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Frauenfußball : Wachablösung verschoben

Nicht wirklich gefordert im Halbfinale: Wolfsburgs Pernille Harder und Alexandra Popp (Archivbild) Bild: Reuters

Ein weiterer Versuch der Bayern-Frauen, die Dominanz des VfL Wolfsburg zu brechen, ist im Pokal-Halbfinale krachend gescheitert. Die Titelverteidiger gewinnen locker.

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          Als Jovana Damnjanovic und Carina Wenninger nach nur 35 Minuten des Pokal-Halbfinals der Fußballerinnen des FC Bayern München gegen den VfL  Wolfsburg ausgewechselt wurden, war die Enttäuschung nicht zu verbergen. Die Serbin Damnjanovic schritt wutentbrannt an ihrem Trainer Thomas Wörle vorbei, fluchte in ihrer Muttersprache und dürfte einigen auf der Ersatzbank beim obligatorischen Abklatschen nach einer Auswechslung Schmerzen zugefügt haben.

          Ein weiterer Versuch der Bayern-Frauen, die Dominanz des VfL Wolfsburg zu brechen, war schon da so gut wie gescheitert. Nach dem Führungstreffer von Carolin Hansen nach einer starken Einzelleistung (25. Minute) und dem 2:0 durch Pernille Harder (31.) nach einem desaströsen Schnitzer der Bayern-Abwehrchefin Wenninger hatte Wolfsburg die Kräfteverhältnisse zurechtgerückt.

          In jüngster Zeit war der Thron ins Wanken geraten: In der Bundesliga hat Bayern dank eines 4:2-Siegs zum Rückrundenauftakt zu den Tabellenführerinnen aus Niedersachen aufgeschlossen und ist nur wegen des schlechteren Torverhältnisses fünf Spieltage vor Schluss noch Zweiter im Kampf um die Meisterschaft. In der Champions League sind die Bayern-Frauen nach dem Viertelfinal-Aus des VfL Wolfsburg gegen Lyon die einzigen verbliebenen deutschen Vertreterinnen.

          Im Pokal-Halbfinale wollten sie nun eigentlich die Wachablösung weiter vorantreiben. Am Ende aber mussten sie nach einer deprimierenden 0:4-Niederlage anerkennen, dass sie wie bei den Wolfsburger Double-Gewinnen in den vergangenen beiden Jahren den Rivalinnen den Vortritt  lassen müssen. Ewa Pajor (53.) und abermals Pernille Harder (66.) sorgten für den auch in der Höhe verdienten Wolfsburger Sieg.

          Der VfL, der schon in den  vergangenen vier Jahren den Pokal gewonnen hat, trifft damit im Finale am 1. Mai in Köln auf den SC Freiburg, der sich nach Treffern von Janina Minge  (26.) und einem Eigentor von Leonie Pankratz bei der TSG Hoffenheim mit 2:0 durchgesetzt hat.

          In München präsentierte sich Wolfsburg vier Tage nach dem Ausscheiden in der Champions League von Beginn an gewillt, die Führungsrolle im deutschen Frauenfußball zu verteidigen. Die Herausforderinnen fanden trotz einer Fünfer-Abwehrkette kein Mittel, das schnelle Wolfsburger Kombinationsspiel über die herausragende Polin Pajor, die Dänin Harder und die Norwegerin Hansen zu unterbinden.

          Mit den Hauptdarstellerinnen des Pokalspiels ist ein Manko im deutschen Frauenfußball offen zutage getreten. Die besten deutschen Spielerinnen wie Nationalmannschafts-Kapitänin Alex Popp oder Babett Peter auf Wolfsburger Seite oder Sara Däbritz und Lina Magull bei den Bayern nehmen in einem solchen Spitzenspiel nur noch Nebenrollen ein. Andere Kandidatinnen für die WM im Sommer sitzen gar nur auf der Bank.

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