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WM-2006-Affäre : Beckenbauer meldet sich zu Wort

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„Heute geht’s mir dank der Kunst der Ärzte wieder gut, ich möchte sogar sagen richtig, richtig gut“: Franz Beckenbauer. Bild: dpa

Lange war nichts von Franz Beckenbauer mehr zu hören. Nun meldet sich eine der zentralen Figuren in der Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006 zurück – und verkündet einen Abschied.

          Franz Beckenbauer hat sich nach langem Schweigen wieder öffentlich zu Wort gemeldet. In seiner nach eigenen Angaben letzten Kolumne für die „Bild“-Zeitung wies der 71-Jährige abermals alle Vorwürfe gegen ihn und andere im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zurück. „Die Vergabe der WM nach Deutschland war nach meinem besten Wissen und Gewissen nicht gekauft. Wir wollten niemanden bestechen und wir haben niemanden bestochen“, schrieb er.

          Beckenbauer ist als damaliger Chef des Organisationskomitees der WM 2006 eine der zentralen Figuren in der Affäre. Er könne sich nicht ausführlicher öffentlich äußern, „bevor nicht die deutschen und Schweizer Behörden, mit denen ich im Übrigen natürlich kooperiere, ihre Untersuchungen beendet haben“, nannte er als Grund für seine spärlichen Statements. „Das gebietet schon der Respekt vor den Behörden.“

          Unter anderen wird in der Schweiz gegen ihn, die früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach sowie den ehemaligen DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt wegen des Verdachts des Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung, der Geldwäscherei sowie der Veruntreuung ermittelt. Ausgangspunkt der Untersuchungen ist die Zahlung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) von 6,7 Millionen Euro an den damaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus vor der WM 2006.

          Die ominöse Zahlung ist die entscheidende Frage in der Aufarbeitung der WM-Affäre. Das damalige Organisationskomitee um Beckenbauer hatte eine Rückzahlung von 6,7 Millionen Euro in der Steuererklärung der WM bewusst falsch deklariert. Wozu genau das Geld verwendet wurde, ist bis heute unklar.

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          Laut des vom DFB in Auftrag gegebenen Freshfields-Berichts wurde die Summe von einem Konto Beckenbauers in der Schweiz an eine Firma in Qatar überweisen, auf ein Konto des früheren Funktionärs Mohammed bin Hammam. Beckenbauer bekam das Geld zurück durch einen Kredit von Dreyfus, der das Geld dann wieder zurückhaben wollte, weshalb die Legende von einer Vorschusszahlung durch die Fifa für eine WM-Gala gestrickt wurde. Bin Hammam hat sich bislang nicht geäußert.

          Beckenbauer hatte Anfang September eine Herzoperation, bei der ihm nach seiner eigenen Aussage mehrere Bypässe gelegt werden mussten. „Heute geht’s mir dank der Kunst der Ärzte wieder gut, ich möchte sogar sagen richtig, richtig gut. Ich habe meine Reha hinter mir, ich habe mein Leben ein wenig umgestellt und treibe wieder viel Sport“, sagte er. Das Ende seiner Tätigkeit für die „Bild-“Zeitung nach 34 Jahren begründete er damit, mehr mit seiner Familie zusammen sein zu wollen. Mit seiner dritten Frau Heidi und seinen beiden Kindern lebt er in Salzburg.

          Wenige Tage nach seinem endgültigen Rückzug aus dem Fußball hat sich derweil der frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach noch einmal über seine Bestrafung durch den Weltverband Fifa beklagt. „Um für ein Jahr gesperrt zu werden, ist vor dem Sportgericht schon eine Gewalttat oder eine Spielmanipulation nötig. In meinem Fall geht es um eine verspätete Information um die Fifa- Ethikkommission und einen Interessenkonflikt, und ich habe mich persönlich auch nicht bereichert“, sagte der 66-Jährige der „Sport Bild“.

          Wegen seines Verhaltens in der WM-Affäre war Niersbach von der Fifa-Ethikkommission im Sommer für ein Jahr gesperrt worden. Nachdem die Berufungskommission diese Strafe in der vergangenen Woche bestätigte, legte er seine Ämter in den Exekutivkomitees der Fifa und des europäischen Verbandes Uefa mit sofortiger Wirkung nieder. „Ich will mich nicht mehr quälen“, sagte Niersbach der „Sport Bild“.

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