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DFB-Frauen vor großer Kulisse : „Wir müssen weiter abliefern“

Frankreich-Schreck: Alexandra Popp (Zweite von rechts) trifft am 27. Juli bei der EM zweimal. Bild: IMAGO/Sports Press Photo

Die DFB-Frauen wollen den Hype gegen Frankreich fortsetzen. 25.000 Karten sind für das Spiel in Dresden verkauft. Kapitänin Alexandra Popp spürt die Dankbarkeit der Fans für „einen schönen Sommer“.

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          Mehrere inzwischen geläufige Gesichter, die im Sommer ordentlich Werbung in eigener Sache gemacht haben, werden sich beim ersten und einzigen Länderspiel, das nach der Europameisterschaft in ihrer Heimat stattfindet, nicht den in Scharen erwarteten deutschen Fans präsentieren können.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ist vor der Wiederauflage des EM-Halbfinals ge­gen Frankreich zum Improvisieren gezwungen. Aus dem Kreis ihrer ursprünglich Nominierten musste sie als Letzte auch Giulia Gwinn für die Test-Partie an diesem Freitag in Dresden (20.30 Uhr in der ARD) streichen; die Münchner Flügelspielerin erlitt im Training eine Knieverletzung.

          Zuvor hatten bereits ihre Klubkollegin Lina Magull wegen einer Corona-Infektion, Sara Däbritz von Olympique Lyon aufgrund einer Fußverletzung und die Frankfurterin Laura Freigang wegen Schulterbeschwerden absagen müssen. Torhüterin Almuth Schult, die im August zum Angel FC nach Kalifornien wechselte, wurde unter Hinweis auf die Reisestrapazen, die ihr so erspart bleiben, von Voss-Tecklenburg außen vor gelassen.

          „Die Leute weiter begeistern“

          An den Ambitionen beim Wiedersehen mit der „Equipe Tricolore“, die am 27. Juli 2:1 bezwungen worden war, ließ Alexandra Popp ungeachtet der prominenten Ausfälle keinen Zweifel. Für die Wolfsburgerin, die seinerzeit in Milton Keynes beide Treffer erzielte und damit den Traum vom Titel befeuerte, der erst in der Verlängerung des Endspiels gegen England platzte, handelt es sich bei dem prestigeträchtigen Duell um eine günstige Gelegenheit, „diesen Hype, die Menschen mitgenommen zu haben, fortsetzen zu können“.

          Im Vorverkauf wurden für das Rudolf-Harbig-Stadion 24.500 Eintrittskarten verkauft. „Es liegt in unserer Hand, die Leute weiter zu begeistern“, ergänzte die Wolfsburger Innenverteidigerin Katrin Hendrich. In der Bundesliga hatten zum Saisonauftakt zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern 23.200 Zuschauer für einen Rekord gesorgt; an den ersten beiden Spieltagen kamen seitdem insgesamt 47.238 Fans zu den zwölf Partien – mehr als in der ge­samten Hinrunde der Vorsaison.

          Popp verspürt bei vielen am Fußball interessierten Zeitgenossen, „eine Dankbarkeit, dass wir ihnen einen schönen Sommer bereitet haben“. So sei es für sie heute kaum noch möglich, inkognito durch eine Fußgängerzone zu laufen, „man wird einfach erkannt“, sagte die 31-Jährige. Die daraus resultierende sportliche Erwartungshaltung erachtet sie als angemessen.

          „Der Druck ist nicht neu, wir müssen weiter abliefern“, sagte Popp, die sowohl die Begegnung mit den Französinnen wie auch die im November folgende Nordamerika-Tour mit den beiden Matches gegen Weltmeister USA als „großes Plus“ bezeichnete: „Wir wollen uns mit den Besten messen und können so auf Dinge, die noch nicht passen, reagieren“, sagte Popp. Bei der WM, die im kommenden Juli stattfindet, „wollen wir wieder möglichst gut spielen“ und im Idealfall „bis zum Schluss dabei sein“.

          Ob sie selbst bei dem Turnier abermals zum Elitekreis von Voss-Tecklenburg zählen wird, ließ die 121-malige Nationalspielerin nach Ankunft in Dresden offen. Zunächst sei abzuwarten, wen die Bundestrainerin nominiere, sagte Popp, wohl wissend, dass sie – zumal in der Top-Verfassung nach überstandener Knieverletzung – gesetzt sein dürfte.

          Doch sie fügte bewusst an, dass sie aktuell „extrem viel Spaß“ im Kreis der DFB-Auswahl habe, doch schauen müsse, wie sich ihr „Bauchgefühl in den nächsten Monaten entwickelt“. Zunächst werden am 22. Oktober die WM-Gruppen ausgelost. Danach steht zumindest fest, ob die Deutschen ihr Basislager bei der nächsten Titelmission in Australien oder Neuseeland aufschlagen werden.

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