https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/fredi-bobic-aussagen-zu-frauenfussball-im-tv-irritieren-ard-zdf-18235639.html

Kritik an ARD und ZDF : Bobic irritiert mit Aussagen zu Fußball der Frauen im TV

  • Aktualisiert am

„Wäre die Frauen-EM bei DAZN statt bei ARD und ZDF gelaufen, wäre es schwer geworden, diese Euphorie in der Bevölkerung zu entfachen“: Fredi Bobic Bild: dpa

Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic rät zu stärkeren Investitionen in den Fußball der Frauen durch ARD und ZDF und bezeichnet die Sender als „teilweise Zwangs-Pay-TV“. Die reagieren verwundert.

          1 Min.

          Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic hat ARD und ZDF zu stärkeren Investitionen in den Fußball der Frauen geraten. Zur Verwendung der Rundfunkbeiträge sagte der ehemalige Nationalspieler der „Sport Bild“: „Es wäre beispielsweise ein Ansatz, Bundesliga-Spiele der Frauen bei ARD und ZDF zu zeigen, um Frauenfußball erlebbar und einer breiten Masse zugänglich zu machen und so nach vorne zu bringen.“ Auf diese Weise würden die Quoten für den Frauenfußball steigen und mehr Werbepartner angelockt werden. „Wäre die Frauen-EM bei DAZN statt bei ARD und ZDF gelaufen, wäre es schwer geworden, diese Euphorie in der Bevölkerung zu entfachen“, sagte der 50-Jährige.

          Zudem sprach sich Bobic für mehr Live-Spiele im frei empfangbaren Fernsehen aus, bezeichnete die mit dem Rundfunkbeitrag finanzierten Öffentlich-Rechtlichen dabei aber als „teilweise Zwangs-Pay-TV“. Er „habe ein Problem damit, wenn von Free-TV die Rede“ sei, sagte Bobic über ARD und ZDF, die auch Partner der Männer-Bundesliga sind. Die ARD zahlt der Deutschen Fußball Liga geschätzt 110 Millionen Euro jährlich für ihre Medienrechte, das ZDF investiert zwischen 25 und 30 Millionen.

          ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky verwies darauf, dass in der Sportschau regelmäßig über die Frauen-Bundesliga und den Pokal berichtet werde und der Sender zuletzt rund 15 Spiele live gezeigt habe. Ähnliches sei für die neue Saison geplant. Er lud Bobic ein, am 24. September die Frauen-Partie TSG Hoffenheim gegen VfL Wolfsburg live im Ersten zu verfolgen. „Da die Fußball-Bundesliga an dem Wochenende nicht spielt, müsste er dafür eigentlich Zeit haben“, sagte Balkausky.

          Ein ZDF-Sprecher sagte zu den Äußerungen des Hertha-Funktionärs: „Wenn Fredi Bobic in Zusammenhang mit dem Rundfunkbeitrag von ‚Zwangsgebühren‛ spricht, so müssen wir das nicht kommentieren.“ Es freue den Sender aber, dass Bobic „ausdrücklich die Leistungen von ARD und ZDF bei den Übertragungen der Frauen-EM in England würdigt, die die derzeitige Begeisterung für den Frauen-Fußball erst richtig befeuert hat. Zu dem Thema Frauen-Bundesliga lässt sich nur sagen, dass wir uns zu laufenden Verhandlungen nicht äußern.“ Derzeit läuft die Ausschreibung des Deutschen Fußball-Bunds für die Medienrechte der Frauen-Bundesliga.

          Weitere Themen

          Alba Berlin mit viel Mühe zum Sieg

          Auftaktspiel der Bundesliga : Alba Berlin mit viel Mühe zum Sieg

          Titelverteidiger Alba Berlin konnte mit einem 81:78-Sieg in die neue Bundesliga-Saison starten – mit viel Mühe und einer Entscheidung in letzter Sekunde. EM-Fahrer Maodo Lo und Johannes Thiemann durften noch verschnaufen.

          Topmeldungen

          Wollen eine Identifikationsnummer: Russische Bürger vor einem Bürgeramt in Almaty

          Mobilmachung in Russland : Abgesetzt aus Putins Reich

          Zigtausende Russen sind wohl schon nach Kasachstan geflohen. Dessen Präsident Tokajew verspricht Hilfe – und setzt sich von Putin ab.

          Sabotage an Nord Stream : Eine bekannte Gefahr

          Seit Montag entweicht aus drei Lecks in den Pipelines Nord Stream 1 und 2 Gas in die Ostsee. Nun fragen sich alle: Wer hat die Pipelines sabotiert?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.