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DFB-Elf beim Algarve-Cup : Beeindruckender Sieg der deutschen Fußballfrauen

  • Aktualisiert am

Die deutschen Fußballfrauen bejubeln den Sieg über Norwegen. Bild: dpa

Im Vergleich zum Sieg über Schweden wechselt Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg auf allen elf Positionen – und hat Erfolg. Die Fußballfrauen besiegen Norwegen klar und erreichen das Endspiel beim Algarve-Cup.

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          Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat beim Algarve-Cup nach einer Rundum-Rotation mit einer Perspektivelf das Endspiel erreicht. Die auf sämtlichen Positionen in der Startformation im Vergleich zum 1:0-Auftaktsieg gegen Schweden veränderte Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes bezwang am Samstag im Estádio Municipal von Lagos Titelverteidiger Norwegen 4:0 (2:0).

          Damit trifft das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg im Finale am Mittwoch (19.45 Uhr) auf Italien, das sich mit 3:0 (1:0) gegen Neuseeland durchsetzte. Die Tore erzielten Lea Schüller von der SGS Essen (21. Minute), die Potsdamerin Johanna Elsig (26.), Ingrid Engen per Eigentor (60.) und die als Spielführerin aufgebotene Marina Hegering aus Essen (71.). „Wir haben heute viele gute Dinge gesehen. Das hat Spaß gemacht“, sagte Voss-Tecklenburg. „Es ist toll, dass wir viele Optionen haben.“

          Voss-Tecklenburg hatte ihr Team tatsächlich wie angekündigt einem Komplett-Umbau unterzogen. Dzsenifer Marozsán vom Champions-League-Sieger Olympique Lyon und die 18 Jahre alte Abwehrchefin Lena Oberdorf von der SGS Essen saßen zur Schonung nur auf der Tribüne. Dafür bestritten Nachwuchshoffnungen wie Sophia Kleinherne (1. FFC Frankfurt) oder Sydney Lohmann (Bayern München/beide 19 Jahre alt) ihre jeweils zweiten Länderspiele.

          Die anfängliche Nervosität legte die ungewohnt komponierte deutsche Elf aber schnell ab. Als Kleinherne den Ball in der eigenen Hälfte zu nahe am eigenen Strafraum fair ins Aus spielte, weil eine Norwegerin am Boden lag, rief Voss-Tecklenburg an der Seitenlinie: „Leute, hey, nach vorne raus.“ Schnell jedoch wich die Anspannung einer bemerkenswerten Unbekümmertheit und permanentem Offensivdrang.

          Schüller hatte es bereits in der achten Minute mit einem Heber versucht, der aber über das Tor ging. Wenig später war Norwegens Torhüterin Cecile Fiskerstrand aber nach einem langen Ball von Lena Lattwein und dem Abschluss der Essenerin Schüller ohne Abwehrchance. „Sie können Argumente für sich sammeln. Das sind die Spiele, in denen wir was sehen wollen für die Zukunft“, hatte Voss-Tecklenburg gesagt.

          Ihre überraschende Rochade, die gelernte Hoffenheimer Offensivkraft Lattwein als Innenverteidigerin aufzubieten, ging jedenfalls auf. Mit langen Pässen vor allem auf die schnelle Schüller sorgte die 19-Jährige ständig für gefährliche Aktionen. Auf der anderen Seite dauerte es bis zur 49. Minute, ehe Torhüterin Laura Benkarth, die für Merle Frohms zwischen den Pfosten stand, einen Schuss von Norwegens sonst wirkungsloser Spielführerin Caroline Hansen abwehren musste.

          Als Bayern-Spielerin Linda Dallmann mit einem Solo über den halben Platz einen Eckball herausholte und Engen diesen ins eigene Tor lenkte, war die Vorentscheidung gefallen. Doch die deutschen Frauen ließen weder bei Konzentration noch Kreativität nach. Hegering erhöhte auf 4:0 – und kurz darauf erlebte Laura Freigang vom 1. FFC Frankfurt noch ihre Nationalmannschafts-Premiere (73.).

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