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Fußball-Kaiser Beckenbauer : Hall of Franz

Mann mit Trophäe: Franz Beckenbauer bei der Gala zur Einweihung der Hall of Fame des deutschen Fußballs im Deutschen Fußballmuseum Bild: dpa

Die dunkle Seite des Spiels und die seines Kaisers sind präsent, bleiben aber unausgesprochen. Das macht das Werk des Größten im deutschen Fußball, der die Sterne vom Himmel holte, klein. Einer wie er, der kommt nicht wieder.

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          Es war schon spät am Abend, als sich Armin Laschet in das Kind zurückverwandelte, das er einmal gewesen war. Der Ministerpräsident machte während seiner Laudatio, die in Wirklichkeit eine Liebeserklärung an den Fußball und seine Helden war, eine kleine Erhebung auf der Bühne zu einem Bordstein aus den siebziger Jahren. Auf dem ließ er sich im Deutschen Fußballmuseum nun auf die Weise nieder, wie es der dreizehnjährige Armin auf der Straße getan hatte. Die Beine lässig gespreizt, das Gewicht des leicht nach vorne gebeugten Oberkörpers mit angewinkeltem Arm auf dem rechten Oberschenkel fließend abfedernd. Und so saß der 58 Jahre alte Landesvater, wie die Erwachsenen in seiner Jugend einen Mann wie ihn genannt hätten, nach 45 Jahren noch einmal zu den Füßen seiner Fußballhelden.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Als Laschet so dasaß, erzählte er, wie er sich im August 1974 als Aachener Kind und Fan der Alemannia, angefüllt mit Freude und Aufregung, kurz nach dem deutschen WM-Sieg, um Autogramme zu sammeln, zu jenem Hotel aufmachte, in dem der FC Bayern mit seinen Weltmeistern zu einem Freundschaftsspiel in Aachen abgestiegen war. Vor dem Hoteleingang sah er plötzlich Paul Breitner auf der Treppe sitzen, einen Mann mit ungezähmter Mähne und wildem Bart. Breitner habe damals genauso so dagesessen, wie er jetzt auf der Bühne sitze, erzählte Laschet.

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