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Französischer Fußball : Montpellier Meister nach Chaos-Spiel

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Rauchschwaden in Auxerre: Die Meisterschaftsentscheidung in Frankreich musste um 30 Minuten verschoben werden Bild: AFP

Andere Länder, ähnlich schlechte Sitten: das finale Ligaspiel zwischen Absteiger AJ Auxerre und dem neuen Meister HSC Montpellier muss eine halbe Stunde unterbrochen werden, weil Zuschauer Leuchtraketen aufs Feld werfen.

          Der HSC Montpellier ist zum ersten Mal in der 93-jährigen Clubgeschichte französischer Fußball-Meister geworden. Die Südfranzosen gewannen am letzten Spieltag der Ligue 1 am Sonntagabend in einer tumultreichen Begegnung beim Absteiger AJ Auxerre mit 2:1 (1:1), verteidigten den Drei-Punkte-Vorsprung auf Verfolger Paris Saint-Germain und traten die Nachfolge des OSC Lille an. Die Hauptstädter setzten sich beim FC Lorient mit 2:1 (0:1) durch, zogen aber mit 79 Punkten aus 38 Runden gegen Montpellier (82 Punkte) den Kürzeren. Neben Paris qualifizierte sich auch Vorjahresmeister OSC Lille als Tabellendritter für die nächste Champions League.

          Das Spiel im Stadion l’Abbé-Deschamps von Auxerre musste in der 79. Minute für fast eine halbe Stunde unterbrochen werden, nachdem Heimzuschauer Leuchtraketen und Böller aufs Feld geworfen hatten. „Chaos total“, klagte das Fachmagazin „France Football“ in seiner Onlineausgabe.

          Olivier Kapo hatte die Hausherren in der 20. Minute in Führung gebracht. John Utaka glich in der 32. aus, und der Stürmer aus Nigeria war es auch, der nach der Unterbrechung das Siegtor in der 86. Minute erzielte. Nach dem Schlusspfiff stürmten Hunderte Fans von Montpellier jubelnd aufs Feld und sorgten erneut für Chaos.

          Nur auf Platz 14 der Etat-Rangliste

          Bester Spieler von Montpellier war in dieser Saison der vom FC Bayern München umworbene Mittelstürmer Olivier Giroud. Der 24-Jährige wurde mit 21 Treffern zusammen mit dem Brasilianer Nené von Paris Torschützenkönig. Der Titelgewinn von Montpellier ist eine große Überraschung, da der Club mit dem vierzehnthöchsten Etat der französischen Liga auskommen musste. Der Hérault Sport Club hatte diese Saison nur 33 Millionen Euro zur Verfügung - gerade mal ein Fünftel des Budgets von Rivale Paris, der seit Saisonanfang vom Öl- und Wüstenstaat Katar aus geführt wird.

          Auf Händen getragen: Montpelliers Mittelfeldspieler Marco Estrada

          Beste Plazierung Montpelliers in der Liga war bisher ein 3. Rang in der Saison 1987/88, Titel holte man nur im Pokal (1929, 1990) sowie im Ligapokal (1992). Die „Fahrstuhlmannschaft“ war seit den 30er Jahren neunmal aus der ersten Liga abgestiegen und spielt erst seit 2009 wieder ganz oben mit.

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