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Frauen ins Stadion? : Iranischer Verband immer stärker unter Druck

Spiele von Irans Männer-Team können Frauen vor allem nur im Ausland, wie hier bei der WM 2018, sehen. Bild: Picture-Alliance

Fifa-Präsident Gianni Infantino forderte die iranische Seite auf, Frauen zu den Qualifikationsspielen der Männer zur WM 2022 Zugang zu gewähren. Nun reagiert der Verband erstmals öffentlich darauf.

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          Zwei Wochen vor Ablauf der durch den Internationalen Fußball-Verband (Fifa) gesetzten Frist hat der iranische Fußballverband erstmals öffentlich auf das Schreiben von Fifa-Präsident Gianni Infantino vom 15. Juni reagiert, in dem die iranische Seite aufgefordert wird, Frauen zu den bevorstehenden Qualifikationsspielen der Männer zur Weltmeisterschaft 2022 Zugang zu gewähren. „Die Anwesenheit von Familien im Stadion ist wichtig, wir müssen uns dieser Wichtigkeit bewusst sein“, sagte Homira Assadi, Vorstandsmitglied des iranischen Fußballverbandes (FFIRI), in einem Interview mit der Sportpublikation „Iran Varseschi“.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Mit der „Anwesenheit von Familien“ wird in der Islamischen Republik Iran der Zutritt für Frauen zu Männerspielen umschrieben, der seit 1981 grundsätzlich verwehrt wird. Iran sei das einzige Land, das Frauen Zugang verwehre, sagt Homira Assadi, allerdings gebe es „interne Probleme“ über den Verband hinaus. „Um die Bedingungen für die Anwesenheit von Frauen im Stadion zu schaffen, ist die Kooperation aller relevanten Institutionen nötig.“ Sie nennt die Zustimmung der herrschenden Geistlichen und „jener, die sich gegen die Anwesenheit von Frauen aussprechen“. Man habe Infantinos Brief an Sportminister Masud Soltanifar weitergeleitet, das Ministerium spreche sich auch für den Zutritt der Frauen aus.

          Infantino hatte die FFIRI in seinem Schreiben aufgefordert, bis zum 15. Juli mitzuteilen, welche konkreten Schritte unternommen werden, Frauen zu den Qualifikationsspielen ab September 2019 Zugang zu gewähren, und auf die grundlegenden Prinzipien der Fifa-Statuten verwiesen. Erst am 6. Juni waren Frauen, die ein Länderspiel der iranischen Männernationalmannschaft besuchen wollten, in Teheran in Gewahrsam genommen worden.

          Wegen des offensichtlichen fortgesetzten Verstoßes gegen die Fifa-Statuten hatten iranische Aktivistinnen bei der Untersuchungskammer der Fifa-Ethikkommission Beschwerde gegen FFIRI-Präsident Mehdi Tadsch eingereicht. Darin werden die Verhängung einer Geldstrafe von 10.000 Dollar gegen Tadsch und eine Sperre von zwei Jahren gefordert, die ausgesetzt werden solle, sofern das Verbot dauerhaft aufgehoben werde, so dass „iranische Frauen Eintrittskarten kaufen und Stadien in Iran betreten können, um sich Fußballspiele der Männer anzusehen“.

          Unterschrieben ist die Beschwerde unter anderem von Marjam Qaschqaei Schodschaei, der Schwester von Masud Schodschaei, dem Kapitän der iranischen Auswahl bei der Weltmeisterschaft 2018. Schodschaei, derzeit bei Traktor Täbris unter Vertrag, hatte sich in der Vergangenheit beim iranischen Präsidenten Hassan Rohani für eine Aufhebung des Verbots eingesetzt. Infantino hatte sich in seinem Schreiben enttäuscht gezeigt, dass Rohanis Zusicherung baldiger „wichtiger Fortschritte“ aus dem März 2018 nicht erfüllt wurde.

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