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Frauenfußball-EM : Auch Deutschland startet unentschieden

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Eingekesselt: Die Niederländerinnen Danielle Van de Donk (l.) und Lieke Martens machen Nadine Keßler (Mitte) und den Deutschen das Leben schwer Bild: AP

Frauen können sich nicht entscheiden: Vier Partien sind gespielt bei der Frauenfußball-Europameisterschaft, aber noch immer gibt es keinen Sieger: Auch Deutschland muss sich gegen die Niederlande mit einem 0:0 begnügen.

          Die deutschen Fußballfrauen sind genauso unentschlossen in die Europameisterschaft gestartet wie die Konkurrenz im bisherigen Verlauf des Turniers in Schweden. Nachdem schon die ersten drei Begegnungen  unentschieden geendet waren, mussten sich auch die deutschen Titelverteidgerinnen beim 0:0 gegen die Niederlande vor 9000 Zuschauern in Vaxjö mit einem Punktgewinn begnügen.

          Erstmals seit einem torlosen Unentschieden in einem Gruppenspiel gegen Norwegen im Jahr 1997 und neunzehn Siegen in Serie haben die Deutschen  somit in einem EM-Spiel den Platz nicht als Gewinnerinnen verlassen. Der Weg ins am 28. Juli in Stockholm stattfindende Endspiel  dürfte für die  zuletzt bei fünf Europameisterschaften in Serie siegreiche DFB-Auswahl somit deutlich schwerer werden als nach den guten Leistungen in den jüngsten Testspielen gegen Kanada und Weltmeister Japan erhofft.  

          Laganda008: Am Teamgeist lag es nicht

          Das deutsche Team wirkte viel zu unentschlossen und uninspiriert im Bemühen um einen eigenen Torerfolg. Stattdessen durften sich die DFB-Auswahl, die mit dem aggressiven Pressing der nach zahlreichen „Spionagereisen“ in der Vorbereitung offenkundig perfekt eingestellten Niederländerinnen nicht zurechtkamen und allzu oft mit langen Bällen operierten, dreimal bei ihrer Spielführerin bedanken. Torhüterin Nadine Angerer, mit 34 Jahren die älteste Akteurin im jungen deutschen Kader, parierte einen Distanzschuss der in Duisburg spielenden Lieke Martens (17. Minute) und einen Kopfball von Kirsten Van de Ven (22.) in Halbzeit  eins genauso glänzend wie einen Schuss der  Mittelstürmerin Manon Melis (63.).

          Ratlos: Bundestrainerin Silvia Neid

          Offensiv gelang der deutschen Auswahl in der ersten Halbzeit wenig, da im Spielaufbau der Mut fehlte. Gerade die Innenverteidigerinnen Annike Krahn und Saskia Bartusiak wählten statt einer konstruktiven Spieleröffnung allzu oft den langen Schlag in die gegnerische Hälfte. Einzig ein Schuss von Lena Lotzen (24.) sorgte deshalb  für etwas Gefahr.
          „Wir haben sehr ängstlich gespielt“, sagte Spielführerin Nadine Angerer. „Jetzt geht es um was, deshalb waren wir wie gelähmt. Wir konnten unser Spiel nicht wie geplant aufziehen.“

          Sonntag gegen Island

          Bundestrainerin Silvia Neid, die bei allen bislang sieben deutschen EM-Erfolgen als Spielerin, Assistentin oder Cheftrainerin beteiligt war, zeigte sich hingegen nicht unzufrieden. „Es ist nix passiert“, sagte sie. „Wir haben einen Punkt geholt gegen starke holländische Gegnerinnen.“

          Hart umkämpft: Island (l., Holmfridur Magnusdottir) und Norwegen (Solveig Gulbrandsen) trennen sich 1:1

          Am Sonntag (20.30 Uhr ) hat ihr Team die Chance, es besser zu machen. Dann wartet im zweiten Turnierspiel der vermeintlich schwächste Gruppengegner Island, der sich im ersten Spiel der  Gruppe B 1:1 von Norwegen getrennt hat. Kristine Hegland erzielte im Duell der nordischen Teams in der 26. Spielminute die norwegische Führung. Margret Vidarsdottir traf kurz vor Schluss (86.) per Foulelfemeter.

          Gruppe B, in Växjö: Deutschland - Niederlande 0:0

          Deutschland: Angerer (vereinslos) - Krahn (Paris St. Germain), Maier (Bayern München), Bartusiak (1. FFC Frankfurt), Cramer (Turbine Potsdam) - Goeßling (VfL Wolfsburg), Keßler (VfL Wolfsburg - 46. Laudehr/1. FFC Frankfurt) - Lotzen (Bayern München - 73. Leupolz/SC Freiburg), Marozsan (1. FFC Frankfurt), Mittag (LdB FC Malmö) - Okoyino da Mbabi (1. FFC Frankfurt)
          Niederlande: Geurts - Bito, Koster, Hoogendijk, van den Heiligenberg - Spitse, Slegers - van de Ven, van de Donk, Martens - Melis
          Schiedsrichterin: Spinelli (Italien)
          Zuschauer: 8861
          Gelbe Karten: Cramer, Keßler, Maier / Bito

           

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