https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/franz-beckenbauer-schreibt-an-uwe-seeler-vor-trauerfeier-18233714.html

Beckenbauer-Brief an Seeler : „Da wurde er richtig laut“

  • Aktualisiert am

Haben gemeinsam viel erlebt: Franz Beckenbauer (links) und Uwe Seeler Bild: picture alliance / SvenSimon

Kurz vor der Trauerfeier für das deutsche Fußball-Idol Uwe Seeler wendet sich Franz Beckenbauer mit emotionalen Abschiedsworten an seinen langjährigen Freund. An der Feier selbst wird Beckenbauer aber nicht teilnehmen.

          1 Min.

          Mit emotionalen Worten hat sich Franz Beckenbauer von der im Juli gestorbenen Hamburger Fußball-Legende Uwe Seeler verabschiedet. „Mit Dir, mein Freund, in der deutschen Nationalmannschaft spielen zu dürfen, war mir, dem neun Jahre jüngeren, eine große Ehre“, schrieb der 76 Jahre alte Weltmeister von 1974 in dem Brief, den das „Hamburger Abendblatt“ veröffentlichte.

          „Ich habe Dich schon beim Umziehen in der Kabine aus der Distanz respektvoll bewundert“, berichtete er. „Deine Gedanken schienen schon vor der letzten Motivationsansprache des Bundestrainers auf dem Platz zu sein.“ Die Worte von Bundestrainer Helmut Schön habe Seeler kaum noch aufgenommen. „Und wehe, wenn sich dann nach dem Anpfiff ein Kamerad Alibi-Fußball erlaubte. Da wurde der Hanseat Seeler richtig laut.“ „Uwe, Uwe“ zu rufen sei die die beste Art gewesen, „Deutschland, Deutschland“ zu rufen.

          „Du bleibst für immer unvergessen“

          Seeler war am 21. Juli im Alter von 85 Jahren gestorben. Er wurde am vergangenen Donnerstag im Familienkreis beigesetzt. An diesem Mittwoch (14.00 Uhr/ARD und NDR) findet im Volksparkstadion für das größte Idol des Hamburger SV eine Trauerfeier mit zahlreichen Gästen – unter anderen Bundeskanzler Olaf Scholz – statt.

          „Am Mittwoch gehört der Volkspark Dir ganz allein“, schrieb Beckenbauer. „Da ehrt Fußball-Hamburg einen großen Deutschen und Menschen mit einer Trauerfeier.“ Er selbst werde die Zeremonie aus gesundheitlichen Gründen nur am Fernseher verfolgen.

          Der langjährige Kapitän und Präsident des FC Bayern München und Seeler spielten unter anderem bei den WM-Turnieren 1966 in England und 1970 in Mexiko zusammen. Er habe schon damals „eine ganz besondere Zuneigung“ gespürt. Der Brief endet mit den Worten: „Lieber Uwe, dieser letzte Gruß kommt aus tiefstem Herzen: Du bleibst für immer unvergessen. Servus und Tschüs.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Weniger Kunden: Mario Blandamura (links) und Kurt Lorenz bekommen mit ihrem Bioladen „Paradieschen“ die Krise zu spüren.

          Inflation und ihre Folgen : Wieso Bioläden große Sorgen haben

          Die Inflation dämpft die Kauflust und viele Verbraucher sparen gerade bei Lebensmitteln. Der Umsatz der Biobranche verzeichnet zweistellige Verluste – und viele inhabergeführte Unternehmen kämpfen um ihre Existenz.
          Turritopsis nutricula gehört zu einer Gattung der „unsterblichen Qualle“.

          Altersforschung : „Wir werden mit 80 und 90 Jahren noch arbeiten“

          Ist die Steigerung der Lebenserwartung ein „Pakt mit dem Teufel“? Der Altersforscher Nir Barzilai spricht über die Chancen, sie weiter zu verlängern – und die finanziellen Konsequenzen für die Gesellschaft.
          360 Milliarden Euro Schulden in einem Jahr: Finanzminister Lindner, Bundeskanzler Scholz und Wirtschaftsminister Habeck.

          Staatsschulden : Können wir uns das alles leisten?

          Gegen die Energiekrise, für eine bessere Bundeswehr und mehr Klimaschutz: Deutschland nimmt hunderte Milliarden an neuen Staatsschulden auf. Zeit für einen Kassensturz.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.