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Frauenfußball : Karriereende in der Provinz

  • -Aktualisiert am

Vorbei: Birgit Prinz beendet auch ihre Vereinskarriere Bild: dapd

Die Nationalmannschaftskarriere war schon mit dem Ausscheiden bei der WM beendet: Nun schließt Birgit Prinz auch ihre Vereinskarriere ab. Sie will jetzt ihre persönliche Zukunft gestalten.

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          Birgit Prinz hat ihr letztes Fußballspiel in Nidderau-Eichen bestritten - das klingt merkwürdig. Aber was wäre die Alternative gewesen? Deutschlands bislang beste Fußballspielerin hätte ihre unvergleichliche Karriere bei ihrem Verein FFC Frankfurt um ein Jahr verlängern können. Dann hätte die bald 34 Jahre alte Rekordnationalspielerin, Rekordtorjägerin, dreimalige Weltfußballerin und zweimalige Weltmeisterin die Gelegenheit bekommen, die Wunden der Weltmeisterschaft spielend heilen zu können. Beim wenige Wochen zurückliegenden Turnier wurde sie regelrecht gedemütigt, als Bundestrainerin Silvia Neid ihre Führungsspielerin zur Ersatzspielerin ohne Einsatzchance degradiert hatte. (siehe auch: Birgit Prinz im Gespräch: „Von Silvia Neids Seite kam da wenig“)

          Verglichen mit den Fußballfesten mit der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren vor vollen Tribünen in ansehnlichen Arenen wäre freilich jedes Bundesligaspiel mit dem FFC Frankfurt nun ebenfalls nicht viel mehr als Provinzfußball in Nidderau-Eichen geworden. Birgit Prinz hätte sich schon bis in den kommenden Frühling retten und auf die Qualifikation ihres Teams für die Endspiele um den DFB-Pokal und die Champions League hoffen müssen, um einen wirklich würdigen Abgang zu ermöglichen. Das sportliche Risiko war es ihr aber nicht mehr wert. Und das ist richtig so. Schon die Weltmeisterschaft 2011 war eine Zugabe von Birgit Prinz. Sie hatte nach dem zweiten WM-Triumph von 2007 mit dem Karriereende geliebäugelt, sich aber mit der Aussicht auf die Heim-WM und ein mögliches Endspiel in ihrer Heimatstadt Frankfurt selbst zum Weitermachen überredet.

          Für Birgit Prinz ist das Ende der Fußballlaufbahn nun der Beginn eines neuen, nicht minder spannenden Lebens: Seit dem Abschluss ihres Psychologie-Studiums im Vorjahr arbeitet sie daran, sich eine berufliche Zukunft aufzubauen. Sie will künftig Managern und Sportlern auf ihrem Karriereweg beratend zur Seite stehen. Vermutlich hat die Psychologin Birgit Prinz nun schon ihren ersten Beraterjob mit Bravour erledigt, als sie der Spielerin Birgit Prinz zum Ende der Laufbahn geraten hat.

          Abschied mit Wehmut und Erleichterung: Birgit Prinz

          Es mag sein, dass ein solcher Berater einem anderen prominenten Akteur des deutschen Fußballs fehlt. In den Dimensionen eines Michael Ballack klingt Leverkusen jedenfalls auch dann ein bisschen wie Nidderau-Eichen, wenn er seinen Platz auf der Ersatzbank mal wieder räumen darf. (siehe: Frauenfußball: Birgit Prinz beendet ihre Karriere)

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