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Freistoßspray bei der Klub-WM : Jetzt kommt eine neue Linie ins Spiel

Verbeugung des Schiedsrichters Carlos Vera: Bei der U20-WM im Sommer testete die Fifa das Freistoßspray Bild: picture alliance / AP

Der Fußball-Weltverband Fifa bringt mehr Weiß ins Spiel. Bei der Klub-WM wird Bayern München erstmals Bekanntschaft machen mit dem Freistoßspray. Deutsche Schiedsrichter reagieren bislang mit Vorbehalten.

          1 Min.

          Über Torlinien und ihre technische Überwachung ist lange genug diskutiert worden. Das dachte sich wohl der Fußball-Weltverband Fifa und bringt eine neue Linie ins Spiel. Die Herren über Ball, Spiel und vor allem auch dessen Regeln führen für die Klub-WM vom 11. bis 21. Dezember in Marokko eine kuriose Neuerung ein: Die Schiedsrichter müssen erstmals bei einem offiziellen Senioren-Wettbewerb der Fifa neben Pfeife, Gelber und Roter Karte auch noch eine Spraydose mit auf das Feld nehmen. Das sogenannte Freistoßspray soll helfen, dass bei Freistößen der im Regelwerk vorgeschriebene Abstand von 9,15 Metern eingehalten wird.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Schiedsrichter zieht entsprechend mit einer speziellen chemischen Mischung eine Linie auf dem Rasen, die nach ungefähr 45 bis 60 Sekunden zur Phantomlinie wird und wieder von selbst verschwindet. Durch den Strich kann der Unparteiische einwandfrei kontrollieren, dass sich die von ihm korrekt positionierte Mauer nicht mehr unmittelbar vor der Ausführung des Freistoßes wie bislang üblich sukzessive dem Ball und dem Standardschützen nähert.

          Die Testläufe bei der U-20-WM im Juli in der Türkei und der U-17-WM in den Vereinigten Arabischen Emiraten verliefen nach Angaben der Fifa positiv. In Südamerika wird das Spray sogar schon bei internationalen Klubwettbewerben wie der Copa América seit geraumer Zeit eingesetzt.

          Deutsche Schiedsrichter ablehnend

          Die Verwendung des Freistoßsprays wurde bei der 126. Jahrestagung des für Regelreformvorschläge zuständigen International Football Association Board (Ifab) im März 2012 von allen Mitgliedern gebilligt. Das Ifab fasste den Beschluss, dass jede Konföderation, jede Liga und jeder Mitgliedsverband das Spray auf Wunsch in Zukunft einsetzen kann. An der Klub-WM in Marokko nimmt der deutsche Meister Bayern München als Champions-League-Sieger teil. Franck Ribéry und Co. werden also mit der Neuerung erstmals Bekanntschaft machen.

          Die deutschen Schiedsrichter zeigten sich bislang eher distanziert gegenüber dem Freistoßspray, weil sie der Meinung sind, dass die Persönlichkeit des Schiedsrichters ausreiche, um die Abwehrmauer in Schach zu halten. Ein Bundesliga-Referee ließ sich in der Bild-Zeitung zudem einmal mit dem Satz zitieren: „Das fehlt uns gerade noch. Demnächst laufen wir dann mit Rucksack auf und messen den Mauer-Abstand mit dem Zentimetermaß nach.“

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