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Frauenfußball-Bundesliga : Keine Rapinoe in Sicht

Weiterer Ärger droht dank einer an sich erfreulichen Entwicklung: Weil nun nicht nur Eurosport erstmals jeweils am Freitagabend ein Spiel frei empfangbar live übertragen wird, sondern die ARD zusätzlich häufiger von ihrem jahrelang kaum genutzten Recht Gebrauch machen will, Bilder von einem Samstagsspiel in der ARD-Sportschau zu zeigen, müssen die Vereine wieder umplanen. Die mit Blick auf die Planungssicherheit für die Zuschauer bereits terminierten Spieltage vier bis elf wurden annulliert, bereits gebuchte Unterkünfte storniert. Zudem muss Eurosport wegen des Vorgriffsrechts der ARD bei der Auswahl des Samstagsspiels mit manch unattraktivem Außenseiterduell am Freitagabend rechnen.

Ligasponsor setzt auf Genderthematik

Da braucht es am Ende doch wieder den Optimismus von Dietrich, um auf einen Aufschwung zu hoffen. „Der Frauenfußball geht national sowie international in ein neues Zeitalter und die Flyeralarm Frauen-Bundesliga will sich in der Spitze, aber auch in der Breite mit neuer Strahlkraft und Wettbewerbsfähigkeit positionieren“, sagt er. Seine Zuversicht begründet Dietrich mit einem neuen Gremium, dem er vorstehen soll. Beim DFB-Bundestag wird ein Ligaauschuss ins Leben gerufen, in dem die Klubs mehr Verantwortung für die beiden Bundesligen übernehmen. Dietrich begrüßte am Freitag zudem die Kandidatur des Freiburger Präsidenten Fritz Keller für das Amt des DFB-Präsidenten. „Fritz Keller ist eine starke Persönlichkeit, die auch dem Frauenfußball gut tun wird. Der SC Freiburg hat sich schließlich schon seit Jahren auch im Frauenfußball in der Bundesliga etabliert und viele Nationalspielerinnen hervorgebracht.“ Allerdings offenbart auch dieser Klub Schwächen der Frauenfußball-Bundesliga. Wenn man auf die Homepage der Frauenabteilung geblickt hat, sah man vor Bundesligabeginn fünf Wochen lang keine einzige neue Meldung. Fanbindung geht anders.

Auch diesbezüglich baut Dietrich auf den neuen Namenssponsor der Liga. Flyeralarm dämpft aber die Erwartungen. „Viele erwarten, dass wir an der Entwicklung der Liga großen Anteil haben müssen“, sagt Flyeralarm-Sprecher Rolf Dittrich. „Aber für uns ist es natürlich in erster Linie ein Marketing-Engagement. Keiner käme auf die Idee, dass ein Sponsor den FC Barcelona oder Bayern München weiterentwickelt.“ Flyeralarm wolle gleichwohl mit einem Bundesliga-Magazin beispielsweise die bei der WM so präsente Genderthematik nutzen, um den Fußball der Frauen ins Gespräch zu bringen. Für die ganz große Öffentlichkeitswirkung fehlt aber eine deutsche Megan Rapinoe. Die meinungsstarke Weltmeisterin hatte bei der WM auf und abseits des Platzes für Furore gesorgt.

Bundesliga-Tippspiel 2019/2020
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Konkretere Hoffnung weckt da FFC-Manager Dietrich durch den zur nächsten Saison bevorstehenden Beitritt zur Frankfurter Eintracht. Mit der neuen Kraft könnte die Bundesliga einen Schub erhalten. Für diesen neuen Weg gibt Dietrich ein großes Ziel auf: Der FFC bezeichnet sich zwar gern als deutscher Rekordmeister. Diese Bestmarke gilt aber nur für Bundesligatitel. Die neun Titel der SSG Bergisch-Gladbach vor Gründung der Bundesliga kann der FFC selbst im Falle einer Sensationsmeisterschaft bei dann acht Titeln nicht mehr erreichen.

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