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Fußball und Punkrock : „Alles aus Liebe“

Fortuna-Fan und Bayern-Gegner: Campino Bild: Picture-Alliance

Wenn es um die Fortuna geht, sind die Toten Hosen zur Stelle. Und wenn es gegen die Bayern geht, erst recht. Campino und Co. gestalten ein Trikot für das Spiel der Düsseldorfer gegen den ungeliebten Rekordmeister.

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          „Ich würde nie zum FC Bayern München gehen“ heißt eine der bekanntesten Liedzeilen der „Toten Hosen“, auf den sich alle Fußball-Fans einigen können, die nicht zur Fangemeinde des deutschen Rekordmeisters gehören. Und auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß persönlich wird schon mal zum Protagonisten des Abzähl-Krachers der Punkband, wenn es bei „Zehn kleine Jägermeister“ heiß: „Sechs kleine Jägermeister wollten Steuern sparen, Uli wurde eingelocht, fünf durften nachbezahlen.“

          Die Düsseldorfer Punk-Rocker um ihren charismatischen Sänger Campino machen kein Hehl aus ihrer Abneigung gegen den dominierenden Fußball-Verein der Republik. Und sie sind zugleich bekennende und fanatische Fans ihres Heimatklubs, der Fortuna. Nun machen die Hosen und Fortuna vor dem bald anstehenden Aufeinandertreffen der Düsseldorfer mit den Münchnern gemeinsame Sache.

          „Alles aus Liebe“ lautet das Motto. Unter diesem Slogan werden die Fortuna-Profis im Bundesliga-Heimspiel am 23. November gegen die Bayern in einem Sondertrikot auflaufen. „Fortuna und Die Toten Hosen, das gehört zusammen wie Düsseldorf und Altbier. Dass die Mannschaft mit unserem Logo ausgerechnet gegen die Bayern antritt, da geht so etwas wie ein Kindheitstraum in Erfüllung“, kommentierten die Toten Hosen.

          Es ist nicht die erste Zusammenarbeit zwischen der mittlerweile etwas zahm gewordenen und in die mainstreamige Popkultur abgerutschten Punkband und dem auch dauerhaft eher durchschnittlichen Fußball-Verein, für den schon der Verbleib in der ersten Bundesliga als Aufsteiger unter Trainer Friedhelm Funkel in der vergangenen Saison ein großer Erfolg war.

          Vor 30 Jahren gaben die „Hosen“ von jeder verkauften Eintrittskarte bei ihrer damaligen Tournee eine Mark an die Fortuna ab, um den Transfer von Campinos Lieblingsspieler Anthony Baffoe ausgerechnet vom 1. FC Köln zur Fortuna zu ermöglichen. Mit ihrer Aktion „ein Bein für Toni Baffoe“ sammelten Campino und Co 150.000 Mark ein und kauften symbolisch das rechte Bein des Deutsch-Ghanaers. Baffoe erfüllte die Erwartungen, denn er überzeugte nicht nur durch seine fußballerischen Fähigkeiten, sondern vor allem durch sein offensives Ankämpfen gegen Rassismus im Fußball.

          2001 sprangen die Musiker dann als Hauptsponsor für den klammen Klub ein. Die Trikots zierten damals ein Totenkopf auf der Brust. Sie gehören zu den am besten verkauften Hemden der Vereinsgeschichte. Seit 2012 sind die Bandmitglieder Ehrenmitglieder der Fortuna.

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