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Frauenfußball : 4:0 - DFB-Elf führt Brasilien vor

Verbissenes Duell: Alexandra Popp (links) und Brasiliens Monica warten auf den Ball. Bild: dpa

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft gewinnt auch ohne einige Leistungsträgerinnen mit 4:0 gegen Brasilien. Trotz des hohen Siegs offenbart die Elf von Silvia Neid eine Schwäche.

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          In den Tagen vor dem Spiel gegen Brasilien hatte Bundestrainerin Silvia Neid ihre Spielerinnen einem Leistungstest unterzogen. Nach den Messungen von Schnellkraft oder Ausdauer meldeten sich einige Spielerinnen verletzt ab, sodass die im kommenden Jahr aus dem Amt scheidende Bundestrainerin derzeit inklusive der schon zuvor verletzten Akteurinnen eine komplette Lazarett-Elf aufbieten könnte. Der letzte spielerische Leistungstest auf deutschem Boden vor der am 7. Juni mit dem Spiel gegen die Elfenbeinküste beginnenden WM gelang hingegen nach Wunsch: Zum einen gab es keine weitere Verletzte, zum anderen gewann ihre Elf nach anfänglichen Schwierigkeiten souverän mit 4:0 gegen Brasilien, das wie Deutschland zum Favoritenkreis für das Turnier in Kanada zählt. Die Tore erzielten Celia Sasic per Elfmeter (27. Minute), Simone Laudehr (35.), Melanie Leupolz (62.) und Dzsenifer Marozsan (86.). „Das gibt uns Selbstvertrauen für die WM“, sagte Simone Laudehr, die beste Spielerin im starken deutschen Team. „Aber wir lassen uns nicht blenden, wir müssen auch noch an einigen Dingen arbeiten.“

          Vor 15.000 Zuschauern in Fürth steckte das deutsche Team jedenfalls das Fehlen von den für die WM eingeplanten Stützen Lena Goeßling, Leonie Maier und Lira Alushi gut weg. Außer in der Anfangsviertelstunde, in der Brasilien durch Superstar Marta zu einer Großchance kam, hatten die deutschen Fußballfrauen das Spiel im Griff dank guter körperlicher Fitness, die dem Team immer wieder dank aggressiven Pressings zu frühen Balleroberungen und guten Umschaltaktionen samt Torchancen verhalf. Eine solche Aktion führte zu einem Elfmeter, als Simone Laudehr mit einem beherzten Vorstoß in den Strafraum ein Foul der Brasilianerin Monica provozierte. Celia Sasic verwandelte den Strafstoß sicher.

          Nur fünf Minuten später krönte Simone Laudehr ihre herausragende Leistung mit dem Tor zum 2:0, als sie nach einer missglückten Kopfballabwehr der brasilianischen Spielführerin Bruna Benites den Ball über die herausstürzende Schlussfrau Barbara hinweglupfte. Melanie Leupolz erhöhte in der 62. Minute auf 3:0, ehe Dzsenifer Marozsan den letzten Treffer des Abends mit einem Distanzschuss erzielte. „Wir freuen uns schon über diese Sieg, aber ich möchte auch realistisch sein: Die erste Viertelstunde haben wir uns schwer getan, wir haben zu viele Zweikämpfe verloren“, sagte Neid.

          Als die später merklich müden Brasilianerinnen in jener von der Bundestrainerin bemängelten Anfangsviertelstunde körperlich noch ebenbürtig waren, offenbarte das deutsche Team auch eine fast schon traditionelle Schwäche: Im Spielaufbau haben sie den Leistungstest noch nicht bestanden. Diese seit Jahren bestehende Baustelle wird Silvia Neid aber vermutlich weder bis zur WM noch bis zum Ende ihrer Amtszeit zur absoluten Zufriedenheit schließen können. Aber weder das, noch der starke Auftritt gegen Brasilien kann die Bundestrainerin nach ihren eigenen Worten noch einmal zum Nachdenken über ihre Entscheidung zum Abschied nach den Olympischen Spielen 2016 bewegen. „Ich lasse mich sicher nicht mehr umstimmen, auch wenn ich schon ein bisschen verliebt bin in meine Mannschaft“, sagte die Bundestrainerin. Mal sehen, ob die Liebe in Kanada mit Siegen erwidert wird.

          Dafür müsste freilich auch noch Spielführerin Nadine Angerer wieder zu ihrer Bestform finden. In Fürth merkte man der Torfrau an, dass sie seit dem Saisonende bei ihrem australischen Klub Brisbane Roar im Dezember nur ein einziges Länderspiel bestritten hat. Der Weltfußballerin des Jahres 2014 fehlt derzeit die Spielpraxis. Denn die Saison bei ihrem neuen Klub Portland Thorns in den Vereinigten Staaten fängt für sie nach einem Überseeflug an diesem Donnerstag erst am Samstag mit dem ersten Saisonspiel an. Sechs Spiele bleiben Angerer dann noch, um ihren persönlichen Leistungstest zu bestehen.

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