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Frauenfußball : FFC Frankfurt trennt sich von Trainer Dahm

Verständnislos: Philipp Dahm kann die Entscheidung nicht verstehen Bild: Wonge Bergmann

Der Niedergang des einstigen Frauenfußball-Vorzeigevereins FFC Frankfurt geht weiter: Fünf Spieltage vor Saisonende hat der Klub seinen Trainer Philipp Dahm entlassen.

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          Zweite Trainerentlassung in einem Jahr: Der FFC Frankfurt hat sich von Philipp Dahm getrennt, der erst im vergangenen September die Nachfolge von Sven Kahlert als Cheftrainer beim Frauenfußball-Bundesligaverein angetreten hatte. Interimsweise übernimmt der bisherige B-Juniorinnen-Trainer Sascha Glass für die letzten fünf Spiele der laufenden Saison den Job. Der 40 Jahre alte Coach wird dann als Trainer der Zweiten Mannschaft wieder ins zweite Glied rücken und Platz machen für einen erfahrenen Frauenfußballtrainer, wie Manager Siegfried Dietrich ankündigte.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der einstige Vorzeigeverein im deutschen Frauenfußball, der seit fünf Jahren vergeblich versucht, den achten Meistertitel zu erringen, zog somit die Konsequenzen aus dem anhaltenden Misserfolg. Auch in dieser Spielzeit ist der Meistertitel für den Tabellendritten bei nur noch fünf Spielen und neun Punkten Rückstand auf Tabellenführer VfL Wolfsburg nur noch rechnerisch zu erreichen. Selbst Rang zwei, der zur Teilnahme an der Champions League berechtigt, ist in weiter Ferne.

          „Wir haben die Entscheidung schweren Herzens getroffen, weil Philipp Dahm gute Arbeit geleistet hat. Die Chemie zwischen ihm und dem Team hat auch gestimmt“, sagte Manager Siegfried Dietrich, der zugleich als Investor den Klub finanziert. “Aber der Drive kam nicht rüber, der Erfolg blieb aus.“

          Dahm ohne Verständnis

          Dahm, der von seiner Beurlaubung noch in der Nacht auf Donnerstag nach der Rückkehr des Mannschftsbusses vom abermals enttäuschenden 1:1 im Auswärtsspiel beim Tabellenzehnten USV Jena unterrichtet wurde, zeigte auf Nachfrage kein Verständnis für die Trennung. „Unser Ziel Rang zwei und Champions-League-Qualifikation war immer noch zu erreichen. Deshalb ist die Entscheidung für mich nicht nachvollziehbar.“, sagte der 33 Jahre alte Trainer. „Wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass ich die Mannschaft nicht mehr erreiche oder meine Arbveit für den Misserfolg verantwortlich gewesen wäre, dann hätte ich selbst den Hut genommen. Aber so war es nicht. Ich bin zu hundert Prozent überzeugt, dass das Team hinter mir steht.“

          Erfolglos: FFC-Manager Siegfried Dietrich zieht Konsequenzen
          Erfolglos: FFC-Manager Siegfried Dietrich zieht Konsequenzen : Bild: dpa

          Tatsächlich gab es nach Informationen aus Spielerinnenkreisen keinen „Aufstand“ gegen den offenkundig nach wie vor beliebten und geschätzten Trainer, wie es noch bei der Trennung von Kahlert der Fall war. Damals hatte Dietrich beispielsweise Nationaltorhüterin Nadine Angerer des öfteren um Rat gefragt. Die Spielführerin hatte damals angeblich wie manche Teamkollegin das Vertrauen in den Trainer verloren und wohl auch dessen Rückendeckung für seine Nummer eins vermisst, nachdem er in der Saisonvorbereitung einen offenen Kapf um den Platz im Tor zwischen der zuvor lange verletzten Nadine Angerer und Desiree Schumann ausgerufen hatte. „Die Entscheidung kam für uns überraschend“, sagte Spielführerin Nadine Angerer. „Ich kann den Verein wegen der schlechten Ergebnisse verstehen, andererseits hat Philipp Dahm sehr gute Arbeit geleistet. Wir haben unser System umgestellt, was noch nicht in Ergebnissen gefruchtet hat. Aber ich habe weiter an dieses System geglaubt.“

          Am Sonntag tritt der FFC nun erstmals mit dem neuen Trainer an. Gegner ist dann pikanterweise der FCR Duisburg, der von jenem Trainer betreut wird, der zu Saisonbeginn noch beim FFC gearbeitet hat: Sven Kahlert.

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