlschlag in der kommenden Partie beim französischen Verein AS St. Etienne am 24. November würde das Ende aller Europapokal-Träume bedeuten. „Das war die schlimmste Niederlage, seit ich Trainer in Mainz bin. Nach dem 1:4 hat es uns das Spiel total zerschossen. Das war eine Katastrophe und darf nicht passieren“, räumte Trainer Martin Schmidt ein.

          Vor 1100 mitgereisten Fans leistete sich der Mainzer Schlussmann Jonas Lössl schon früh einen folgenreichen Fehlgriff: Der Däne erwartete eine Flanke, während Stanciu frech aus spitzem Winkel aufs Eck zielte und die Lücke fand. Die 05er schienen sich schnell von diesem Schock erholen zu können: Pablo de Blasis glich aus. Seinen Schuss aus zehn Metern wusste der gegnerische Keeper, Davy Roef, nicht abzuwehren (15.). Das Mainzer Glück währte jedoch nicht lange.

          Noch vor der Pause wendete sich das Blatt; und abermals war ein individueller Patzer die Ursache. Der Mainzer Mittelfeldspieler Suat Serdar spielte den Belgiern mit einem Fehlpass im Spielaufbau in die Karten, Anderlecht nutzte die Gelegenheit für einen Konter. Wiederum war Stanciu als Vollstrecker zum Schluss am Ball, sein Schuss fand aus 16 Metern das Ziel. Kurz nach dem Seitenwechsel war es abermals de Blasis, der den Mainzern hätte behilflich sein können. Dieses Mal versagten dem argentinischen Stürmer aber freistehend die Nerven, er scheiterte an Roef.

          Überzahlsituationen wusste Mainz nicht zu nutzen

          Stattdessen entwickelte sich der Abend ganz anders, als die Mainzer gehofft hatten: Zunächst erhöhte der 19 Jahre alte Tielemans, eines der vielen großen Talente im belgischen Fußball, für den einstigen Europapokalsieger: Der Mittelfeldspieler nutzte den nächsten Schnitzer eines Mainzers, als Giulio Donati, nach Champions-League-Einsätzen für Leverkusen eigentlich der international erfahrenste Spieler im Team, mit einem überhasteten Befreiungsschlag mustergültig aufgelegt hatte. Die Mainzer mühten sich, vergaben aber durch John Cordoba Möglichkeiten. Anderlecht bewies dagegen in der Nachspielzeit Kaltschnäuzigkeit: Zunächst köpfte Teodorczyk nach einer Ecke zum 4:1 ein, ehe Bruno und abermals Teodorczyk per Elfmeter weiter erhöhten.

          Für Mainz 05, das in der Gruppe C als Dritter drei Punkte Rückstand auf die Konkurrenz aus Anderlecht und Saint-Étienne aufweist, steht nun in drei Wochen ein Endspiel ums Weiterkommen bevor: Beim AS Saint-Étienne, am Donnerstag in Qäbälä siegreich, muss der Bundesliga-Neunte nach Lage der Dinge gewinnen, um die kleiner gewordene Chance aufs Weiterkommen zu wahren.

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