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Eintracht in Champions League : Die Frauen machen es vor!

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Stürmerin Laura Freigang jubelt über einen Treffer. Bild: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Die Frankfurter Fußballspielerinnen gewinnen 4:0 gegen Werder und ziehen in die Champions League ein. Dabei profitieren sie von einem Turbine-Patzer. Vor dem Team liegen tolle Tage.

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          „Ich stinke ein bisschen nach Bier, aber nur das billige Zeug … noch“, sagte Niko Arnautis, Trainer der Eintracht-Frauen, breit grinsend. Er hatte sich kurz von den Feierlichkeiten an der Haupttribüne des inzwischen zuschauerleeren Stadions am Brentanobad entfernt. Hier hatte es eine halbe Stunde zuvor noch „Europacup, Europacup in diesem Jahr“ von den Rängen geschallt.

          „Eintracht Frauen International“ war auf einem Banner auf der Gegengerade zu lesen, vor der die Eintracht-Spielerinnen freudetrunken hüpften. Aus dem feiernden Pulk an Fans stäubte rotes Konfetti auf. „Ich bin sprachlos“, sagte Kapitänin Tanja Pawollek über die Stadionlautsprecher und dankte den Fans: „Ihr habt uns unglaublich gepusht. Ohne euch hätten wir es nicht geschafft.“

          Zuvor hatten die Fußballspielerinnen von Eintracht Frankfurt ihr letztes Saisonspiel gegen Werder Bremen 4:0 (1:0) gewonnen und ihr Traumziel tatsächlich noch erreicht. In der kommenden Saison spielen sie wieder in der Champions League gegen die besten Mannschaften Europas. Sieben Spielzeiten hatte das Frankfurter Publikum darauf warten müssen. Und als der Verein letztmals in der Königinnenklasse antrat, hieß er noch 1. FFC Frankfurt.

          Um dort hinzukommen, mussten die Frankfurterinnen auf der Zielgeraden der Saison Turbine Potsdam vom dritten Rang verdrängen. Beide Mannschaften waren mit 43 Punkten in den letzten Spieltag gegangen, das um neun Treffer schlechtere Torverhältnis sprach jedoch gegen die Eintracht. Weil die Frankfurterinnen aber gegen Werder gewannen und Turbine Potsdam zeitgleich beim Meisterschaftszweiten Bayern München mit 0:5 Toren unterging, geht die Eintracht in der kommenden Saison auf Europa-Tournee.

          „Das hat uns getragen“

          4520 Zuschauer waren an diesem Frühsommertag im Stadion am Brentanobad, so viele wie seit 2015 nicht mehr, sagte Sportdirektor Siegfried Dietrich. Auch Eintracht-Präsident Peter Fischer, der Trainer der Männer Oliver Glasner und Sportvorstand Markus Krösche waren gekommen, um die neuen Adlerträgerinnen zu unterstützen. „Die Symbiose aus Stadt, Klub, Männern und Frauen, das hat uns getragen“, sagte Arnautis später. Dietrich sprach von einem „historischen Moment.“

          So ging das Spiel vom Anpfiff weg vor allem in Richtung des Werder-Tors. Die Eintracht spielte gegen robuste Bremerinnen schnörkellos lange Bälle über die Abwehr hinweg dorthin, wo sich Räume boten. Erstmals ging das in der elften Spielminute auf, als Nicole Anyomi zum 1:0 ins Tor schob. Dass es dabei zur Pause blieb, hatten die Frankfurterinnen aber auch Torhüterin Merle Frohms zu danken. In ihrem letzten Spiel im Eintracht-Trikot (nach zwei Jahren am Main kehrt sie nach Wolfsburg zurück) parierte sie sicher, wenn sie gefordert wurde.

          Derweil lagen die Bayern zur Pause bereits mit 4:0 vorne, was Arnautis seinem Team nicht vorenthielt. Er habe seinen Spielerinnen in den Kopf setzen wollen, „jetzt erst recht.“ Es zeigte Wirkung. Nach einer knappen Stunde und einem Doppelschlag von Laura Freigang und Sjoeke Nüsken war der Champions-League-Traum zum Greifen nahe. Den Schlusspunkt setzte dann abermals Freigang mit ihrem zwölften Saisontor. Sie beendet die Saison damit als Frankfurter Toptorschützin. Die Champions League sei die Belohnung „für die Arbeit der letzten vier Jahre“, sagte Freigang. Seit 2018 ist sie im Verein.

          Nun stehen dem Team tolle Tage bevor. Am Dienstag fliegen die Frauen nach Sevilla, wo am Mittwoch die Männer gegen die Glasgow Rangers um den Europa-League-Titel spielen. Zurückhalten müssen sie sich nicht, wie Trainer Arnautis bestätigte: „Die Mannschaft darf heute und die ganze nächste Woche in Sevilla durchfeiern.

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